Die Türkei

Die Zusammenarbeit mit der Türkei in Bildung und Forschung hat eine lange Tradition. Aus dem deutsch-türkischen Wissenschaftsjahr 2014 sind vielfältige neue Kooperationen entstanden, unter anderem die Deutsch-Türkische Universität.

Flagge Deutschland und Türkei
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Aufgrund ihrer geographischen Lage am Bosporus ist die Türkei Brücke und wichtiges Bindeglied zum Nahen Osten und nach Asien. Nicht zuletzt durch die etwa drei Millionen in Deutschland lebenden Menschen mit türkischem Migrationshintergrund verbindet Deutschland und die Türkei eine besondere Beziehung. Es bestehen vielfältige Kooperationslandschaften in Kultur, Bildung und Forschung.

Förderprogramme

Auf deutscher Seite fördern insbesondere das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und zahlreiche Stiftungen die Zusammenarbeit zwischen deutschen und türkischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

Gemeinsam Lernen und Forschen

Das BMBF fördert gemeinsam mit der Türkischen Anstalt für Wissenschaftliche und Technologische Forschung (TÜBİTAK) deutsch-türkische Forschungsprojekte entlang der nationalen Strategie zur Internationalisierung von Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Im Rahmen der Richtlinien zur Förderung der Wissenschaftlich-Technologischen Zusammenarbeit (WTZ) werden der Aufbau und die Vertiefung der bilateralen Wissenschaftskooperation zwischen deutschen und türkischen Einrichtungen durch die Unterstützung des wissenschaftlichen Austausches und der Vorbereitung gemeinsamer Projektanträge gefördert.

Mit dem IntenC-Programm (Intensified Cooperation) wurden bilaterale Forschungsprojekte unterstützt, die zur nachhaltigen Verbesserung der Beziehungen in Forschung und Entwicklung zwischen den Partnern und insbesondere der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses führten.

Die Intensivierung der Kooperation zwischen deutschen und türkischen Akteuren der Wissenschaft und der Wirtschaft wurde im Rahmen der 2+2-Förderung unterstützt. Die ausgewählten Projekte lagen in den Bereichen Forschung und Entwicklung mit Beteiligung von mindestens einer deutschen und einer türkischen Forschungseinrichtung oder Universität sowie einem deutschen und einem türkischen Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft.

Die Türkisch-Deutsche Universität (TDU)

Im Rahmen des Deutsch-Türkischen Jahres der Forschung, Bildung und Innovation 2014, bei dessen Auftaktveranstaltung eine gemeinsame Erklärung zur Intensivierung der Zusammenarbeit in Forschung und Innovation unterzeichnet wurde, wurde die Türkisch-Deutsche Universität (TDU) in Istanbul offiziell eröffnet.

Zum Wintersemester 2013/14 hatten dort bereits die ersten 120 Studierenden in drei Bachelor- und drei Masterprogrammen ihr Studium begonnen. Die Universität umfasst fünf Fakultäten: Rechts- und Naturwissenschaften, Wirtschafts-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie Ingenieurwissenschaften. Derzeit sind knapp 2500 Studierende an der TDU eingeschrieben, wovon sich ca. 1100 in der einjährigen Sprachvorbereitung am Fremdsprachenzentrum befinden. Ein neuer Campus in Istanbul wurde im Januar 2020 durch den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan und durch Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet.

Im Jahr 2012 wurde das deutsch-türkische Forschungszentrum für Informations- und Kommunikationstechnologien (German-Turkish Advanced ICT Research Center, GT-ARC) mit Standorten in Berlin und Istanbul gegründet. Dieses Zentrum wird von der deutschen und türkischen Wirtschaft unterstützt und fügt sich in die Hightech-Strategie der Bundesregierung ein.