„Tschüss Klischees, hallo Talente!“

Staatssekretär Christian Luft diskutierte bei der 3. Fachtagung der Initiative Klischeefrei mit jungen Erwachsenen über die Chancen und Hürden auf dem Weg zu einer Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees.

Staatssekretär Christian Luft
Staatssekretär Christian Luft während der Tagung © BMAS / Phil Dera

Die Online-Konferenz der vom BMBF geförderten Initiative Klischeefrei bot allen an der Berufsorientierung junger Menschen Beteiligten die Möglichkeit, sich zum Thema Abbau von tradierten Geschlechterstereotypen bei der Berufswahl auszutauschen sowie das methodische und praktische Know-How zu erweitern. Unter dem Motto „Tschüss Klischees, hallo Talente!“ beleuchtete die diesjährige Fachtagung die Lebenswelten junger Menschen. Dafür stellten sich Staatssekretär des Bildungsministeriums Christian Luft, Schirmherrin der Initiative Elke Büdenbender, Bundesminister Hubertus Heil, Bundesministerin Franziska Giffey und Leiter der Servicestelle der Initiative Klischeefrei Miguel Diaz in einer Fishbowl-Diskussion den Fragen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Staatssekretär Luft betonte in der Diskussion die Notwendigkeit einer frühzeitigen und systematischen Berufsorientierung junger Menschen: „Das Innovationsland Deutschland ist auf die vielen guten Ideen der Menschen in unserem Land angewiesen. Nur wenn junge Menschen, Frauen wie Männer, ihr kreatives Potential voll ausschöpfen können, werden wir unseren Wohlstand langfristig erhalten. Deshalb ist es wichtig, dass jede junge Frau und jeder junge Mann frühzeitig die eigenen Stärken erkennt und erste praktische Erfahrungen sammelt, um später die individuell richtige Entscheidung bei der Berufs- und Studienwahl treffen zu können. Vielleicht sogar für einen Job, an den er oder sie bis vor Kurzem noch gar nicht gedacht hatte. Dafür müssen wir alle, die an der Berufsorientierung beteiligt sind, junge Menschen bei der Entwicklung ihrer Berufswahlkompetenz intensiv unterstützen und dazu beitragen, Geschlechterklischees zu überwinden. Wir müssen uns weiter dafür einsetzen, fest verankerte Denkweisen und tradierte Geschlechterstereotypen nachhaltig zu verändern.“

In der anschließenden Keynote beleuchtete Prof. Dr. Heidrun Stöger der Universität Regensburg die mediale Darstellung von Frauen und Männern von. Dann waren wieder die jungen Menschen am Zug: Beim nächsten Programmpunkt „Mein Beruf – genau mein Ding!“ stellten die angehende Elektronikerin für Betriebstechnik Sarah Rienaß und Hebamme Tobias Richter sich und ihren Ausbildungsweg vor. Anschließend inspirierte Lars Ruppel mit einem Poetry Slam zu klischeefreier Berufswahl die Teilnehmenden. Den Abschluss bildeten am Nachmittag fünf Foren zu Themen wie Rollenbildern in der Kindheit, der Frage nach den Ursachen einer ungleichen Verteilung von Sorge-Arbeit und, welche Rolle Geschlecht bei der Bewertung der Ausbildungsqualität spielt.

Die Dokumentation der Fachtagung und die Ergebnisse aus den Foren sind in Kürze auf der Webseite der Initiative Klischeefrei zu finden.

Die Initiative Klischeefrei

Die vom BMBF und BMFSFJ geförderte Initiative Klischeefrei ist ein Bündnis aus Bildung, Politik, Wirtschaft und Forschung. Sie setzt sich für eine Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees ein. Ziel der Initiative ist, jungen Menschen eine an individuellen Stärken und Interessen orientierte Berufs- und Studienwahl zu ermöglichen und dies durch konkrete Maßnahmen aktiv zu unterstützen. Durch die Bündelung von Informationen, die Vernetzung von Aktiven und Interessengruppen sowie das Herausstellen relevanter Maßnahmen zur Erweiterung des Berufs- und Studienwahlspektrums junger Menschen soll Schritt für Schritt die geschlechtliche Konnotation der Berufe abgebaut werden. Der Initiative haben sich bereits über 300 Partnerorganisationen angeschlossen und unterstützen diese, darunter zahlreiche Bundesressorts, Länder, Sozialpartner, Bildungseinrichtungen und Unternehmen. Alle Informationen zum Mitmachen sind unter www.klischee-frei.de zu finden. Die Partnerschaft ist kostenfrei.