Überbetriebliche Berufsbildungsstätten

Überbetriebliche Berufsbildungsstätten der Wirtschaft übernehmen Ausbildungsinhalte, die in kleinen und mittleren Unternehmen nicht oder nicht vollständig abgedeckt werden können - gefördert vom Bundesbildungsministerium.

Auszubildende
Auszubildende der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik in einer ÜBS. © Thinkstock

Karliczek: Wir investieren in moderne Ausbildung

Neue Entwicklungs- und Erprobungsprojekte im Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung
Welche Akteure im Bundesgebiet sind beteiligt? Welche Ziele verfolgen Sie? Mehr dazu lesen Sie hier.

Aus aktuellem Anlass der Corona-Pandemie

- Wo sind Unterstützungen und Flexibilisierungen für ÜBS möglich? Mehr dazu lesen Sie hier.

- ÜBS können mit BMBF-Förderung entwickelte digitale Angebote nutzen und neue Projektideen einreichen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Die Rolle der ÜBS

In der dualen Ausbildung gibt es neben den Betrieben und den Berufsschulen einen dritten Lernort: die überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS). Sie ergänzen die betriebliche Ausbildung in kleinen und mittleren Unternehmen durch praxisnahe Lehrgänge und erreichen so eine Vielzahl an Auszubildenden. Damit bilden die ÜBS einen wichtigen Pfeiler des dualen Ausbildungssystems und sind entscheidende Multiplikatoren im digitalen Zeitalter.

Das Bundesbildungsministerium unterstützt die ÜBS für moderne Ausstattung und Gebäude, neue Ausbildungskonzepte und ihre Weiterentwicklung zu Kompetenzzentren. Damit stärken wir die beruflichen Zukunftschancen der Auszubildenden und tragen zusätzlich zur Attraktivität der dualen Ausbildung bei.

Für kleine und mittlere Unternehmen

Die ÜBS übernehmen Ausbildungsinhalte, die in spezialisierten bzw. kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) nicht oder nicht vollständig abgedeckt werden können. Auch bislang noch nicht ausbildende KMU können damit Ausbildungsplätze anbieten. So sichern die Investitionen des Bundesbildungsministeriums in die ÜBS die Ausbildungsfähigkeit von KMU und die Qualität der dualen Ausbildung.

Digitalisierung der Arbeitswelt

Die zunehmende Digitalisierung stellt die Berufs- und Arbeitswelt vor große Herausforderungen. Wir sind mit unserem dualen Ausbildungssystem gut aufgestellt: Es ist flexibel und reagiert dynamisch auf die Veränderungen in der Arbeitswelt. Zudem bietet es vielfältige Möglichkeiten und Spielräume, um die Ausbildung digital zu gestalten und neue Technologien zu integrieren.

Das Bundesbildungsministerium investiert in moderne Bildungsinfrastrukturen. Dazu stattet es in den kommenden Jahren Lernorte der beruflichen Bildung digital aus – die beruflichen Schulen mit dem DigitalPakt, die ÜBS mit dem Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung.

Das Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung

Die ÜBS müssen sich dynamisch mit den Prozessen in der Arbeitswelt fortentwickeln. Dies gilt für modernste Technik und für die Lehr-/Lernarrangements. Dabei unterstützt sie das Bundesbildungsministerium seit dem Jahr 2016 mit seinem Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung.

Mit einer zweiten Förderphase bis 2023 treibt das Bundesbildungsministerium die Modernisierung in der überbetrieblichen Ausbildung weiter voran und stärkt die ÜBS als Multiplikatoren fachspezifischer digitaler Kompetenzen. Gefördert werden dazu digitale Ausstattung (z. B. 3D-Drucker, Industrieroboter, Tablets) sowie Projekte, in denen neue Technologien in die Ausbildung transferiert, neue Ausbildungskonzepte entwickelt, Modernisierungsprozesse angestoßen und Ausbilder/innen qualifiziert werden. Erkenntnisse sollen in die Berufsbildungslandschaft transferiert und damit andere ÜBS, aber auch Betriebe und Berufsschulen erreicht werden. Auch soll der Einzug zukunftsweisender innovativer Technologien und Ausbildungskonzepte in die Ausbildungskurse noch stärker angeregt werden.

