Staatssekretärin Quennet-Thielen: Digitalisierung in der Berufsausbildung stärken

Bei einem Besuch der Volkswagen-Akademie in Wolfsburg wies Quennet-Thielen darauf hin, dass die Bundesregierung die „Berufsbildung 4.0“ entschieden fördert.

Digitalisierung in der Ausbildung stärken: Bildungsstaatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen in der Volkswagen-Akademie © Foto: Volkswagen/Matthias Leitzke

Das Bundesbildungsministerium will die Digitalisierung in der Berufsbildung nach den Worten von Bildungsstaatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen aktiv mitgestalten. „Die Digitalisierung verändert die Ausbildung und Qualifizierung in der Berufswelt grundlegend. Wir wollen diesen Prozess gemeinsam aktiv gestalten", sagte Quennet-Thielen bei einem Besuch der Volkswagen-Akademie in Wolfsburg. Deshalb erarbeite die Bundesregierung mit der Wirtschaft in der Initiative „Berufsbildung 4.0“ zukunftsweisende Antworten. So werde der Wirtschafts- und Technologiestandort Deutschland gestärkt. Volkswagen ist Partner dieser Initiative und arbeitet mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) zusammen.

Qualitativ und technologisch hohes Niveau

In der Volkswagen Akademie, dem Aus- und Fortbildungszentrum von Volkswagen, führte Quennet-Thielen Gespräche mit  Auszubildenden, Studenten und Ausbildern. „Ich bin beeindruckt von dem qualitativ und technologisch hohen Niveau der Aus- und Weiterbildung bei Volkswagen", sagte sie. In der Automobilbranche kämen neueste Technologien und digitale Qualifizierungsformate zum Einsatz. Deshalb sei der Erfahrungsaustausch bei Volkswagen mit Auszubildenden und Ausbildern sowie Bildungsfachleuten wichtig.

Mit Datenbrille und Rechnerunterstützung

Die Auszubildenden stellten Quennet-Thielen innovative Lernformate und Anwendungsbeispiele zur Digitalisierung in Beruf und Industrie vor. So zeigten zum Beispiel Elektrotechnik-Studenten und künftige Fachinformatikerinnen ein „Industrie 4.0-Modell“, das sie selbst entwickelt und aufgebaut hatten: eine durch Computer- und Sensor-Steuerung vollautomatisierte Abfüllanlage. Angehende Elektroniker für Automatisierungstechnik stellten die virtuelle Inbetriebnahme einer komplexen Fertigungsstraße vor. Junge Konstruktionsmechaniker präsentierten das „Virtuelle Schweißen“, bei dem sie Schweißtechniken zunächst „cool" erlernen – mit Datenbrille und Rechnerunterstützung.

"Berufsbildung 4.0"

Insbesondere auf dem Gebiet der beruflichen Aus- und Weiterbildung stärkt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Digitalisierung durch verschiedene Förderprojekte und –programme mit dem Ziel einer "Berufsbildung 4.0". So hat das BMBF beispielsweise ein Sonderprogramm aufgelegt, um überbetriebliche Berufsbildungsstätten (ÜBS), die die Ausbildung im Betrieb durch praxisnahe Lehrgänge ergänzen, an die neuesten technologischen Erfordernisse anzupassen. Weitere Maßnahmen betreffen etwa die Schulung digitaler Kompetenzen bei Lehrkräften und Ausbildungspersonal oder Projekte für den Einsatz computergestützter Lerneinheiten in der Weiterbildung von Fachkräften. In der Hochschulbildung fördert das BMBF das „Hochschulforum Digitalisierung“ ebenso wie Maßnahmen für digitales Lernen und Lehren über den Qualitätspakt Lehre.