Südkorea: Ein exzellenter Partner für die Zukunft

Mit kontinuierlich steigenden Investitionen in Forschung und Entwicklung hat Südkorea sich in den letzten Jahren im OECD-Vergleich an die Spitze der forschungsstarken Länder gesetzt - vor den USA, Deutschland und Japan.

Chancen für Deutschland

Die Attraktivität Südkoreas als Kooperationspartner für die deutsche Forschung ist enorm gestiegen - dadurch ist eine rege Zusammenarbeit zwischen deutschen und südkoreanischen Wissenschaftlern entstanden.

Flagge von Südkorea
Flagge von Südkorea © Thinkstock

Südkorea ist derzeit die vierzehntgrößte Wirtschaftsmacht der Welt und für Deutschland nach China und Japan der drittwichtigste Absatzmarkt in Asien. Das Land gehört in Technologiefeldern wie der digitalen Elektronik, Flüssigkristallanzeige (LCD) oder Mikrochips zu den Weltmarktführern.

Für deutsche Unternehmen bieten sich in Südkorea vielfältige Möglichkeiten. Eine Forschungskooperation kann vor allem in technologieintensiven Bereichen wie beispielsweise dem Automobil- und Schiffsbau, der Elektronik, der Medizintechnik, der Bio- und Umwelttechnologie, dem Anlagenbau oder der chemischen Industrie gewinnbringend sein und den Markteinstieg erleichtern.

Der Aufbau einer „kreativen Wirtschaft“ ist eines der Hauptziele der 2012 gewählten Regierung unter Präsidentin Park Geun-hye. Dies soll unter anderem durch die Förderung innovativer kleiner und mittlerer Unternehmen gelingen. Deutschland gilt hier als Vorbild. Bisher findet ein Großteil der südkoreanischen Forschung und Entwicklung noch überproportional häufig in den großen Industriekonglomeraten, sogenannten Chaebols wie beispielsweise Samsung oder LG, statt.

Einen großen Stellenwert nimmt in Südkorea die Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung ein. Die sehr gut ausgestattete Forschungsinfrastruktur und neue, speziell auf Ausländer zielende Förderprogramme sollen internationale Wissenschaftler und ausländische Investitionen anlocken. Auch der Ausbau der beruflichen Bildung ist ein erklärtes Ziel der südkoreanischen Regierung und wird mit Unterstützung des Bundesbildungsministeriums vorangetrieben.

Regelmäßiger Austausch auf Regierungsebene

Eine wichtige Grundlage für die bilaterale Zusammenarbeit ist das Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Südkorea über die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit aus dem Jahr 1986. Seit 2007 finden auf ministerieller Ebene regelmäßig gemeinsame Sitzungen zur Abstimmung der Kooperationsaktivitäten statt. Daran sind auf südkoreanischer Seite das Ministry of Science, ICT and Future Planning (MSIP) sowie das Ministry of Trade, Industry and Energy (MOTIE) beteiligt.

Eine Vielzahl an Programmen und Projekten

Die Intensität der Forschungsbeziehungen mit Südkorea hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Allein das Bundesforschungsministerium hat im Zeitraum von 2005 bis 2014 über 230 Projekte deutscher mit südkoreanischen Wissenschaftlern gefördert. Die Schwerpunkte der Zusammenarbeit lagen in den Bereichen Lebenswissenschaften, Informations- und Kommunikationstechnologie, Nanotechnologie, Materialforschung, physikalische und chemische Technologie, Umweltforschung sowie Meeres- und Polarforschung.

Ein erfolgreiches Instrument der Zusammenarbeit ist das seit 2007 bilateral geförderte Mobilitätsprogramm, wodurch jährlich circa zehn bis zwölf deutsch-südkoreanische Projekte gefördert werden. Um eine Verstetigung der Kooperationen zu erzielen, werden seit 2013 drei Hochschulprojekte zum nachhaltigen Aufbau gemeinsamer Forschungsstrukturen unterstützt. Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit zwischen dem Karlsruher Institut für Technologie und der Seoul National University. Mit dem Projekt „Urban voids“ wird eine neue Form der Stadterneuerung in den beiden sehr unterschiedlichen Städten Karlsruhe und Seoul erprobt, indem etwa die Aneignung und Umwidmung von städtischen Flächen und Grundstücken durch die Anwohner (beispielsweise mittels „Urban gardening“) erforscht und gefördert wird.

Ein Chemiker experimentiert im Labor und trägt dabei eine Schutzbrille.
Ein Chemiker experimentiert im Labor und trägt dabei eine Schutzbrille. © Thinkstock

Dass für Südkorea in Europa Deutschland eine herausgehobene Stellung innehat, zeigt sich u.a. darin, dass das Korean Institute of Science and Technology (KIST) mit der Niederlassung KIST-Europe seit 1996 in Saarbrücken ein eigenes Forschungsinstitut nach deutschem Recht betreibt.

Auch im europäischen Rahmen ist Südkorea ein sehr aktiver Forschungspartner. Im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm (2007–2013) haben sich südkoreanische Forschungseinrichtungen an insgesamt 54 Projekten beteiligt. Seit Oktober 2013 läuft das europäisch-südkoreanische Projekt KONNECT, das als forschungspolitisches Koordinationsprojekt die Stärkung der Zusammenarbeit auf den Gebieten Wissenschaft, Technologie und Innovation zum Ziel hat.

ADeKo - Das Alumninetzwerk Deutschland-Korea

Der im Mai 2008 gegründete Verband südkoreanischer Deutschland-Alumni ist mit 7.000 Mitgliedern ein Netzwerk von Südkoreanern, die in Deutschland studiert oder geforscht haben. Unter den Mitgliedern finden sich hochrangige Vertreter aus der südkoreanischen Politik und Wissenschaft, die mit großem Engagement die Stärkung der Beziehungen beider Länder auf wissenschaftlicher, wirtschaftlicher, politischer und kultureller Ebene vorantreiben. Der Aufbau von ADeKo wurde bis 2015 durch das Bundesforschungsministerium gefördert.