Was ist neu in Phase II (2020 – 2023)?

Wichtig!

→ Noch stärker als zuvor liegt der Fokus darauf, dass die überbetrieblichen Ausbildungsangebote didaktisch-methodisch weiterentwickelt und modernisiert werden.

→ Übergreifende Ziele der Phase II sind daher, dass Ausbildungspersonal qualifiziert wird, dass von den ÜBS weitere Lernorte einbezogen werden und dass die ÜBS ihre Erkenntnisse in die Berufsbildungslandschaft transferieren.

→ Ausdrücklich erwünscht ist, dass sich die ÜBS im Zuge ihrer Digitalisierungsprojekte weiter in die Fachszene vernetzen, dass sie sich verstärkt an Fachveranstaltungen beteiligen und dass sie ihre Erkenntnisse über aktuelle und frei zugangliche Medien als Good-Practice-Beispiele für andere bereitstellen.

Seien Sie dabei!

→ Alle Förderlinien stehen allen ÜBS offen. Sie können sich auch an mehreren Förderlinien beteiligen.

Gemeinsam stark!

→ Auch Projektverbünde können für Konzeptentwicklungs- und Pilotprojekte (Förderlinien 2b und 3) gefördert werden.

→ Wir regen zudem an, wissenschaftliche Expertise in die Konzeptentwicklungs- und Pilotprojekte (Förderlinien 2b und 3) einzubinden und fördern dies.

Ihre Ausbildungsideen sind gefragt!

→ Digitale Technik gibt es nicht immer passgenau für den Einsatz in der Berufsausbildung zu kaufen. Daher können Sie digitale Technik neu für die Ausbildung erschließen, anpassen oder auch neu entwickeln lassen (Förderlinien 2a, 2b und 3).

Verbesserte Ausstattungsförderung!

→ Die Ausstattungsförderung (alle Förderlinien) wurde fortentwickelt; formelle Hürden sind abgebaut. Künftig kann auch digitale Infrastruktur (z. B. Breitbandzugänge) gefördert werden.

Die Fördermöglichkeiten im Überblick

Übersicht Förderrichtlinien
Übersicht Förderrichtlinien © BMBF

Wann und wo können Anträge gestellt werden?

ÜBS Förderung
Übersicht Antragszeiträume © BMBF

Gebäude und weitere Ausstattung modernisieren

Bund und Länder unterstützen die ÜBS fortwährend dabei, ihre Gebäude und Ausstattung zu modernisieren. Bauliche Maßnahmen bis hin zu Neubauten tragen dazu bei, das Angebot an überbetrieblicher Ausbildung bedarfsgerecht zu erhalten. Der Einsatz moderner Maschinen, Werkzeuge und Medien ermöglicht eine Ausbildung auf dem aktuellen Stand der Technik.

Weiterentwicklung zu Kompetenzzentren

Geeignete ÜBS werden für ihre Weiterentwicklung zu Kompetenzzentren gefördert. Sie entwickeln zudem Leitprojekte, Transferstrategien und Qualifizierungskonzepte. Die Kompetenzzentren bilden insgesamt ein flächendeckendes Netz von zeitgemäßen, nachfrageorientierten Bildungsdienstleistern, das für den Transfer neuer Technologien und Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung sorgt.

Bundesweit haben sich durch die Förderung des Bundesbildungsministeriums bereits 35 ÜBS zu Kompetenzzentren mit unterschiedlichen fachlichen Schwerpunkten entwickelt. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung und Qualitätsverbesserung vor allem der überbetrieblichen Ausbildung.

Förderung

Die ÜBS werden gefördert vom Bundesbildungsministerium und vom Bundeswirtschaftsministerium.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) übernimmt die Förderung beim Schwerpunkt Berufsausbildung. Die Unterstützung für die ÜBS ist auf Dauer angelegt und im Berufsbildungsgesetz (BBiG) verankert.

Gefördert werden die Träger von ÜBS. Das sind in der Regel Handwerkskammern und ihre Organisationen sowie Industrie- oder auch Landwirtschaftskammern.

Bei Fort- und Weiterbildung fördert das Bundeswirtschaftsministerium über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).