Türkisch-Deutsche Universität in Istanbul feierlich eröffnet

Ein Höhepunkt des gemeinsamen Wissenschaftsjahres / Wanka: „Junge Menschen mit interkulturellen Kompetenzen sind gefragt“

 

Im Deutsch-Türkischen Jahr der Forschung, Bildung und Innovation 2014  wird ein Höhepunkt gefeiert: Bundespräsident Joachim Gauck und der türkische Staatspräsident Abdullah Gül eröffnen heute die Türkisch-Deutsche Universität (TDU) in Istanbul. Die TDU ist im Herbst 2013 mit drei Bachelor- und zwei Masterstudiengängen an den Start gegangen. Sie ist eine türkische staatliche Universität. Mittelfristig soll es 5.000 Studierende in fünf Fakultäten geben (Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Rechtswissenschaften, Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaften, Kultur- und Sozialwissenschaften).

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka, die während ihrer Türkeireise anlässlich des Wissenschaftsjahres an der feierlichen Eröffnung der Türkisch-Deutschen Universität teilnimmt, sagte: „Die Türkisch-Deutsche Universität soll als Plattform für Austausch und Kooperation in Lehre und Forschung dienen. Wir brauchen gut ausgebildete junge Menschen, die sich in beiden Ländern gleichsam heimisch fühlen. Junge Menschen mit interkulturellen Kompetenzen sind in Wissenschaft und Wirtschaft sehr gefragt“. Zugleich gab Wanka bekannt, dass das BMBF für zwei Jahre mit jeweils einer Million Euro einen Wissenschaftsfonds finanziert, mit dem besonders qualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für die TDU gewonnen werden sollen.

Die TDU wird auf deutscher Seite aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Finanziert werden Beiträge zum akademischen Betrieb, zur Lehre und zur Vermittlung der deutschen Sprache, insbesondere über das Fremdsprachenzentrum. Auf deutscher Seite wird die akademische Verantwortung durch ein Konsortium aus 30 deutschen Hochschulen unter der Präsidentschaft von Bundestagspräsidentin a.D. Rita Süssmuth getragen. Die Geschäfte des Konsortiums führt der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD).

Die deutschen und türkischen Hochschullehrer unterrichten in deutscher und türkischer Sprache, wo notwendig auch in Englisch. Für die türkischen Studierenden werden Sprachkurse und Sommerschulen in Deutschland angeboten.

Vor der Eröffnung der Türkisch-Deutschen Universität hat Bundesministerin Wanka gemeinsam mit Bundespräsident Gauck die Technische Universität des Nahen Ostens (METU) in Ankara besucht. Die METU eine der größten und renommiertesten Universitäten der Türkei. Sie ist offizieller Partner des Deutsch-Türkischen Jahres der Forschung, Bildung und Innovation 2014 und engagiert sich unter anderem durch das BMBF-geförderte Projekt „Fachliche Vernetzung von Frauen in der Informatik“ in der deutsch-türkischen Kooperation.

In Ankara hat Bundesministerin Wanka politische Gespräche mit dem Minister für Wissenschaft, Technologie und Industrie, Fikri Işık, dem Bildungsminister Nabi Avci sowie dem Präsidenten des türkischen Forschungsrates (TÜBITAK), Yücel Altunbaşak, geführt, um den Stand des Wissenschaftsjahres sowie die bilaterale Kooperation zwischen beiden Ländern zu erörtern.

„Ich freue mich sehr, mir vor Ort ein Bild von der Vielfalt der Deutsch-Türkischen Wissenschafts- und Bildungskooperation machen zu können“, so Wanka. „Die Gespräche mit meinen Amtskollegen haben gezeigt, dass Bildung und Forschung für die deutsch-türkischen Beziehungen immer mehr an Bedeutung gewinnen.“

Das Orient-Institut in Istanbul, ein Besuchspunkt der  Bundesministerin, ist ein Beispiel für die Vielfalt deutsch-türkischer Forschungskooperation:   Das Institut der Max-Weber-Stiftung betreibt historische und gegenwartsbezogene Forschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften, unter anderem in den Fachgebieten Turkologie und Islamwissenschaft. Für ein musikwissenschaftliches Projekt fördert das BMBF die Zusammenarbeit des Orient-Instituts mit der Humboldt Universität Berlin und musikwissenschaftlichen Forschungseinrichtungen in Deutschland,  um die vielfältigen Verflechtungen zwischen europäischer und osmanischer Klassik aufzuzeigen.  („Transfer und Diversität. Musik und transkulturelle Praxis: Deutschland – Türkei“ ).

Auch das Orient-Institut ist Partner des Deutsch-Türkischen Wissenschaftsjahres, das am 23. Januar 2014 durch Bundesministerin Wanka und dem türkischen Wissenschaftsminister Fikri Işık in Berlin eröffnet wurde.

 Über Ziele, Hintergründe und Aktivitäten des Wissenschaftsjahres informiert ein interaktives Internetportal mit Veranstaltungskalender in deutscher und türkischer Sprache:

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter:

http://www.bmbf.de/de/5857.php
http://www.bmbf.de/de/22881.php
www.deutsch-tuerkisches-wissenschaftsjahr.de
www.turk-alman-bilimyili.com.tr