Studiensituation in Deutschland hat sich verbessert

Neuer Studierendensurvey gibt Auskunft über Lehre, Lernen und Leben / Wanka: "Die Bund-Länder Maßnahmen im Hochschulbereich greifen."

Die Mehrheit aller Studierenden in Deutschland ist mit der Organisation ihres Studiengangs zufrieden. Wahlmöglichkeiten von Kursen und Modulen, die Erfüllbarkeit der zeitlichen Vorgaben und die Abstimmung der Lehrinhalte auf das Prüfungssystem werden überwiegend positiv wahrgenommen. Das ist eine Aussage des 13. Studierendensurvey, der am 18. Dezember veröffentlicht wurde.

"Der Hochschulpakt und der Qualitätspakt Lehre haben dazu beigetragen, die Studiensituation in Deutschland zu verbessern. Die Anstrengungen von Bund und Ländern haben Wirkung gezeigt. Hochschulen, Bund und Länder dürfen nicht nachlassen, gute Studienbedingungen zu gewährleisten", sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka.

Die Studentinnen und Studenten bewerten die Qualität der Lehre und des Lehrangebots mit großer Mehrheit positiv. So erleben die befragten Studierenden ihre Lehrenden überwiegend als gut vorbereitet und engagiert. Allerdings erhalten nur 16 Prozent aller Befragten häufig eine Rückmeldung zu ihren Prüfungsergebnissen.

Der Studierendensurvey belegt, dass sich die Organisation der Lehre verbessert hat. Lehrangebote überschneiden sich zeitlich seltener, wichtige Lehrveranstaltungen fallen seltener aus; die Anzahl der überfüllten Vorlesungen und Kurse ist rückläufig.

Die befragten Studierenden wenden im Schnitt wöchentlich 30,2 Stunden für ihr Fachstudium auf, das ist  deutlich weniger als  im Jahr 2010, da waren es noch 34,1 Stunden. Gleichwohl sehen sich insbesondere die Studierenden an Universitäten zunehmend hohen Leistungsanforderungen gegenüber. Die Durchschnittsnoten sind nach Angaben der Befragten allerdings deutlich besser geworden. So erzielen 36 Prozent sehr gute Noten (besser als 2,0). Im Jahr 2001 waren es nur 16 Prozent.

Weit überwiegend verbinden die Studentinnen und Studenten in Deutschland mit ihrer akademischen Ausbildung interessante Berufsaussichten und überwiegend auch ein gutes Einkommen. Mehr als 70 Prozent der Befragten gaben an, sehr gerne zu studieren.

Eine Besonderheit des Studierendensurveys ist die Untersuchung der politischen Orientierung und der demokratischen Einstellung unter Studentinnen und Studenten. Die aktuelle Befragung belegt einen deutlichen Anstieg des allgemeinen politischen Interesses. Das Interesse an studentischer Politik befindet sich hingegen auf einem Tiefpunkt. Auch wenn der Anteil der Studierenden, der sich aktiv an der studentischen Selbstverwaltung beteiligt, bei etwa 5 Prozent stabil bleibt, ist der Anteil derer, die sich dafür interessieren, erneut deutlich gesunken. So sind 61 Prozent der Befragten an studentischer Selbstverwaltung nicht interessiert.

Bereits seit Beginn der 1980er-Jahre fördert die Bundesregierung die Langzeitstudie "Studierendensurvey - Studiensituation und studentische Orientierungen". Etwa alle drei Jahre werden in diesem Rahmen Studentinnen und Studenten an Universitäten und Fachhochschulen zur Studiensituation befragt. Erstellt wird die Studie durch die Arbeitsgruppe Hochschulforschung der Universität Konstanz. Dabei handelt es sich neben der Sozialerhebung um die umfangreichste Dauerbeobachtung der Studiensituation in Deutschland.

Für den aktuellen 13. Studierendensurvey wurden im Wintersemester 2015/16 5.620 Studierende an 28 Hochschulen (16 Universitäten und 12 Fachhochschulen) befragt. Der Studierendensurvey hat ein breites Themenspektrum: Es reicht von Fragen der Fachwahl und Motivation bis zu Erwartungen an den Arbeitsmarkt, von den Studienanforderungen und eigenen Ansprüchen an das Lernen im Studium bis zum Zeitaufwand im Studium, von Promotionsvorhaben und Auslandserfahrungen bis zur Einschätzung des sozialen Klimas an den Hochschulen.