Studentische Initiativen für Geflüchtete ausgezeichnet

Das Bundesforschungsministerium und der Deutsche Akademische Austauschdienst haben Studierende aus Berlin, Dresden und Siegen für ihre herausragenden Initiativen für Geflüchtete mit dem „Welcome Preis“ geehrt.

Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, zeichnete heute die Gewinner des Welcome-Preises aus. © Stefan Zeitz

Sie beraten kostenlos Geflüchtete in Rechtsfragen, organisieren Sprachkurse oder helfen bei der Orientierung in der Hochschullandschaft: Für ihr Engagement bei der Integration von Geflüchteten haben das Bundesbildungsministerium und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) drei studentische Initiativen mit dem „Welcome Preis“ ausgezeichnet. Die Studierenden der Humboldt-Universität Berlin, der Technischen Universität Dresden und der Universität Siegen erhalten neben der Ehrung ein Preisgeld in Höhe von 10.000, 5.000 und 3.000 Euro.

Seit 2016 fördert der DAAD aus Mitteln des Bundesbildungsministeriums Studierendeninitiativen im Programm „Welcome – Studierende engagieren sich für Flüchtlinge“. Ziel ist es, Flüchtlingen, die sich für ein Studium an einer deutschen Hochschule interessieren, die Integration in die Hochschulwelt zu erleichtern und sie beim Einstieg in ein Studium zu unterstützen. In dem Programm werden seit 2016 rund 450 studentische Initiativen mit über 900 Studierenden gefördert. Von Sprachpartnerschaften bis hin zu Orientierungsseminare bieten die Studierenden Flüchtlingen eine Vielzahl an Hilfsangeboten. 48 Initiativen hatten sich für den Preis beworben. Die Gewinner sind:

Platz 1 – „Refugee Law Clinic“, Berlin

Die „Refugee Law Clinic“ (RLC) ist eine Initiative von Studierenden der Humboldt Universität Berlin. Sie beraten kostenlos Geflüchtete zu Themen des Asyl- und Aufenthaltsrechts. Dazu gehen sie direkt in Flüchtlingsunterkünfte oder laden zur offenen Sprechstunde an drei Berliner Standorten ein. Zudem bildet die Law Clinic Studierende und Interessierte zu ehrenamtlichen Rechtsberatern aus. Vorlesungen zum Asyl- und Aufenthaltsrecht, ein Praktikum sowie ein Praxisseminar sind Teil der Ausbildung. Auch im Ausland helfen die Berliner Studierenden: Bereits zwei Mal haben die ehrenamtlichen Helfer Geflüchtete auf der Insel Chios in Griechenland beraten. https://rlc-berlin.org/de

Platz 2 – „Initiative Deutschkurse für Asylsuchende“, Dresden

Studierende der Technischen Universität Dresden helfen in der „Initiative Deutschkurse für Asylsuchende“ (IDA) Geflüchteten bei der Orientierung an der Hochschule: Sie stellen Kontakte zwischen deutschen und geflüchteten Studierenden her und organisieren Sprachkurse. Die Geflüchteten können dabei auch selbst aktiv werden – indem sie zum Beispiel den deutschen Kommilitonen ihre Muttersprache Arabisch beibringen oder ihnen die Kultur ihrer Heimatländer näherbringen. Sie werden so selbst zu aktiven Lehrenden und tragen zum Kulturaustausch bei. https://initiative-deutschkurse.de/de/

Platz 3 – „Geflüchtete helfen Geflüchteten“, Siegen

An der Universität Siegen profitieren Geflüchtete von den Erfahrungen anderer Geflüchteter, die ihre eigene Integration bereits erfolgreich gemeistert haben und sich in einer fortgeschrittenen Phase ihres Studiums befinden. Die sogenannten Bildungsmentoren der Initiative „Geflüchtete helfen Geflüchteten“ der Universität Siegen sind damit authentische Ansprechpartner und Vorbilder. Sie geben Studienorientierung und Lernhilfe, beraten zu Finanzierungsmöglichkeiten und unterstützen bei der Integration. http://www.uni-siegen.de/starting/refugees/gefluechtete.html?lang=de