Verkehrswende für Deutschland

Umdenken ist gefragt? Forschende in Berlin und Potsdam haben mit Hilfe von Hochleistungsrechnern mögliche Wege zu einer umweltbewussten Verkehrswende in Deutschland entworfen. Damit lassen sich unter anderem die Folgen einer CO2-Steuer abschätzen.

Wie würde sich eine CO2-Steuer konkret auswirken? Solche Fragen können bald in Modellen durchgespielt werden. © Eva_Blank

Wie kann eine Verkehrswende für Deutschland gestaltet werden, die Luftverschmutzung, Lärm und Staus verringert, aber gleichzeitig die täglichen Mobilitätsbedürfnisse aller erfüllt und neue Wirtschaftsperspektiven eröffnet? Wie kann die Gesundheitsversorgung von morgen verbessert werden? Wie können Simulationen eingesetzt werden, um die Stadt der Zukunft zu planen? Und wie können große Computer helfen, solch große Herausforderungen anzugehen?

Mit diesen Fragen haben sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des EU-Projekts „Centre of Excellence for Global Systems Science“, kurz CoeGSS, beschäftigt. Sie haben einerseits Modelle entwickelt, die einzelne Akteure, ihre Handlungen und die damit verbundenen Folgen abbilden können. Andererseits haben sie Methoden und Hilfsmittel erarbeitet, mit denen Forschende solche Modelle, die das Potential von Hochleistungsrechnern nutzen, entwickeln können.

Das Projekt ist von der Universität Potsdam koordiniert worden. Das Global Climate Forum (GCF) leitete das Arbeitspaket Pilotstudien, das die Grundlage für die Entwicklungen durch Partnerorganisationen aus Frankreich, Spanien, Italien, Polen, Schweden und Deutschland bildete.

Wofür wird der Dahrendorf-Preis verwendet?

Das GCF-Team möchte in einem „Decision Theatre“ mit Betroffenen und Interessierten aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft Möglichkeiten einer Mobilitätswende diskutieren. Um die Diskussion zu unterfüttern, werden den Teilnehmenden eine Vielzahl von digital dargestellten Informationen, Daten, Bildern, und Modellergebnissen zu verschiedenen potentiellen Entwicklungen zur Verfügung gestellt. Sie können sich mit Akteuren im Modell identifizieren und verschiedene Maßnahmen durchspielen: zum Beispiel eine CO2-Steuer erheben, Fahrverbote für Autos verhängen, oder Fahrradwege ausbauen. Dabei beobachten sie, welche unmittelbaren Auswirkungen ihre Aktionen auf die Gesellschaft und deren Wirtschaft hätten.

Das „Decision Theatre“ soll für zwei Orte – einen Innenstadtkontext und einen städtischen Ballungsraum – stattfinden. In einer Abschlussveranstaltung diskutieren die Teilnehmenden ihre Erkenntnisse mit Personen aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Die daraus resultieren Ergebnisse wird das Projektteam für die Weiterentwicklung und Verbesserung seines Modells nutzen.

Gefördert durch

Horizont 2020 – EU Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, Schwerpunkt I „Wissenschaftsexzellenz“, Programm Forschungsinfrastrukturen.