Technik zum Menschen bringen

Moderne Technologien müssen den Bedürfnissen des Menschen angepasst werden – das gilt für junge und alte Menschen gleichermaßen. Das Bundesforschungsministerium fördert darum das Forschungsprogramm „Technik zum Menschen bringen“.

Technik für ein selbstbestimmtes Leben: Seniorin mit Tablet © Gpoint Studio

Das Forschungsprogramm „Technik zum Menschen bringen“ steht für die Weiterentwicklung des Förderschwerpunkts "Mensch-Technik-Interaktion" (MTI) und umfasst die Themen „Intelligente Mobilität“, „Digitale Gesellschaft“ und „Gesundes Leben“. Für das Zusammenspiel von Mensch und Technik spielen Informations- und Kommunikationstechnologien, Elektronik, Robotik und Bionik eine wichtige Rolle. Hier entstehen innovative Lösungen, die Menschen in immer mehr Lebensbereichen unterstützen.

Intelligente Mobilität

So nutzen wir im Alltag oft verschiedene Verkehrsmittel. Wir fahren mit dem Auto zum Park & Ride, steigen dort in die U-Bahn und nehmen für das letzte Stück den Bus. Damit das reibungslos funktioniert, helfen uns technische Systeme, die Infrastruktur, Fahrzeuge und Menschen miteinander vernetzen. So gelangen wir sicher, ressourceneffizient und komfortabel ans Ziel und bleiben auch im Alter länger mobil.

Das gilt auch für das „mitdenkende“ Auto: Warn- oder Assistenzsysteme, die bei der Temporegelung, beim Spurhalten oder beim Einparken helfen, verringern deutlich das Unfallrisiko. Die Vision vom gänzlich automatisierten Fahren ist in greifbare Nähe gerückt. Und dabei geht es inzwischen längst nicht mehr nur um die technische Machbarkeit: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen auch an den sogenannten Wohlfühlfaktoren. Welchen Fahrstil empfinden Menschen in automatisierten Fahrzeugen beispielsweise als angenehm? Nur wenn wir innovative Technik als vertrauensvoll und sicher empfinden, werden wir sie langfristig akzeptieren.

Digitale Gesellschaft

Um das Zusammenspiel von Mensch und Technik geht es auch bei der Digitalisierung unseres Alltags. So sorgen Smart Homes für sicheres und komfortables Wohnen: Türen und Fenster werden automatisch verriegelt, wenn niemand mehr im Haus ist. Oder die Waschmaschine startet automatisch, wenn die Strompreise am günstigsten sind. Intelligente Roboter assistieren im Haushalt oder unterstützen Menschen bei schwerer körperlicher Arbeit.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Vernetzung von Gegenständen. Hohe Speicher- und Rechenkapazitäten auf kleinem Raum und moderne Funktechnologien bieten die Grundlage für schnelle, dezentrale und vernetzte Kommunikation. Ein Fahrzeug beispielsweise könnte durch Kommunikation mit Smartphone, Smart Home oder webbasiertem Assistenzsystem bereits beim Einsteigen des Fahrers ergonomische Einstellungen für Spiegel und Sitze, wahrscheinlichste Ziele und Musikpräferenzen kennen. Das smarte Haus könnte durch Rückmeldungen aus dem Fahrzeug oder der vernetzten Arbeitsumgebung Temperaturvorlieben oder Mobilitätseinschränkungen von Gästen kennen.

Gesundes Leben

Auch bei der Behandlung und Pflege von Patienten birgt die Mensch-Technik-Interaktion große Potentiale. Die Herausforderung liegt hier in Technologien, die transparent funktionieren und den Menschen bedarfsgerecht und individuell unterstützen. Das reicht von aktiven Implantaten über intelligente Prothesen bis zu kleinen Messgeräten am Handgelenk, die beispielsweise den Blutzuckerwert überwachen. In der häuslichen Pflege sorgen technische Systeme dafür, dass Pflegebedürftige, Angehörige, Pflegepersonal und Ärzte unkompliziert miteinander kommunizieren können und immer über den aktuellen Stand informiert sind.

Technik als Begleiterin des Menschen

Intelligente Technologien machen den Alltag in vielerlei Hinsicht einfacher – akzeptiert werden sie aber nur, wenn sie auch sicher, bedienbar und beherrschbar ist. Darum ist es wichtig auch ethische, soziale und rechtliche Fragestellungen zu berücksichtigen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert darum besonders Vorhaben, in denen Technik in einem interdisziplinären Team entwickelt wird, und die den Ansätzen der Integrierten Forschung folgen. Denn im Zeitalter interaktiver Technologien reagiert Technik nicht mehr nur auf Impulse durch den Menschen, sondern agiert zunehmend eigenständig. An die Stelle einer starren und mechanischen Funktion tritt nun eine natürliche und den menschlichen Sinnen entsprechende Interaktion zwischen Mensch und Technik.