Verlässlichere Karrierewege für junge Wissenschaftler

Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf verabschiedet, der jungen Forschern und Wissenschaftlern verlässlichere und planbarere Karrierewege eröffnen soll. Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz wird entsprechend geändert.  

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Zwar ist in den vergangenen zehn Jahren eine Fülle neuer Stellen in der Wissenschaft entstanden, doch gibt es keinen sachlichen Grund dafür, dass mehr als die Hälfte der jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei ihrem ersten Vertrag kürzer als ein Jahr angestellt werden. Die Bundesregierung will darum unsachgemäße Kurzbefristungen im Wissenschaftsbetrieb künftig unterbinden. "Fehlentwicklungen in der Befristungspraxis treten wir mit der Reform entgegen, ohne jedoch die in der Wissenschaft erforderliche Flexibilität und Dynamik zu beeinträchtigen", sagte Bundesministerin Johanna Wanka. "Wir schaffen mehr Planbarkeit und Verlässlichkeit für den wissenschaftlichen Nachwuchs."

Bei der sogenannten sachgrundlosen Qualifizierungsbefristung muss die Befristungsdauer laut dem Gesetzentwurf künftig der Dauer der angestrebten Qualifikation - etwa einer Promotion - angemessen sein. Bei einer Befristung wegen Drittmittelfinanzierung soll sie der Dauer der Mittelbewilligung entsprechen. Aus dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz soll sich künftig zudem klar ergeben, dass die sachgrundlose Befristung nur zulässig ist, wenn die Beschäftigung der eigenen wissenschaftlichen oder künstlerischen Qualifizierung dient. Damit wird zugleich unterbunden, dass Daueraufgaben durch befristetes Personal erledigt werden, das keine wissenschaftliche Qualifizierung anstrebt.

Der Kabinettsbeschluss setzt eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag um. Sie ist ein Teil des Gesamtkonzeptes für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Eine Initiative für verlässlichere Karriereperspektiven in der Wissenschaft wird zurzeit vom Bundesbildungsministerium mit den Ländern verhandelt.

Die Bundesregierung hat zudem beschlossen, die Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Studierenden in Deutschland genauer statistisch zu erfassen. Das Hochschulstatistikgesetz soll entsprechend angepasst werden. So wird erstmals eine Promovierendenstatistik eingeführt. Auch die Datenlage zu Übergängen zwischen Bachelor- und Masterstudium, zu Studienverlauf und Studienabbruch wird verbessert.