Städte gestalten mit Wissenschaft ihre Zukunft

Wie kann Forschung zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen? Das diskutieren Experten aus Kommunen, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft beim FONA Forum – und sie zeigen, wie die Städte der Zukunft aussehen könnten.

Immer mehr Menschen zieht es vom Land in die Stadt. Das stellt diese vor ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen: Wohnraum wird knapp, der Energiebedarf und das Verkehrsaufkommen steigen. Um dennoch gute Lebensbedingungen für die Menschen zu schaffen und für die Zukunft zu erhalten, ist eine nachhaltige Stadtentwicklung wichtig – dazu trägt die Forschung entscheidend bei.

"Stadt forscht Zukunft!"

Wie genau die nachhaltige Zukunftsstadt aussehen kann, diskutieren etwa 300 Expertinnen und Experten aus Kommunen, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft unter dem Motto „Stadt forscht Zukunft!“ am 5. und 6. Juni beim FONA-Forum in Leipzig. Zudem stellen sie auf dem „Markt der Möglichkeiten“ Zukunftsstädte vor.

Forschung trägt heute wesentlich zur nachhaltigen Entwicklung der Städte bei. Die Menschen erwarten eine sichere Energieversorgung, sauberen Verkehr sowie Schutz vor den Folgen des Klimawandels.

Bundesministerin Anja Karliczek

Wettbewerb Zukunftsstadt

In der Initiative Zukunftsstadt entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schon heute gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Konzepte für die lebenswerte Stadt der Zukunft. Bei der Konferenz des Bundesforschungsministeriums zur Forschung für die Nachhaltigkeit – dem FONA Forum – stellen 23 Kommunen diese Konzepte vor: Sie alle treten beim Wettbewerb Zukunftsstadt an, um Ende des Jahres als eines von bis zu acht geförderten Reallaboren ausgewählt zu werden. Die Projekte werden gemeinsam von den Kommunen und der Wissenschaft entwickelt und in die Tat umgesetzt. Dabei geht es um Themen wie Mobilität, Klimaanpassung, urbane Gemeinschaft, ressourceneffiziente Quartiere und Stadt-Umland-Beziehungen.

Modellquartier in Konstanz

So bewirbt sich die Stadt Konstanz mit einem Plan für ein nachhaltig bebautes und für alle Generationen bewohnbares Modellquartier. Die Stadt Gelsenkirchen tritt mit der Idee für einen Ort des raumorientierten Lernens an. Dort soll der Umgang mit neuen Medien, wie Gamification oder Augmented Reality, gefördert werden. Andere Kommunen arbeiten an der intelligenten, vernetzten Stadt, an urbaner Produktion und digitalen Dienstleistungen oder an der energieeffizienten Zukunftsstadt.

Gute Ideen für die Stadtentwicklung

Ziel der Initiative Zukunftsstadt des Bundesforschungsministeriums ist es, gute Ideen für die Stadtentwicklung in den Alltag der Städte zu bringen. Dafür stellt das Bundesforschungsministerium 190 Millionen Euro bereit. Zudem koordiniert es den Beitrag der Forschung gemeinsam mit den Bundesressorts für Umwelt, Verkehr, Wirtschaft und Heimat in der Innovationsplattform Zukunftsstadt. Die Plattform ist Teil des ressortübergreifenden Arbeitskreises der Bundesregierung „Nachhaltige Stadtentwicklung in nationaler und internationaler Perspektive“. Darin fasst die Bundesregierung ihre Strategie zur nachhaltigen Stadtentwicklung zusammen. Diese ist ein Beitrag zur internationalen Agenda 2030 der Vereinten Nationen zur nachhaltigen Entwicklung.