Tag des Ehrenamts: Helfen ist Ehrensache

Am 5. Dezember ist der Internationale Tag des Ehrenamts. In Deutschland arbeiten mehr als 23 Millionen Menschen ehrenamtlich. Ihr Engagement soll mit diesem Tag gewürdigt werden.

Im Dienste der Gesellschaft: 23 Millionen Menschen sind in Deutschland ehrenamtlich aktiv. © Enrico Di Cino / Fotolia

Der Tag des Ehrenamtes ist ein Zeichen der Wertschätzung für das Engagement der vielen freiwilligen Helfern, die sich für die Gesellschaft einsetzen. In Deutschland engagieren sich mehr als 23 Millionen Menschen ehrenamtlich. Davon sind die meisten in Sportvereinen aktiv. Rund 1,7 Millionen Ehrenamtliche unterstützen in ihrer Freizeit die Arbeit der freiwilligen Feuerwehren, des Technischen Hilfswerks und der Hilfsorganisationen wie des Deutschen Roten Kreuzes, der Caritas oder des Malteser Hilfsdienst im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz.

Wissenschaftliche Erkenntnisse tragen dazu bei, das Ehrenamt auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. Deswegen fördert das Bundesforschungsministerium im Rahmenprogramm „Forschung für die zivile Sicherheit“ Projekte, in denen Hilfsorganisationen und Wissenschaftler gemeinsam nach Lösungen suchen das klassische Ehrenamt zu stärken und den spontanen Helferinnen und Helfern die Zusammenarbeit zu erleichtern. Krisen und Katastrophen können ohne das große Engagement der Bevölkerung nämlich nicht bewältigt werden.

Innovative Konzepte für das Ehrenamt

Initiiert vom Deutschen Roten Kreuz haben im vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt „Professionelle Integration von freiwilligen Helfern in Krisenmanagement und Katastrophenschutz“ erstmalig alle Hilfsorganisationen gemeinsam mit weiteren Akteuren aus dem Bevölkerungs- und Katastrophenschutz wie Feuerwehren, dem Technischen Hilfswerk und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Konzepte und Handlungsempfehlungen entwickelt, um das Ehrenamt zukunftsfähig aufzustellen und attraktiv zu gestalten. Dabei geht es zum Beispiel darum, sowohl junge Menschen zu motivieren, sich in Hilfsorganisationen einzubringen, als auch Gruppen, wie Senioren oder Zuwanderer, für eine Mithilfe zu begeistern.

Neue Medien für eine organisierte Selbsthilfe

Internet und Soziale Medien sind wie dafür geschaffen, schnell Informationen zu verbreiten und Menschen zu mobilisieren. Dies lässt sich am besten an den immer wieder auftretenden Flashmobs zu verschiedenen Themen beobachten. Diese medialen Strukturen können auch dafür genutzt werden, gemeinsame Hilfsaktivitäten zu koordinieren.

Ziel des Projektes „Kooperation mit freiwilligen Helfern in komplexen Schadenslagen“ ist es, die Selbsthilfefähigkeit der Bürgerinnen und Bürger besser zu strukturieren und zu nutzen. Bevölkerung, Vereine, Verbände und Unternehmen sollen mit ihren bereits bestehenden Organisationsstrukturen aktiv in das Krisenmanagement einbezogen werden. Um dies zu erreichen, werden IT-Strukturen geschaffen, die eine schnelle, sichere und gezielte Kooperation der ehrenamtlichen sowie der spontanen Helferinnen und Helfer untereinander und mit den im Katastrophenschutz tätigen Organisationen ermöglichen.

Hilfe schnell an den Ort des Geschehens bringen

Es vergeht immer eine gewisse Zeit nach dem Eintreten eines Schadensereignisses, bis die Hilfskräfte vor Ort sein können. Auch hier eröffnet die moderne Informationstechnik neue Möglichkeiten, Helferinnen und Helfer schnell und unkompliziert zu mobilisieren und an den richtigen Ort zu leiten. Dabei geht es im Projekt „Verbesserte Krisenbewältigung im urbanen Raum durch situationsbezogene Helferkonzepte und Warnsysteme“, das unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts für offenen Kommunikationssysteme durchgeführt wird, insbesondere um freiwillige Menschen, die für einen bestimmten Einsatzfall die geeigneten Fähigkeiten mitbringen.

Beispielsweise können sich medizinisch ausgebildete Bürgerinnen und Bürger oder auch Personen mit spezialisierten handwerklichen Fähigkeiten wie Hausmeister unter Angabe ihrer Kenntnisse über eine Smartphone-App freiwillig registrieren. Tritt nun ein Notfall ein, können diese Personen, sofern sie sich in der Umgebung aufhalten, über die App alarmiert werden. Liegt der Einsatzort in ihrer Nähe, leitet die App sie umgehend dorthin, so dass Hilfe schnell nach dem Eintreten der Katastrophe und im Idealfall noch vor dem Eintreffen der ersten professionellen Kräfte an den Ort des Geschehens gelangt.