Tag der Deutschen Einheit in Dresden

In diesem Jahr fand das offizielle Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit in Dresden statt. Wir präsentierten Ihnen spannende Forschungsprojekte aus unserer Innovationsinitiative für die Neuen Länder – „Unternehmen Region“.

Die Zukunft des Bauens – Carbon statt Stahl

Mit dem Projekt "C³ – Carbon Concrete Composite" stellten wir Ihnen an unserem Stand eine nachhaltige Baurevolution vor: Beton, der nicht mehr mit Stahl, sondern Carbon verstärkt wird. Tausende Carbonfasern werden zu Gittern geformt und mit Beton bestrichen. So entstehen dünne Platten aus Carbonbeton, die sich leichter formen lassen und langlebiger sind als Stahlbeton – bei einem deutlich geringeren Verbrauch an Energie und Ressourcen.

Derzeit ist Stahlbeton noch das am häufigsten verwendete Material, obwohl seine Lebensdauer mit nur 40 bis 80 Jahren sehr kurz ist. Damit in den nächsten zehn Jahren mehr Neubauten von den nachhaltigeren Carbonfasern stabilisiert werden, fördert das Bundesforschungsministerium das Innovationsbündnis mit über 140 Partnern im Programm "Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation". Weil drei der beteiligten Wissenschaftler von der TU Dresden die Zukunft des Bauens fundamental verändern könnten, sind sie mit ihrem Projekt "C³ – Carbon Concrete Composite" für den Zukunftspreis des Bundespräsidenten nominiert.

Wie vielseitig Carbonbeton tatsächlich ist, davon konnten Sie sich selbst überzeugen: Sie konnten mit uns eine Partie am Betonkicker spielen und sich mit den Experten über das nachhaltige Bauen austauschen.

Schnell, schneller, Licht

Außerdem haben wir uns mit „Echtzeit“ beschäftigt. Warum das wichtig war? Stellen Sie sich einen Airbag im Auto vor. Er muss genau im Moment des Zusammenpralls aufgehen, um die Insassen zu schützen. Würde er nur Millisekunden später reagieren, wäre das schon zu spät. Ein anderes Beispiel: Das Navigationssystem im Handy oder im Auto. Würde dieses System zeitverzögert den Weg anzeigen, läge die Kreuzung, an der wir abbiegen müssen, schon längst hinter uns.

Für viele Geräte unseres alltäglichen Lebens ist die Echtzeitfähigkeit schon erreicht. Aber die Systeme in Autos oder auch in den Produktionsstraßen von Fabriken werden immer komplexer. Sie senden und empfangen viele unterschiedliche Signale gleichzeitig, die verarbeitet werden müssen – die Echtzeitfähigkeit wird da zu einer echten Herausforderung, der sich Dresdner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Informatik und Ingenieurswissenschaft mit "fast" widmen, eines von zehn Konsortien im Programm "Zwanzig20 - Partnerschaft für Innovation". Zusammen mit mehr als 50 Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft haben sie das Ziel: Systeme so zu konstruieren und zu vernetzen, dass sie Lichtgeschwindigkeit erreichen.

An unserem Stand konnten Sie entdecken, was es mit der Echtzeitproblematik auf sich hat: Sie spielten mit uns ein Online-Computerspiel und erlebten live, warum Zeitverzögerungen überhaupt ein so wichtiges Thema sind.

Wir danken Ihnen für Ihren Besuch und freuen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr!