Südafrika

Südafrika ist für Deutschland ein besonders wichtiger Kooperationspartner in Subsahara-Afrika.

Zusammenarbeit mit Südafrika
Schulkinder beim Science Slam auf dem SciFest Africa 2014 © Deutsche Botschaft Südafrika

Seit 1996 besteht ein Abkommen zur Wissenschaftlich-Technologischen Zusammenarbeit (WTZ), auf dessen Basis sich die Kooperation in Wissenschaft und Technologie zwischen Südafrika und Deutschland sehr erfolgreich entwickelt hat. Das WTZ-Abkommen regelt das Einsetzen einer gemeinsamen Kommission (Joint Science and Technology Cooperation Committee), die alle zwei Jahre tagt und den Rahmen für die bilaterale Zusammenarbeit setzt. Die „Deutsch-Südafrikanische Binationale Kommission“ thematisiert unter anderem gemeinsame Forschungsvorhaben, Nutzung wissenschaftlich-technischer Einrichtungen, Informationsaustausch, gemeinsame Veranstaltungen sowie Austausch und Entsendung von Fachleuten.

Aktuell werden Projektvorschläge geprüft, die bei der parallel veröffentlichten Bekanntmachung zur Förderung der Wissenschaftlich-Technologischen Zusammenarbeit mit Südafrika (Südafrikanisch/deutsches Kooperationsforschungsprogramm 2020, SAG-CORE) mit dem Thema: „Globaler Wandel: Auf dem Weg zu nachhaltigen gesellschaftlichen Veränderungen und Transformationen – post COVID 19“ eingereicht wurden. Derzeit werden noch zwölf Vorhaben aus einer gemeinsamen WTZ-Bekanntmachung gefördert, die thematisch zur Bioökonomie und zum Ressourcenmanagement beitragen. Weiterhin fördert das BMBF Forschungsprojekte, vor allem in den Bereichen Umwelt, Klimawandel, Nachhaltigkeit und Gesundheit, in die zahlreiche Forschende und Institutionen aus Südafrika eingebunden sind. Ein herausragendes Ereignis in der gemeinsamen Kooperation war das gemeinsame Wissenschaftsjahr 2012/2013.

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Vertragsunterzeichnung im Rahmen einer Berufsbildungszusammenarbeit mit Suedafrika im November 2016. © Copyright: Thomas Imo/ photothek.net

Berufsbildung: Zusammenarbeit mit Südafrika stärken

Neben der Forschung ist die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern in der beruflichen Bildung seit 2013 durch eine Vereinbarung zwischen dem BMBF und dem Department of Higher Education and Training (DHET) geregelt. Diese wurde nun bereits zweimal, zunächst im November 2016 und zuletzt im Februar 2019, um weitere drei Jahre verlängert. Im Fokus stehen die (Weiter-)Qualifizierung des Bildungspersonals, die Beratung zum Aufbau des „South African Institute for Vocational and Continuing Education and Training“ (SAIVCET), die verstärkte Einbindung der Wirtschafts- und Sozialpartner und der Aufbau von Kapazitäten für Berufsbildungsforschung. 

In der Berufsbildungskooperation mit Südafrika bringt sich die Bundesregierung mit den Stärken und Zuständigkeiten von mehreren Bundesressorts ein: Neben dem BMBF arbeiten unter anderem das Auswärtige Amt (AA) mit der Auslandsvertretung in Südafrika, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in einem abgestimmten Absatz mit südafrikanischen Partnern in der beruflichen Bildung zusammen. Das zeigt: Südafrika ist ein Schwerpunktland der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit Deutschlands.

Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften

Die berufliche Ausbildung von Fachkräften ist ein globales Zukunftsthema. Zunehmend vernetzte, globalisierte und digitalisierte Arbeitsabläufe in Produktion, Wartung und Service erfordern gut ausgebildete Fachkräfte. Diese Entwicklung beobachten deutsche Unternehmen auch an ihren Auslandsstandorten. Daher dienen internationale Kooperationen in der Berufsbildung unmittelbar den wirtschaftlichen Interessen Deutschlands.

