Starke Forschung für ein sicheres Leben

Bundeskabinett beschließt 360 Millionen Euro starkes Forschungsprogramm für zivile Sicherheit / Karliczek: Gute Investition in Sicherheit unserer Mitbürger

Das Bundeskabinett hat heute das von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek vorgelegte Rahmenprogramm „Forschung für die zivile Sicherheit 2018 - 2023“ beschlossen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird pro Jahr rund 60 Millionen Euro für die zivile Sicherheitsforschung zur Verfügung stellen.

Bundesministerin Anja Karliczek betonte: „Die Sicherheit der Menschen in unserem Land zu gewährleisten, ist unsere oberste Aufgabe. Neue Technologien helfen uns, den Standard stets zu verbessern. Mit den Erkenntnissen und Innovationen aus der zivilen Sicherheitsforschung machen wir das Leben unserer Mitmenschen in allen Lebensbereichen sicherer. Mir liegt das sehr am Herzen und deshalb will ich für die Bürgerinnen und Bürger unsere Forschungsanstrengungen in diesem Bereich stärken. Das 360 Millionen Euro schwere Forschungsprogramm stellt hierfür die richtigen Weichen und ist eine gute Investition in die Sicherheit unserer Mitbürger.“

Ziel des neuen Forschungsprogrammes ist es, Bürgerinnen und Bürger besser vor Gefährdungen durch Naturkatastrophen, Terrorismus oder Kriminalität zu schützen. Zugleich sollen die Rettungs- und Einsatzkräfte durch neue Technologien und organisatorische Kompetenzen bestmöglich bei ihrer Arbeit unterstützt und vor Risiken bewahrt werden. Das neue Forschungsprogramm rückt die Chancen und Potenziale der digitalen Transformation in den Fokus, um diese für den Schutz von Menschen und Kritischen Infrastrukturen konsequent zu nutzen. Ein wichtiges Anliegen ist die Beschleunigung des Transfers innovativer Sicherheitslösungen in die Praxis. Dazu sollen künftig in Kompetenzzentren und Spitzenforschungsclustern wissenschaftliches Know-how und konkrete Praxisanforderungen zu zentralen Sicherheitsfragen eng miteinander verzahnt werden, um noch schneller und effektiver modernste Einsatztechnik zur Verfügung zu stellen.

Über das neue Programm und die zukunftsfähige Ausgestaltung der zivilen Sicherheitsforschung haben in den zurückliegenden zwei Tagen über 600 Experten auf dem BMBF-Innovationsforum „Zivile Sicherheit“ in Berlin diskutiert und zahlreiche erfolgreiche Forschungsergebnisse präsentiert. Dazu zählen zum Beispiel selbstständig agierende Flugroboter, die bei Großunfällen einen schnellen Überblick über die Lage ermöglichen oder auf hoher See havarierte Schiffe und über Bord gegangene Personen lokalisieren. Vorgestellt wurde auch ein tragbares Analysegerät, mit dem ohne den Einsatz eines großen Labors innerhalb von wenigen Minuten gefährliche Verunreinigungen des Trinkwassers festgestellt werden können. In weiteren Forschungsprojekten wurden eine Analyseplattform für den sicheren Onlinehandel entwickelt sowie digitale Kommunikationslösungen und Apps, durch die sich Bürgerinnen und Bürger im Notfall gezielt informieren oder als freiwillig Helfende registrieren lassen können.

Diese aktuellen Ergebnisse werden aussichtsreich in die Praxis überführt. So wie viele andere erfolgreiche Lösungen aus über zehn Jahren ziviler Sicherheitsforschung: Vom Körperscanner am Flughafen über Konzepte zur Einbindung von Spontanhelfern bei Hochwasser und Flüchtlingshilfe sowie Systeme zur Lebensmittelsicherheit, die zum Beispiel zur Aufklärung der EHEC-Epidemie beigetragen haben, bis hin zu Lösungen für die Sicherheit von Großveranstaltungen.