Sterbebegleitung für Demenzkranke

Das BMBF fördert ein Projekt, in dem die speziellen Bedürfnisse von Demenzkranken in der Palliativversorgung erforscht werden. Von den Ergebnissen sollen auch die Familien der Erkrankten profitieren.

Ziel der Studie ist es, den Stand der Palliativversorgung von Menschen mit fortgeschrittener Demenz zu untersuchen (Symbolbild). © Thinkstock

Menschen mit Demenz haben besondere Anforderungen, im Alltag wie auch am Lebensende mit einer tödlichen Erkrankung. Aber wie genau muss eine gute Palliativversorgung, sprich Sterbebegleitung für die Erkrankten aussehen? Bisher wurde diese Frage nicht eindeutig beantwortet, Studien dazu gibt es kaum. Dabei ist der Handlungsdruck groß: In Deutschland sind derzeit ca. 1,6 Millionen Menschen an Demenz erkrankt, bis 2050 wird sich diese Zahl voraussichtlich auf rund 3 Millionen erhöhen. Deshalb fördert das Bundesforschungsministerium das Projekt „Forschung in der Palliativversorgung – Versorgungsforschung und klinische Studien“.

Ziel der Studie ist es, den Stand der Palliativversorgung von Menschen mit fortgeschrittener Demenz, die in der stationären Altenpflege oder zu Hause versorgt werden, zu untersuchen. Welche Probleme, Defizite und Herausforderungen gibt es? Wie kann auf sie eingegangen werden? Welche Konsequenzen ergeben sich aus Patientenverfügungen? Diese Fragen sollen am Ende des Projekts, das noch bis 2020 läuft, beantwortet werden.

Auch Unterschiede zwischen früh und spät beginnenden Demenzen werden untersucht. Aus den Ergebnissen formulieren die Forschenden später Empfehlungen für eine Verbesserung der Palliativversorgung. Die Ergebnisse des Projekts sollen sowohl für Erkrankte und deren Familien als auch für das Fachpublikum zugänglich gemacht werden. Schließlich werden die Forschenden die Versorgungsrichtlinien an die Ergebnisse der Studie anpassen und Menschen mit Demenz und deren Angehörige im Entscheidungsprozess unterstützen.