Überregionale Aktivitäten

Das Bundesbildungsministerium fördert wichtige überregionale Initiativen, insbesondere zur Gesundheit, zum Klimawandel und zum Kapazitätsaufbau.

Überregionale Aktivitäten in Afrika
Überregionale Aktivitäten in Afrika © Thinkstock

Netzwerke für Gesundheitsinnovationen in Subsahara-Afrika

Mit dem Aufbau von Gesundheitsnetzen möchte das Bundesbildungsministerium einen deutlichen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsforschung leisten. Alle Netze werden von afrikanischen Forschenden vor Ort koordiniert. Im Fokus steht die Bekämpfung von Krankheiten, die Menschen auf dem afrikanischen Kontinent besonders gefährden. Hierzu gehören Tuberkulose, HIV/AIDS, die sogenannten „vernachlässigten Tropenkrankheiten“, aber auch die zunehmenden Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen, die ein zusätzliches Problem für die schwach entwickelten afrikanischen Gesundheitssysteme darstellen. Die Forschungsnetze werden die Gesundheitssysteme der afrikanischen Partner nachhaltig stärken.

Das Bundesbildungsministerium stellt für die neu entwickelte Förderinitiative „Forschungsnetze für Gesundheitsinnovationen in Subsahara-Afrika“ bis 2020 rund 50 Millionen Euro zur Verfügung.

Klima-Initiativen im westlichen und südlichen Afrika (SASSCAL/WASCAL)

Ziel der Initiativen SASSCAL (Southern African Science Service Centre for Climate Change and Adaptive Land Management) und WASCAL (West African Science Service Centre for Climate Change and Adaptive Land Management) ist es, den vom Klimawandel am stärksten betroffenen Regionen beim Aufbau wissenschaftlicher Strukturen zu helfen, damit die Staaten selbst valide Entscheidungen über ihre Landnutzung und Wasserversorgung treffen können. Gemeinsam mit Partnern aus fünfzehn Ländern baut das Bundesbildungsministerium je ein regionales Kompetenzzentrum für Klimawandel und nachhaltiges Landmanagement (Regional Science Service Centre – RSSC) auf. Im westlichen Afrika arbeiten in WASCAL die Staaten Benin, Burkina Faso, Côte d‘Ivoire, Gambia, Ghana, Mali, Niger, Nigeria, Senegal und Togo zusammen. Im südlichen Afrika wird SASSCAL gemeinsam mit Angola, Botswana, Namibia, Sambia und Südafrika durchgeführt.

Die Zentren sollen:

  • dauerhaft wissenschaftliche Strukturen schaffen, die die Forschung und wissenschaftliche Ausbildung in Afrika stärken
  • bestehende Forschungskapazitäten stärken und bündeln, die eng mit vorhandenen lokalen Strukturen verzahnt werden und bei Bedarf neue Forschungskapazitäten aufbauen
  • wissensbasierte Beratung für lokale, nationale und regionale Landnutzer, Planer und Politiker anbieten

Die pan-afrikanische Initiative AIMS

Das African Institute for Mathematical Sciences (AIMS) wurde 2003 in Kapstadt/Südafrika gegründet, um der kritischen Unterversorgung an mathematisch ausgebildeten Fachleuten in Afrika entgegenzuwirken. Aufgrund der sehr erfolgreichen Entwicklung von AIMS-Südafrika wurde 2008 die „AIMS Next Einstein Initiative“ (AIMS-NEI) gegründet. Diese soll, neben den bestehenden Zentren in Südafrika, Senegal, Ghana, Kamerun und Tansania, weitere AIMS-Zentren in ganz Afrika aufbauen und vernetzen. AIMS erfährt weltweit eine hohe Akzeptanz. Kern der Initiative ist die Förderung junger exzellenter Nachwuchswissenschaftler, um andere exzellente Forschende anzuziehen und die ausgebildete Elite im Land zu halten.

Das Bundesbildungsministerium fördert seit 2012 den AIMS-Standort in Senegal. Derzeit wird dort mit Hilfe der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) ein Forschungslehrstuhl für „Mathematik und ihre Anwendungen“ eingerichtet. Zur Unterstützung des Lehrstuhls werden über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) Maßnahmen zur Stärkung der Kooperation mit deutschen Hochschulen gefördert. Wesentliches Ziel ist die Qualifizierung eines afrikanischen Nachwuchswissenschaftlers, um mittelfristig die Aufgaben eines Lehrstuhlinhabers nach internationalen Standards zu übernehmen. Das Bundesbildungsministerium beabsichtigt an den AIMS Standorten in Ghana, Südafrika, Kamerun und Tansania weitere Lehrstühle einzurichten.

Die Junge Arabisch-Deutsche Akademie

Die Junge Arabisch-Deutsche Akademie (AGYA) vernetzt exzellente deutsche und arabische Nachwuchswissenschaftler. Im Fokus stehen dabei der interdisziplinäre Austausch zu gemeinsamen Forschungsinteressen, die Entwicklung und Initiierung von interdisziplinären und transnationalen Forschungsprojekten und Initiativen, die Beratung an der Schnittstelle von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Fünf thematische Arbeitsgruppen – Energie und Umwelt, Bildung, Transformation, Kulturelles Erbe, Forschung und Innovation, treffen sich regelmäßig zu interdisziplinärem Austausch, sowie zur Durchführung gemeinsamer Forschungsprojekte.

Die Panafrikanische Universität in Algerien

Die Afrikanische Union (AU) hat 2009 die Gründung einer Pan-Afrikanischen Universität (PAU) mit fünf thematischen Standorten, so genannten „Hubs“, beschlossen. Deutschland hat die Rolle des „lead thematic partner“ für den PAU-Hub in Algerien mit den Themenbereichen Energie, Wasser und Klimawandel (PAUWES, Standort Universität Tlemcen) übernommen.

Das Bundesentwicklungsministerium und das Bundesbildungsministerium arbeiten bei der Unterstützung des PAU-Hubs in Algerien zusammen.