Studienabbrechern Perspektive geben

Doreen Heydenbluth-Peters von der Hochschule Wismar ist zuständig für das Projekt „ask for change“, das durch „Jobstarter plus“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Sie berät Studierende, die einen Wechsel wollen.  

Frau Heydenbluth-Petes, wie entsteht der Kontakt zu den Studierenden, die ihr Studium abbrechen wollen oder schon abgebrochen haben?

Zunächst unterscheiden wir zwei Gruppen von Studienabbrechern. Die einen merken sehr früh, in den ersten Semestern schon, dass ihnen das Studienfach nicht liegt. Aber es gibt auch Studierende, die bis zum Schluss studieren, eigentlich auch gute Leistungen haben und dann eine besonders schwierige Prüfung lange aufschieben und letztlich nicht bestehen. Dem wollen wir vorbeugen und haben deshalb ein Tutorenprogramm entwickelt. Change-Lotsen sollen die Studierenden vom ersten Tag an der Hochschule betreuen und zu wirklichen Begleitern werden. Wir sind der Meinung, dass sich Studierende, die gerade zweifeln, dann am ehesten einer Person anvertrauen, die sie schon länger kennen.

Was passiert, wenn die Studierenden dann also zu Ihnen kommen?

Wir müssen schauen, woran es liegt. Vielleicht ist es nicht die richtige Hochschule, nicht das richtige Fach – oder das Hochschulsystem ist generell nicht das richtige für eine Person. Manchmal kann aber auch ein Auslandssemester die Lösung sein. Der Wunsch, ein Studium abzubrechen, ist sehr individuell. Im Gespräch können wir darüber schon einiges erfahren.

Ihr Projekt läuft durch die Förderung des BMBF neu an. Wie sehen die nächsten Schritte aus?

Wir möchten uns gemeinsam mit unserem Partner RegioVision GmbH Schwerin in der Wirtschaft so vernetzen, dass wir jeden Studienabbrecher individuell und gut beraten können. Mit den Unternehmen im Umland möchten wir eng zusammenarbeiten, damit Studienabbrecher wieder eine Perspektive haben und sich wertgeschätzt fühlen. Das wäre ein großer Erfolg – für den Studienabbrecher genauso wie für uns.