Startschuss für das neue Internet-Institut

Wie wird der digitale Wandel Gesellschaft, Politik und Wirtschaft verändern? Antworten soll bald das Deutsche Internet-Institut liefern. Bundesforschungsministerin Johanna Wanka hat den Startschuss für den Aufbau des neuen Instituts gegeben.

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Wie können wir in einer Zeit von Big Data unsere persönlichen Daten schützen? Und wie können Bürger die schier unbegrenzten Möglichkeiten des Internets nutzen, um die Demokratie mitzugestalten? Mit diesen Fragen zur Digitalisierung soll sich bald das Deutsche Internet-Institut beschäftigen. Bundesforschungsministerin Johanna Wanka hat den Startschuss für die Errichtung des Deutschen Internet-Instituts gegeben.

Die deutsche Forschungslandschaft ist jetzt dazu aufgerufen, Projektskizzen einzureichen. Die Bekanntmachung des Wettbewerbs finden Sie nebenstehend.

„Das Deutsche Internet-Institut soll die Entwicklungen rund um die Digitalisierung erklären und analysieren. Ebenso gefragt sind aber auch Lösungsansätze, wie Deutschland die Chancen der Digitalisierung optimal nutzen kann“, sagte Johanna Wanka. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt zunächst in den kommenden fünf Jahren bis zu 50 Millionen Euro bereit. Nach einer Auswahl der besten eingereichten Projektskizzen wird das Deutsche Internet-Institut aufgebaut und kann seine Arbeit aufnehmen.

Das Internet-Institut als Impulsgeber

Weil die Digitalisierung ein hoch komplexer Prozess ist, der sowohl Zivilgesellschaft als auch Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft erfasst, können Forschungsfragen nur interdisziplinär bearbeitet werden: Am Internet-Institut sollen Forscherinnen und Forscher verschiedener Fachrichtungen insbesondere aus den Gesellschaftswissenschaften – Sozial- und Geisteswissenschaften, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften – und der Informatik gemeinsam forschen.

„Unser Ziel ist ehrgeizig, zumal sich das neue Institut messen lassen soll an renommierten internationalen Forschungseinrichtungen in den USA und Großbritannien“, kündigte Wanka an. Das neue Institut soll als Themenradar und Impulsgeber, als Vernetzungsstelle, Koordinator und Kommunikator, Berater und Unterstützer, Informations- und Anlaufstelle wirken. Ziel ist es, Synergien zwischen den bestehenden Akteuren zu verstärken und optimal zu nutzen.

Die Entscheidung für die Einrichtung des Internet-Instituts geht zurück auf den Koalitionsvertrag und die Digitale Agenda 2014-2017 der Bundesregierung. Dort heißt es: „Ein öffentlich finanziertes Forschungsinstitut wird in einem interdisziplinären Ansatz die ethischen, rechtlichen, wirtschaftlichen und partizipativen Aspekte von Internet und Digitalisierung erforschen. Dabei gilt es, die bestehenden Potenziale der deutschen Forschungslandschaft einzubinden und zu fokussieren.“