Die Türkei

Die Zusammenarbeit mit der Türkei in Bildung und Forschung hat eine lange Tradition. Aus dem deutsch-türkischen Wissenschaftsjahr 2014 sind vielfältige neue Kooperationen entstanden, unter anderem die Deutsch-Türkische Universität.

Bei der Auftaktveranstaltung des gemeinsamen Jahres der Forschung, Bildung und Innovation 2014 unterzeichneten Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und ihr früherer türkische Amtskollege Fikri Isik eine gemeinsame Erklärung zur Intensivierung der Zusammenarbeit in Forschung und Innovation. Gleichzeitig haben die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Wissenschaftlich-Technologische Forschungsrat der Türkei (TÜBITAK) ihre Vereinbarungen erneuert und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und der türkische Hochschulrat (YÖK) eine Kooperationsvereinbarung zur Zusammenarbeit von deutschen und türkischen Hochschulen geschlossen.

Förderprogramme

Auf deutscher Seite haben insbesondere das Bundesforschungsministerium, der DAAD, die DFG, aber auch zahlreiche Stiftungen wie unter anderem die Alexander von Humboldt-Stiftung, die Mercator-Stiftung und die Herz-Stiftung Förderprogramme zur Zusammenarbeit mit der Türkei aufgelegt.

Gemeinsames Wissenschaftsjahr

Das gemeinsame Wissenschaftsjahr 2014 hat Schwerpunkte der Forschungszusammenarbeit hervorgehoben. Im gemeinsamen Ideenwettbewerb wurden über 100 Projekte aus den folgenden Schwerpunktbereichen gefördert:

  1. Schlüsseltechnologien wie IKT, Produktionstechnologien, Nanotechnologie, Chemische und Physikalische Technologien, Mobilität, Transport, Logistik;
  2. Globaler Wandel, darunter Gesundheitsforschung samt Biotechnologie, Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Nahrung und Landwirtschaft, Umwelttechnologien, Klimawandel, Klimaschutz und Wasser sowie
  3. Geistes- und Sozialwissenschaften für gesellschaftliche Herausforderungen unter besonderer Berücksichtigung von Demografie, Brain Circulation, Diversität und Migration.

Zahlreiche neue Kooperationen wurden hierdurch geschaffen.

Gewachsene Beziehungen

Die Türkei ist aufgrund ihrer geographischen Lage am Bosporus zugleich Brücke und wichtiges Bindeglied zum Nahen Osten und nach Asien.

Durch die etwa drei Millionen in Deutschland lebenden Menschen mit türkischem Migrationshintergrund verbindet Deutschland und die Türkei eine besondere Beziehung. Es bestehen vielfältige Kooperationslandschaften in Kultur, Bildung und Forschung.

Gemeinsam Lernen und Forschen

In der Hochschulzusammenarbeit verdeutlichen über 1.000 bestehende Partnerschaften die gefestigten Beziehungen beider Länder.

Das Bundesbildungsministerium fördert zudem gemeinsam mit seinem türkischen Partnerministerium deutsch-türkische Forschungsprojekte entlang der nationalen Strategie zur Internationalisierung von Bildung, Wissenschaft und Forschung. Mit dem IntenC-Programm (Intensified Cooperation) werden bilaterale Forschungs- und Ausbildungsprojekte gefördert, die zur nachhaltigen Verbesserung der FuE-Beziehungen zwischen den Partnern und insbesondere der Förderung von Nachwuchswissenschaftlern führen. Eine neue Ausschreibung ist geplant.

Bei dem Innovationsprogramm "2+2" spielt vor allem die Zusammenarbeit zwischen Forschung auf der einen und Unternehmen auf der anderen Seite eine besondere Rolle. Hier geht es darum, mindestens eine deutsche und eine türkische Universität oder Forschungseinrichtung sowie einen deutschen und einen türkischen Industriepartner zusammenzubringen.

Die Türkisch-Deutsche Universität

Höhepunkt der bilateralen Zusammenarbeit bildete unter anderem die Eröffnung der Türkisch-Deutschen Universität [TDU] 2014 in Istanbul. Zum Wintersemester 2013/14 haben dort die ersten 120 Studierenden in drei Bachelor- und drei Masterprogrammen ihr Studium begonnen. Die Universität ist als Leuchtturmprojekt der deutsch-türkischen Hochschulkooperation konzipiert. Sie umfasst fünf Fakultäten: Rechts- und Naturwissenschaften, Wirtschafts-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie Ingenieurwissenschaften.

Zudem wurde das deutsch-türkische Forschungszentrum für Informations- und Kommunikationstechnologien (German-Turkish Advanced ICT Research Center, GT-ARC) mit Standorten in Berlin und Istanbul eingerichtet. Dieses Zentrum wird von der deutschen und türkischen Wirtschaft unterstützt und fügt sich in die Hightech-Strategie der Bundesregierung ein.