Berufliche Aus- und Weiterbildung ist dabei zu einem weltweit anerkannten Schlüsselfaktor für internationale und nationale Entwicklung geworden. Mit seinem internationalen Engagement in der Berufsbildungszusammenarbeit setzt sich das BMBF für einen gleichberechtigten Zugang zu beruflicher Aus- und Weiterbildung sowie für inklusive, hochwertige und arbeitsmarktorientierte Aus- und Weiterbildung ein. Ziel ist es, Südafrika nachhaltig und bedarfsgerecht dabei zu unterstützen, Elemente praxisorientierter bzw. dualer Berufsbildung in das nationale System wirksam einzupassen. Orientierung bieten dabei die fünf Kernelemente der deutschen Berufsbildung: die Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und Sozialpartnern, das Lernen im Arbeitsprozess, die Akzeptanz von Standards, qualifiziertes Berufsbildungspersonal und die institutionalisierte Forschung und Beratung. Durch die Stärkung dualer Elemente und Strukturen können sowohl die Qualität der Berufsausbildung als auch die Beteiligung der südafrikanischen Wirtschaft an der Berufsausbildung verbessert werden und so zur Fachkräftesicherung und Beschäftigungsförderung beitragen.

Zusammenarbeit „auf Augenhöhe“ zu mehr Praxis- und Arbeitsmarktorientierung

Das BMBF leistet mit seiner Expertise auf dem Gebiet dualer Aus- und Weiterbildung und den damit verbundenen Themen, wie z. B. Steuerung des Systems unter Beteiligung der Wirtschafts- und Sozialpartner, Berufsbildungspersonal, Standardisierung und Gleichwertigkeit von Bildungsabschlüssen, Berufsorientierung oder Übergänge in den Beruf sowie Erfahrungen mit aktuellen Entwicklungen wie etwa der Digitalisierung, einen wichtigen Beitrag zu einer mittel- bis langfristigen systemischen Weiterentwicklung der südafrikanischen Berufsbildung zu mehr Praxis- und Arbeitsmarktorientierung und unterstützt Südafrika bei der Implementierung. Eine gute, an den Bedarfen des Arbeitsmarktes ausgerichtete berufliche Ausbildung ist zudem das Fundament, auf dem sich die Lebenswege der jüngeren Generation entfalten. So ist eine solide Berufsbildung auch immer ein Beitrag zu sozialem Frieden und politischer Stabilität, zur Beschäftigungsfähigkeit Einzelner und zur Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften.

Das BMBF unterhält bereits seit 2013 eine enge Kooperationsbeziehung in der Berufsbildung zu Südafrika. Im Fokus der Kooperation stehen Beratungsaktivitäten zur (Weiter-)Qualifizierung des Bildungspersonals, die Beratung zum Aufbau des „South African Institute for Vocational and Continuing Education and Training“ (SAIVCET), die verstärkte Einbindung der Wirtschafts- und Sozialpartner und der Aufbau von Kapazitäten für Berufsbildungsforschung. Mit gezielten Pilotvorhaben zur Durchführung betrieblicher Ausbildungsgänge oder zur Ausbildung betrieblicher Ausbilder werden umsetzungsbasierte Reform- und Innovationsimpulse gesetzt. Die südafrikanische Regierung wird bestmöglich darin unterstützt, die bestehenden staatlichen Institutionen, Programme und Initiativen der Berufsbildung zu stärken und weiterzuentwickeln. Dies geschieht unter anderem durch kontinuierliche Beratung und Austausch zu Fachthemen. Mit der Initiative „iMOVE: Training – Made in Germany“ (iMOVE) unterstützt das BMBF darüber hinaus deutsche Bildungsdienstleister dabei, Zugang zum südafrikanischen Markt zu finden. Das BMBF-finanzierte Mobilitätsprogramm „Ausbildung weltweit“ der Nationalen Agentur im BIBB (NA BIBB) fördert komplementär Aufenthalte deutscher Auszubildender in Südafrika während der Ausbildung.“