Supercomputer JUWELS: So schnell wie 60.000 moderne Rechner

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat Deutschlands schnellsten Rechner eingeweiht: Im Forschungszentrum Jülich hilft JUWELS Forschenden, komplexe Zusammenhänge zu erschließen – beispielsweise in der Klimaforschung oder der Neurowissenschaft.

Startschuss für JUWELS: Anja Karliczek und Armin Laschet weihen den Superrechner ein.

© BMBF / Hans-Joachim Rickel

Mit der Rechenleistung von JUWELS geht große Verantwortung einher: „Sie können Anwendungen erforschen, die für uns in ein bis zwei Dekaden vielleicht schon zum Alltag gehören werden“, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek bei der Einweihung.

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JUWELS besteht aus verschiedenen Modulen. Diese lassen sich je nach Rechenbedarf dynamisch und flexibel kombinieren – und jederzeit erweitern. © BMBF / Hans-Joachim Rickel

JUWELS ist ein echter Rechenkünstler: Er berechnet, wie sich Proteine entfalten, Faserbahnen im Gehirn verlaufen oder wie sich Wasserdampf in der Stratosphäre verhält – und das alles so schnell wie 60.000 moderne Computer. Damit ist JUWELS der schnellste Rechner Deutschlands. Im weltweiten Vergleich schafft er es auf Platz 23. Vorerst: Denn der Superrechner, der in Anwesenheit von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek im Forschungszentrum Jülich eingeweiht wurde, ist ein Meilenstein hin zu einer neuen Generation von hochflexiblen modularen Supercomputern. Das heißt: JUWELS besteht aus verschiedenen Modulen. Diese lassen sich je nach Rechenbedarf dynamisch und flexibel kombinieren – und jederzeit erweitern. So soll bereits im kommenden Jahr ein sogenanntes Booster-Modul die Rechenleistung von JUWELS vervielfältigen.

JUWELS blickt in die Zukunft

Die Hauptaufgabe von JUWELS wird es sein, komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge zu simulieren. Er kann beispielsweise Hirnatlanten erstellen, neuronale Netzwerke oder die Wirkung neuer Medikamente simulieren oder Aussagen zum Klimawandel überprüfen. Viele weitere Anwendungen stammen aus den Ingenieurswissenschaften, den Lebenswissenschaften, der Sicherheitsforschung sowie der Astronomie, Physik oder Chemie. „Höchstleistungsrechner wie JUWELS blicken in die Zukunft“, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek bei der Einweihung. Damit gehe eine große Verantwortung einher, die Spitzenforschung in den Dienst der Gesellschaft zu stellen. „Sie können Anwendungen erforschen, die für uns in ein bis zwei Dekaden vielleicht schon zum Alltag gehören werden“, so Karliczek. „Die Simulationen können uns helfen, Herausforderungen wie dem Klimawandel oder auch neurologischen Erkrankungen besser zu begegnen.“

Modulare Supercomputer: Zukunftsträchtige, bezahlbare und energieeffiziente Technologie

Durch die modulare Bauweise muss JUWELS nicht immer Spitzenleistung erbringen: Passgenau nutzt er die Ressourcen, die er für die jeweilige Aufgabe benötigt – und kann so auch Energie einsparen. „Das modulare Supercomputing ist für uns der Schlüssel zu einer zukunftsträchtigen, bezahlbaren und energieeffizienten Technologie“, sagt Thomas Lippert, Erfinder des anpassungsfähigen Designs und Direktor des Jülich Supercomputing Centres. Die neue Technologie ist daher bei europäischen Forschenden heißbegehrt: Für die nächsten Monate ist JUWELS komplett ausgebucht.

Bund und Land stärken Weltklasse-Forschungsinfrastruktur

Von Jülich aus wird JUWELS seine Rechenleistung in das Gauss Centre for Supercomputing (GCS) einbringen. Weitere Partner des GCS sind das High Performance Computing Center Stuttgart (HLRS) sowie das Leibniz Supercomputing Centre in München. Finanziert wird das GCS vom Bund und den jeweiligen Sitzländern. In diesem Rahmen wird das Bundesforschungsministerium weitere Ausbauphasen von JUWELS und seinen Betrieb mit insgesamt rund 73 Millionen Euro unterstützen. Das ist der gleiche Betrag, den auch Nordrhein-Westfalen für dieses Vorhaben zugesagt hat. Das zeigt: „Weltklasse-Forschungsinfrastruktur ist immer dann möglich, wenn Bund und Land so gut zusammenarbeiten wie hier“, sagte Bundesforschungsministerin Karliczek.