Verleihung der Sofja Kovalevskaja-Preise

Rede des Staatsekretärs des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, Dr. Georg Schütte, im Atrium der Deutschen Bank in Berlin

Es gilt das gesprochene Wort!

Anrede,

Den Sofja Kovalevskaja-Preisträgern des Jahres 2016 gratuliere ich sehr herzlich. Dieser Preis gehört zu den bedeutendsten Wissenschaftspreisen in Deutschland –exzellente wissenschaftliche Arbeit von höchst vielversprechenden Nachwuchsforschern erhält damit eine verdiente Anerkennung.

Wenn ich mich im Kreis der Preisträger umsehe, wird im besten Sinne klar, in welch vielfältiger Weise unserem Land über Sie personifizierte Internationalität zugutekommt:

Wir haben Preisträger aus den USA, aus Österreich, aus Polen, aus Italien, aus Kenia und aus dem Vereinigten Königreich. Bringe ich dies zusammen mit den Orten Ihrer jeweils letzten Tätigkeit, nämlich USA, Israel, Kanada, Italien Kenia und Australien und berücksichtigt man die jetzt anstehenden Stationen bei Ihren Gastgebern, so wird uns klar, welches immense wissenschaftliche Netzwerk wir mit Ihnen erschließen.

Und im Übrigen nicht nur ein wissenschaftliches, sondern auch eines, das über die Wissenschaft hinaus höchst interessante Lebensläufe aus verschiedenen Kulturen zusammenbringt.

Zugeben, diese letzte Erkenntnis stammt nicht von mir, sie ist sogar älter als ich: Ich habe sinngemäß gerade aus der Satzung und hier aus § 2, dem Stiftungszweck der Alexander von Humboldt-Stiftung zitiert: Hier heißt es unter Ziffer 2: „Zweck der Stiftung ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung sowie der interkulturellen Verständigung.“

Und weiter unter Ziffer 3: „Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere dadurch, dass die Stiftung wissenschaftlich hoch qualifizierten Akademikern fremder Nationalität ohne Ansehen des Geschlechts, der ethnischen Herkunft und nationaler Zugehörigkeit, Religion oder Weltanschauung durch die Gewährung von Forschungsstipendien und Forschungspreisen die Möglichkeit gibt, ein Forschungsvorhaben in der Bundesrepublik Deutschland durchzuführen, sonstige Maßnahmen zur Förderung der internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit trifft und die sich ergebenden Verbindungen erhält und fördert.“ Unterzeichnet hat diese Satzung am 10. Dezember 1953 Konrad Adenauer. Die noch junge Bundesrepublik musste – nach einem selbstverschuldeten auch intellektuellen Aderlass ohnegleichen - sowohl in der Forschung als auch kulturell wieder Glaubwürdigkeit aufbauen und auch wissenschaftlich ihren Platz in der Welt neu finden.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung wurde am Anfang des kalten Krieges, gleich nach seiner ersten gefährlichen Phase, der Berlin-Blockade 1948/1949, und ein halbes Jahr nach dem 17. Juni 1953 gegründet – beides Ereignisse, die uns auch heute klarmachen, welch eine Herausforderung es bedeuten kann, bei uns jetzt selbstverständliche Grundrechte zu etablieren und vor allem, sie zu behaupten.

Zudem erkannten die Stifter klar, dass Netzwerke um herausragende Einzelpersönlichkeiten, die in Bezug auf Deutschland und insbesondere vor Ort Erfahrungen über und in unserem Land sammeln können, die besten – und auch die glaubwürdigsten - Multiplikatoren sind. Dass bei der Auswahl des Personenkreises satzungsgemäß auch der Wertekanon des Grundgesetzes unverkennbar ist, macht auf beeindruckende Weise klar, welches Deutschland hier unter welchen Voraussetzungen Wissenschaftler einladen und als Erfahrungsträger über unser Land gewinnen will.

Das Wort von der Außenwissenschaftspolitik versucht, diesen Kontext begrifflich zu erschließen. Wissenschaft und gemeinsam erzielte Fortschritte in der Wissenschaft sind ebenso Themen, wie das Sammeln von Erfahrungen aus jeweils anderen Kulturkreisen. Wie im wissenschaftlichen Diskurs wird man dabei am Ende nicht immer einer Meinung sein. Gleichwohl – und hier liegt der entscheidende Wert – werden untereinander die Schritte der Erkenntnisgewinnung transparent gemacht - Grundvoraussetzung für Verwendbarkeit und Nachvollziehbarkeit durch dritte. Dies schafft Vertrauen – auch persönliches Vertrauen, das oft über den Wissenschaftskontext hinausgeht. Existiert ein solches Spektrum an Erfahrungen und Vertrauen in einem größeren Netzwerk, so wird dieses ein ungemein wertvolles Medium, um sich persönlich zu informieren, Meinungsbilder zu diskutieren und auszutarieren und sich frühzeitig zu verständigen. Die Erfahrung lehrt, dass dies auch noch in politischen Großwetterlagen funktioniert, die solches im Rampenlicht einer größeren Öffentlichkeit nur schwer möglich machen. Weit über den wissenschaftlichen Diskurs hinaus werden Brücken gebaut, Kommunikationskanäle offengehalten und – sicherlich nicht minder wichtig, auch Wege für persönliche transnationale Freundschaften geebnet.

