Treibstoff aus Ökostrom und CO2

Verfahren mit ueber 70% Wirkungsgrad startet in weltweit erster Anlage / Wanka: „Ein großer Schritt in Richtung Unabhaengigkeit von fossilen Kraftstoffen“

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka weiht heute die weltweit erste Demonstrationsanlage ein, mit der aus Wasser und CO2 unter Einsatz von Oekostrom Treibstoffe wie Benzin, Diesel oder Kerosin synthetisch erzeugt werden koennen. Mit diesem  Power-to-Liquid (PtL) –Verfahren, das die Firma sunfire aus Dresden entwickelt hat, wird durch chemische Prozesse der „Abfallstoff“ Kohlendioxid (CO2)  so veraendert, dass er wieder als Rohstoff fuer die chemische Industrie verwendet werden kann. Das gleichnamige Verbundprojekt SUNFIRE wird vom Bundesministerium fuer Bildung und Forschung (BMBF) mit 6,4 Mio. € gefoerdert. Die Industrie steuert weitere 4,0 Mio. € bei.

 „Das sunfire-Verfahren senkt den CO2-Ausstoß und macht uns unabhaengiger vom Erdoel. So schuetzen wir das Klima, schonen Ressourcen und foerdern zugleich eine Technologie, die wirtschaftliches Wachstum verspricht. Der große Vorteil von Power-to-Liquid Treibstoffen ist zudem, dass die gesamte bestehende Infrastruktur, wie Tankstellen, Leitungen und Motoren unveraendert genutzt werden kann. Damit ermoeglichen wir eine nachhaltige Mobilitaet mit Erneuerbaren Energien“, so Wanka zur Einweihung der Anlage.

Im Mittelpunkt der Power-to-Liquid-Technologie steht die von sunfire entwickelte Hochtemperatur-Elektrolyse von Wasserdampf. Sie sorgt im ersten Schritt des PtL-Verfahrens fuer die Umwandlung der elektrischen in chemische Energie und nutzt Wasserdampf zur Erzeugung des Wasserstoffs. Die Energie zur Erzeugung des Wasserdampfes kommt aus der Abwaerme eines spaeteren Verfahrensschrittes.  Dieser Waermekreislauf ermoeglicht den hohen Gesamtwirkungsgrad von ueber  70 Prozent.

Ein weiterer Vorteil ist, dass eine solche Anlage auch als Brennstoffzelle zur Erzeugung von Strom und Waerme genutzt werden kann. Bei einem Ueberschuss von Oekostrom wird dieser in chemischer Energie gespeichert und weitergenutzt, bei erhoehtem Strombedarf kann elektrische aus der gespeicherten chemischen Energie erzeugt werden. Die Technologie wirkt somit als Puffer in der Produktion und Nutzung von Erneuerbaren Energien und spielt so auch eine wichtige Rolle bei der Energiewende. Diese Flexibilitaet macht die neue Technologie fuer Investoren und Industriekunden attraktiv.

SUNFIRE wird innerhalb des BMBF Programms „Chemische Prozesse und stoffliche Nutzung von CO2“ gefoerdert und ist eine Maßnahme der neuen Hightech-Strategie.

Die neue Hightech-Strategie macht aus Ideen Innovationen und knuepft Verbindungen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft. So schafft sie Zukunftschancen und die Arbeitsplaetze von morgen.

Allgemeine Informationen zum Verfahren sowie weitere Hinweise finden Sie unter:
www.sunfire.de/kreislauf/power-to-liquids

Eine 3D-Animation des Prozesses finden Sie unter:
www.sunfire.de/kreislauf/power-to-liquids/video