Tagung der deutsch-mexikanischen Binationalen Kommission

Bericht von Georg Schütte über die Ergebnisse der 15. Tagung der Gemischten Kommission des Rahmenabkommens zwischen der Regierung Deutschlands und der Regierung der Vereinigten Mexikanischen Staaten über wissenschaftlich technologische Zusammenarbeit 

Dr. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung
Dr. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung © Laurence Chaperon

Sehr geehrter Herr Minister Kuribrena,
sehr geehrter Herr Bundesaußenminister,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

bevor ich über wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit berichte, möchte ich meine Freude über die gerade erfolgte Unterzeichnung der Absichtserklärung zur Berufsbildungskooperation zum Ausdruck bringen.

Hervorzuheben ist dabei die Unterzeichnung von gleich zwei Ressorts sowohl auf deutscher wie auch auf mexikanischer Seite. Dies unterstreicht das beidseitige Interesse an der Zusammenarbeit im Bereich der beruflichen Bildung. Wir bauen dabei auf bereits gemeinsame erreichte Ergebnisse auf – mit großem Respekt möchte ich dabei die beachtlichen Anstrengungen und bisher geleisteten Reformen der mexikanischen Regierung zur Einführung des mexikanischen Modells der dualen Ausbildung (MMFD) hervorheben. Wir freuen uns, dass mit der konstituierenden Sitzung der Arbeitsgruppe zur Berufsbildungskooperation heute Nachmittag im Bundesministerium für Bildung und Forschung in Berlin die Zusammenarbeit fortgesetzt wird.

Grundlage für die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit ist das bereits 1974 abgeschlossene Rahmenabkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Vereinigten Mexikanischen Staaten.

Die gestrige 15. Tagung der Gemischten Kommission im BMBF hat erneut bestätigt, dass die Zusammenarbeit zwischen mexika­nischen und deutschen Wissenschaftlern und Forschern intensiv und erfolgreich ist.

Einige Zahlen:

  • Zwischen deutschen und mexikanischen Hochschulen gibt es 332 Partnerschaften. Die Tendenz ist steigend.
  • Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat bislang insgesamt 121 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Mexiko durch For­schungsstipendien gefördert. Bisher wurden sechs Forschungs­preise an Wissenschaftler aus Mexiko verliehen.
  • 2014 ermöglichte der DAAD 577 deutschen Stipendiaten – vom Studierenden bis zum Hochschullehrer – einen Aufenthalt in Me­xiko. Außerdem konnten 1.126 Mexikaner in Deutschland studie­ren, lehren und forschen. Über 2000 mexikanische Studierende sind an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Die gleiche Zahl deutscher Studierender ist in Mexiko immatrikuliert.

Das BMBF möchte die Hochschulkooperation weiter stärken. Wir för­dern daher seit kurzem die Zusammenarbeit zwischen dem Deut­schen Hochschulkonsortium für Internationale Kooperation – ein Zusammenschluss von 26 Fachhochschulen -  und der Tec de Monterey. Vorgesehen sind Doppelabschlüsse zunächst in den Studiengängen Mechat­ronik und Wirtschaftsingenieurwesen.

Alle großen deutschen Forschungsorganisationen sind in der Zu­sammenarbeit mit Mexiko aktiv:

  • Bei der Max-Planck-Gesellschaft nehmen mexikanische Wissen­schaftler zusammen mit ihren brasilianischen Kollegen die Spit­zenposition aus Lateinamerika ein. Die MPG ist auch gerne bereit, ihre projektbezogene Zusammenarbeit auszuweiten. Während des Deutschlandjahres in Mexiko wird die MPG zudem den Science Tunnel präsentieren. Sie wird dabei an die erfolgreiche Prä­sentation im Jahr 2010/2011 anknüpfen, als über 250.000 Besu­cher den Tunnel besichtigt haben.
  • Die Institute der Fraunhofer-Gesellschaft pflegen einen regen Austausch mit Partnerinstituten in Mexiko.

Gleiches gilt für die Leibniz- und die Helmholtz-Gemeinschaft. Ein Beispiel:  Im vergangenen Jahr hat das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt den Betrieb der Satellitenempfangs­station Chetumal in Yucatan an die mexi­kanische Raumfahrtbehörde übergeben. Mit den empfange­nen Satellitendaten entstehen vielfältige Anwendungsprojekte in den Bereichen Umweltschutz und Katastrophenmanagement mit Partnern in Mexiko sowie in Nachbarstaaten der Region. Das DLR unterstützt als starker internationaler Partner Mexiko beim Aufbau eigener Raumforschungskapazitäten.

Auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert die Zusammenarbeitet mit Mexiko. Sie hat dort das erste Internationale Graduiertenkolleg in Lateinamerika eingerichtet. 2014 ist die zweite Förderphase genehmigt worden.

Gemeinsam mit den Kollegen von CONACYT haben wir gestern vereinbart, dass wir die Zusammenarbeit weiter stärken wollen. Geplant ist die baldige Veröffentlichung einer gemeinsamen För­derbekanntmachung von BMBF und CONACYT auf den Gebieten Gesundheit und Bioökonomie.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.