Startschuss für zwei neue Deutsche Zentren der Gesundheitsforschung

BMBF stärkt Forschung zu Psychischer Gesundheit sowie Kinder- und Jugendgesundheit / Karliczek: Erfolgsmodell wird ausgeweitet, um mehr Patienten zu helfen

dzg_standorte [Wiederhergestellt]
Die Landkarte zeigt die Standorte der Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung. Stand September 2018. © BMBF / Tabea-Johanna Cubelic

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek gibt den Startschuss für die Gründung zweier neuer Deutscher Zentren der Gesundheitsforschung (DZG): Ein Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit und ein Zentrum für Psychische Gesundheit. In beiden Gesundheitsbereichen besteht dringender Handlungsbedarf: Mindestens 15 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland leiden unter chronisch körperlichen oder psychischen Erkrankungen, beispielsweise Verhaltensstörungen, Allergien oder Diabetes. Im weiteren Lebensverlauf steigt die Zahl derjenigen, die mindestens einmal von einer psychischen Erkrankung wie Depression oder Angststörungen betroffen sind, auf etwa 40 Prozent.

„Mir ist wichtig, dass sowohl Kindern und Jugendlichen als auch Menschen mit psychischen Erkrankungen wirksamer geholfen wird.  Deshalb bauen wir die Forschung in diesen Bereichen aus und verbessern so die Prävention, Diagnose, Therapie und Versorgung“, so Bundesforschungsministerin Karliczek. „Dabei sollen die Forschungsergebnisse den Patientinnen und Patienten schnell zugutekommen. Mit den Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung haben wir ein Erfolgsmodell geschaffen: Wir bringen die besten Forscher zusammen, bieten ihnen hervorragende Arbeitsbedingungen und stellen dabei immer den Patienten in den Mittelpunkt – so gelangen die Ergebnisse schneller in die Krankenversorgung.“

Das vorhandene medizinische Wissen bezieht sich bislang noch zu oft auf den erwachsenen Menschen und kann nicht einfach auf Kinder und Jugendliche übertragen werden.  Therapien müssen besonders auf Heranwachsende ausgerichtet werden, indem ihre körperlichen und psychischen Voraussetzungen und ihre Entwicklung besser beachtet werden. Mit Kinder- und Jugendgesundheit befassen sich Expertinnen und Experten unterschiedlichster Fachrichtungen. Um zu wirksameren Ergebnissen zu gelangen, müssen diese gezielt zusammenarbeiten. Das Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit wird diese Fachbereiche und die dort tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler noch besser vernetzen. Eine Aufgabe des Zentrums wird es auch sein, Konzepte zu entwickeln, die junge Menschen stärker für eine gesunde Lebensweise motivieren und die ihr Lebensumfeld entsprechend gestalten.

Die Anzahl der Menschen, die aufgrund von psychischen Erkrankungen Hilfe suchen, steigt seit Jahren an. Für Betroffene und Angehörige sind diese Erkrankungen sehr belastend. Die derzeitige Behandlung beruht auf medikamentösen und nicht-medikamentösen Verfahren wie der Psychotherapie. Mit Hilfe der Wissenschaft sollen diese Behandlungsmöglichkeiten weiter verbessert werden. Außerdem gilt es, das noch lückenhafte Wissen zu den Krankheitsursachen und -mechanismen zu erweitern. Im Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit soll das vorhandene Wissen aus den unterschiedlichen Forschungsbereichen konsequent zusammengeführt und weiterentwickelt werden.

Die beiden neuen Zentren werden nach dem Modell der sechs bereits bestehenden Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung konzipiert. Diese Zentren bündeln deutschlandlandweit die Kräfte der Wissenschaft zu Volkskrankheiten wie z.B. Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes. Die zukünftigen Partner der neuen Zentren werden in einem wettbewerblichen, wissenschaftsgeleiteten Verfahren bestimmt. Dieses startet Anfang 2019.