Ukraine

Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Ukraine ist fester Bestandteil der internationalen Kooperationsaktivitäten beider Länder und gewinnt durch die herausgehobene Rolle der Ukraine im Rahmen der Nachbarschaftspolitik der EU an Bedeutung.

Blick auf den Majdan, dem zentralen Platz in der ukrainischen Hauptstadt Kiew © Thinkstock

Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Ukraine stellt inzwischen einen festen Bestandteil der internationalen Kooperationsaktivitäten beider Länder dar und gewinnt zusätzliche Bedeutung durch die politischen Entwicklungen seit der „Revolution der Würde“ im Winter 2013/2014  und durch die herausgehobene Rolle des Landes im Rahmen der Nachbarschaftspolitik der Europäischen Union.

Gemeinsame Forschungsschwerpunkte

Im Zentrum steht die gemeinsame Unterstützung zahlreicher Vorhaben der Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie mit Forschungsschwerpunkten in den Bereichen

  • Biotechnologie,
  • Nanotechnologie,
  • neue Materialien und Produktionstechnologie,
  • Gesundheitsforschung und Medizintechnik,
  • Innovationen für die effektive Nutzung der Ressourcen und Energie,
  • nachhaltige Umwelttechnologie.

Modernisierung des ukrainischen Forschungs- und Wissenschaftssystems

Seit 2016 werden u.a. im Rahmen der bilateralen WTZ-Bekanntmachung zur Kooperation mit der Ukraine auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung auch strukturelle und strategische Unterstützungsmaßnahmen gefördert. Hierbei stehen Wissenschaftsfreiheit, Hochschulautonomie und Demokratisierung des ukrainischen Wissenschaftssystems im Zentrum des Interesses. Die resultierenden Vernetzungs- und Beratungsvorhaben unterstützen die laufenden Modernisierungsprozesse der Forschungslandschaft, des Wissenschaftsmanagements und des Technologietransfers in der Ukraine und orientieren sich an den folgenden Zielen:

  • Stärkung der Zusammenarbeit von Universitäten, Forschungseinrichtungen und KMU,
  • Internationalisierung der Forschung,
  • Gemeinsame Beteiligung an „Horizont 2020“,
  • Evaluierung und Reform bestehender Forschungseinrichtungen,
  • Optimierung des Innovationspotenzials und bessere Markterschließung,
  • Modernisierung des Wissenschafts- und Technologiemanagements.

Im Hochschulbereich finanziert das Bundesforschungsministerium seit 2019 das DAAD-Programm „Digitale Zukunft gemeinsam gestalten: Deutsch-Ukrainische Hochschulkooperationen“, um die Internationalisierung ukrainischer Hochschulen zu stärken.

Der nächste Schritt hin zu einer verstärkten institutionellen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Ukraine wird durch den Aufbau deutsch-ukrainischer Exzellenzkerne in der Ukraine realisiert. Gleichzeitig soll der gravierende „brain drain“ in „brain circulation“ umgewandelt werden. So wird exzellenten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die derzeit außerhalb der Ukraine tätig sind, die Möglichkeit geboten, gemeinsam mit einer deutschen Forschungseinrichtung in der Ukraine eine exzellente Arbeitsgruppe aufzubauen und zu leiten.

„Beitrag zu Strukturreformen“

Das BMBF unterstützt die Nationale Akademie der Wissenschaften der Ukraine (NAdWU) bei der Erarbeitung und Implementierung eines modernen Evaluierungssystems. Im Schulterschluss mit der Alexander von Humboldt Stiftung, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft, der Leibniz-Gemeinschaft sowie des Wissenschaftsrates wurden seit 2015 verschiedene Beratungsaktivitäten durchgeführt.

Darauf aufbauend entwickelte die NAdWU 2016 ein eigenes Evaluationsverfahren nach dem Vorbild der Leibniz-Gemeinschaft und führt seit 2017 pilothaft erste Institutsevaluierungen durch. Dieses Evaluierungsverfahren wurde im Rahmen eines bilateralen Strukturprojektes begleitet und an spezifische Anforderungen angepasst und soll zukünftig auch für weitere Nationale Branchenakademien (Medizin, Landwirtschaft und andere) verwendet werden.

Für ein gemeinsames Europa

Zusätzlich finden Kooperationen zwischen deutschen und ukrainischen Einrichtungen innerhalb der Nachbarschaftspolitik der EU im Rahmen der Östlichen Partnerschaft und im internationalen Kontext statt. Die vom Bundesforschungsministerium gestaltete bilaterale Kooperation mit der Ukraine wird im europäischen Kontext durch EU-Projekte ergänzt, an denen das Bundesforschungsministerium über den DLR Projektträger (Internationales Büro) teilnimmt:

  • RI-LINKS2UA unterstützt und verstärkt die Integration der Ukraine in den europäischen Forschungsraum mit unterschiedlichen Aktivitäten zum Beispiel. zum Politikdialog und der Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Kooperation EU – Ukraine in Wissenschaft, Technologie und Innovation
  • IncoNet EaP PLUS dient der Etablierung eines Politikdialogs zu Forschung und Entwicklung zwischen den Ländern der EU und den Ländern der Östlichen Partnerschaft sowie der Einbindung der Region in den europäischen Forschungsraum