Über die Förderung wissenschaftlicher Exzellenz hinaus ist die Alexander von Humboldt Stiftung – jetzt vielleicht wieder mehr als noch vor 15, 20 Jahren – heute eine hochaktuelle Veranstaltung internationaler Verständigung. Wir dürfen diese völkerverbindende  Mission der AvH niemals aus den Augen verlieren. Ich möchte, dass wir sie bei Humboldianern, ihren Gastgebern und in den Auswahlgremien lebendig halten und auch neu Hinzugetretene, wie wir sie heute begrüßen und ehren, damit anstecken.

Meine Damen und Herren,

auch die russische Wissenschaftlerin Sofja Kovalevskaja war eine „Grenzgängerin“ – wenngleich in einer anderen Zeit. Sie hat Großartiges geleistet unter erschwerten Bedingungen. Als Neunzehnjährige reiste sie 1869 nach Heidelberg, um Mathematik und Naturwissenschaften zu studieren. Sie wurde von der Universität abgewiesen, weil sie eine Frau war. Doch mit der ihr eigenen Hartnäckigkeit überredete sie die Universitätsverwaltung, ihr die Erlaubnis zur inoffiziellen Teilnahme an den Vorlesungen zu gewähren.

Drei Semester später fand Sofja Kovalevskaja in Berlin einen Privatlehrer, der ihr Genie erkannte – Karl Weierstraß, den Meister der Analysis. 1874 wurde sie an der Universität Göttingen promoviert. Der Ruf ihres Lehrers und seine harte Schule brachten die Russin, als sie 39 Jahre alt war, als eine der ersten Frauen in Europa auf einen Lehrstuhl in Stockholm. Sofja Kovalevskaja wurde so zu einer Pionierin der Wissenschaft.

Aber sie war noch mehr: „Neben ihrer mathematischen Arbeit hat Sofja Kovalevskaja auch literarische Werke geschaffen. Ihre Kindheitserinnerungen, die erstmals Weihnachten 1889 zunächst auf Schwedisch, dann auch auf Russisch erschienen und in denen sie ihre Kindheit und Jugend in Palibino beschrieb, machten sie auch als Schriftstellerin bekannt.

Darüber hinaus war sie eine dezidiert politisch denkende Frau, die, wurzelnd in den Idealen der 1860er Bewegung in ihrer Heimat, sowohl an den sozialen und politischen Bewegungen ihrer Zeit regen Anteil nahm, als auch immer eine brennende Verfechterin der höheren Bildung für Frauen war und die Karrieren junger Frauen in den Naturwissenschaften tatkräftig unterstützte. Sie war eine erklärte Feministin, die sich nicht -wie von der Männerwelt nahegelegt und von den meisten Frauen ihrer Zeit unterstützt - selbst als eine Ausnahme begriff, sondern sich als die erste in einer Reihe von vielen kompetenten Wissenschaftlerinnen sah, die ihr bald nachfolgen würden.“ (Dieser Text wurde entnommen aus: ‚Des Kennenlernens werth. Bedeutende Frauen Göttingens‘ (hg. von Traudel Weber-Reich).[1]

Wie recht Sie doch auch hier hatte – einerseits! Und wie lange diese Einsicht in der Breite – auch in der Breite der Wissenschaftler - doch gebraucht hat - andererseits!

Meine Damen und Herren,

damit möchte ich überleiten zu den Preisträgern und insbesondere zu den Preisträgerinnen, die beide – ich glaube das darf ich sagen – auch im Sinne Sofja Kovalevskajas über besonders beeindruckende Lebensläufe verfügen.

Liebe Preisträgerinnen und Preisträger,

wir sind stolz und glücklich, dass wir Sie für Deutschland gewinnen konnten. Sie haben auf Ihrem jeweiligen Fachgebiet bereits herausragende wissenschaftliche Leistungen erbracht und Pionierarbeit geleistet. Dafür gebührt Ihnen eine besondere Anerkennung und Auszeichnung.

