Überregionale Aktivitäten

Das Bundesbildungsministerium fördert wichtige überregionale Initiativen, insbesondere zur Gesundheit, zum Klimawandel und zum Kapazitätsaufbau.

Das Bundesforschungsministerium fördert wichtige überregionale Initiativen in Afrika. © Thinkstock

Netzwerke für Gesundheitsinnovationen

Mit dem Aufbau von Gesundheitsnetzen möchte das Bundesbildungsministerium einen deutlichen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsforschung leisten. Alle Netze werden von afrikanischen Forschenden vor Ort koordiniert. Im Fokus steht die Bekämpfung von Krankheiten, die Menschen auf dem afrikanischen Kontinent besonders gefährden. Hierzu gehören Tuberkulose, HIV/AIDS, die sogenannten „vernachlässigten Tropenkrankheiten“, aber auch die zunehmenden Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen, die ein zusätzliches Problem für die schwach entwickelten afrikanischen Gesundheitssysteme darstellen. Die Forschungsnetze werden die Gesundheitssysteme der afrikanischen Partner nachhaltig stärken.

Das Bundesbildungsministerium stellt für die neu entwickelte Förderinitiative „Forschungsnetze für Gesundheitsinnovationen in Subsahara-Afrika“ bis 2020 rund 50 Millionen Euro zur Verfügung.

Die pan-afrikanische Initiative AIMS

Das African Institute for Mathematical Sciences (AIMS) wurde 2003 in Kapstadt/Südafrika gegründet, um der kritischen Unterversorgung an mathematisch ausgebildeten Fachleuten in Afrika entgegenzuwirken. Aufgrund der sehr erfolgreichen Entwicklung von AIMS-Südafrika wurde 2008 die „AIMS Next Einstein Initiative“ (AIMS-NEI) zum Aufbau weiterer Mathematikzentren in Afrika nach dem Vorbild von AIMS-Südafrika gegründet. Mittlerweile existieren AIMS-Zentren in Südafrika, Senegal, Ghana, Kamerun, Tansania und Ruanda. Die Initiative erfährt weltweit eine hohe Akzeptanz. Kern ist die Förderung junger exzellenter Nachwuchswissenschaftler durch Masterkurse.

Das Bundesbildungsministerium richtet durch die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) nach internationalen Standards Forschungslehrstühle an AIMS-Zentren ein. Seit 2012 wird im Senegal der erste Forschungslehrstuhl gefördert. Dieser Lehrstuhl hat sich sehr gut etabliert und erreicht mittlerweile große Anerkennung. Die erfolgreiche Entwicklung war eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich aus dieser Pilotmaßnahme die BMBF-Fördermaßnahme „German Research Chairs“ mit Ausweitung auf die AIMS-Zentren in Ghana, Südafrika, Kamerun und Tansania entwickeln konnte (2014-2021). Zur unmittelbaren Unterstützung der Lehrstühle werden über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) Maßnahmen zur Förderung der Kooperation mit deutschen Hochschulen durchgeführt, um eine nachhaltige Bindung an Deutschland zu erreichen. Zudem werden Doktoranden und Postdoktoranden gefördert.

PRIMA (Partnership for Research and Innovation in the Mediterranean Area)

Anfang 2018 startet die neue internationale Förderinitiative PRIMA (Partnership for Research and Innovation in the Mediterranean Area), die das Ziel verfolgt, durch Forschung und Innovation die Herausforderungen des Mittelmeerraums in Bezug auf Agrar- und Ernährungssysteme und Wassermangel wirksam zu bewältigen. Auf Grundlage einer strategische Forschungs- und Innovationsagenda werden jährliche Ausschreibungen in den Schwerpunktthemen „Wassermanagement“, „Landwirtschaftssysteme“ und „Wertschöpfungsketten in der Landwirtschafts- und Ernährungswirtschaft“ durchgeführt. Die erste Ausschreibung ist für Februar 2018 angekündigt und bietet auch Teilnehmer/-innen aus Deutschland aus Wissenschaft und Wirtschaft zahlreiche Möglichkeiten zur Beteiligung in allen drei Themenbereichen.

An PRIMA, einer Maßnahme nach Art. 185 AEUV, beteiligen sich insgesamt 19 Länder Europas und des südlichen und östlichen Mittelmeerraums sowie die Europäische Kommission. Zu den teilnehmenden Ländern zählen elf EU-Mitgliedstaaten (Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Luxemburg, Malta, Portugal, Slowenien, Spanien, Zypern) sowie acht Mittelmeer-Partnerländer (Algerien, Ägypten, Israel, Jordanien, Libanon, Marokko, Tunesien, Türkei).

Das Gesamtbudget für PRIMA beläuft sich auf knapp 500 Milionen Euro für die Laufzeit von 10 Jahren, wobei die Europäische Kommission 220 Millionen Euro (aus Horizont 2020) und die 19 teilnehmenden Länder insgesamt 274 Millonen Euro beitragen. Das BMBF wird sich mit 20 Milonn Euro über die gesamte Laufzeit des Projektes von 10 Jahren beteiligen.

Das Institut für Wasser und Energie der Panafrikanischen Universität (PAUWES) in Algerien

Deutschland ist thematischer Schlüsselpartner für den Aufbau des Instituts für Wasser und Energie der Panafrikanischen Universität (PAUWES) in Algerien. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und das Bundesministerium für Bildung und Forschung arbeiten bei der Unterstützung des Institutes zusammen. Das BMBF konzentriert sich auf den Aufbau der Forschung. So wurde gemeinsam mit dem Institut und afrikanischen und deutschen Experten eine Forschungsagenda erarbeitet und erste Forschungsprojekte wurden angestoßen.