Mit der Preissumme von bis zu 1,65 Millionen Euro ist der Kovalevskaja-Preis einer der höchst dotierten Wissenschaftspreise weltweit. Er ist Ausdruck unserer Wertschätzung ihrer Arbeit und ihrer Leistung. Und der Preis ist zugleich ein Vertrauensbeweis – dafür dass Sie in den kommenden fünf Jahren in Deutschland ihren erfolgreichen Weg bei ihren Gastgebern in unserem Land fortsetzen.

Wir wollen, dass Sie dies in möglichst großer Autonomie und Autarkie tun können – wissenschaftlich wie finanziell. Unsere Hoffnung ist dabei auch, dass Sie Ihren Gastgebern neue Impulse geben und zu Kristallisationspunkten in Ihren jeweiligen Gasteinrichtungen werden.

Denn die Erfahrung lehrt: Qualität zieht Qualität an. Und Offenheit und Diskurskultur vor Ort wirkt befruchtend. Es gibt eine Verbindung zwischen Ort und Talent, die moderne technische, Innovationen nicht aufheben können.

Zur wissenschaftlichen Spitzenleistung gehören mindestens zwei Elemente: ein kluger Kopf, in dem gute Ideen entstehen, und ein guter Ort, an dem sie sich im kreativen, offenen Dialog mit ebenbürtigen Gesprächspartnern entfalten können. Dies führt zu Fortschritten  wissenschaftlichen oder, wie uns Sofia Kovalevskaja lehrt – vielleicht auch gesellschaftlich. Nur dann, wenn beides zusammen kommt, können Spitzenforschung und Innovation auch in der Breite entstehen. Der Preis wird Ihnen dazu verhelfen einen solchen Ort zu kreieren bzw. weiterzuentwickeln!

Zwei Frauen und fünf Männer werden heute für ihr Talent und für ihre Exzellenz geehrt:

Herr Mazhar N. Ali forscht auf dem Gebiet der Festkörperphysik. Sie wollen sich die ungewöhnlichen Eigenschaften von Weyl-Teilchen zunutze machen und erforschen Transport- und Spintronikanwendungen als Basis für neuartige elektronische Bauteile. Er geht an das Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik in Halle/Saale zum (Humboldt-)Prof. Dr. Stuart Parkin.

Auch der österreichische Physiker David Egger ist in der Festkörperphysik beheimatet und erforscht hybride organisch-anorganische Perowskite, die besonders günstige Eigenschaften für Anwendungen grüner Energie bieten, aber auch für den Einsatz in der Spintronik interessant sind. Sein Ziel ist es, den Stoff auf molekularer Ebene weiter zu optimieren und die Effizienz für den Einsatz in erneuerbaren Energien zu steigern. Er geht an das  Institut für Theoretische Physik zu Prof. Dr. Ferdinand Evers an die Universität Regensburg.

Herr Michal P. Heller ist Quantenphysiker: Sein Ziel sind neue Erkenntnisse über die Entstehung der Raumzeit und die duale Quantenfeldtheorie. Ihr Gastgeber ist Prof. Dr. Hermann Nicolai am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Potsdam-Golm.

Ohne hier wissenschaftliche Ansprüche zu erheben, finde ich es in diesem Zusammenhang schön, dass in Form des Namens des Instituts der Name Einstein und die Quantentheorie so schön nebeneinander stehen: Wie meinte er doch: „Die Quantentheorie ist sehr achtungsgebietend. Aber eine innere Stimme sagt mir, dass das noch nicht der wahre Jakob ist. Die Theorie liefert viel, aber dem Geheimnis des Alten bringt sie uns doch nicht näher. Jedenfalls bin ich überzeugt davon, dass der nicht würfelt.“

Einsteins Zitat zeigt uns, dass sich wissenschaftliches Denken nicht beschränken sollte – und auch, dass selbst die größten Genies hier nicht immer richtig liegen müssen. Mal sehen, was Sie herausbekommen, lieber Herr Heller!

Herr Francesco Neri widmet sich der Frage, welche genetischen Mechanismen dafür verantwortlich sind, dass alternde Zellen mutieren und Krankheiten wie Krebs auslösen. Er baut seine Forschungsgruppe am Leibniz-Institut für Alternsforschung, dem Fritz-Lipmann-Institut in Jena auf; Gastgeber ist Prof. Dr. Karl Lenhard Rudolph.-

Lassen Sie mich bei „Jena“ kurz innehalten: Wir vergeben heute sieben Preise. An internationalen wissenschaftlichen Spitzennachwuchs – wettbewerblich ausgewählt. Sie kommen nach Deutschland – aber wohin nach Deutschland? Noch eine weitere – diesmal eine Preisträgerin – kommt in die neuen Bundesländer, einmal mehr nach Potsdam. Dies wären dann vier von sieben. Es sind diese Details, die wir wahrnehmen sollten, wenn wir uns eine Bild darüber machen, ob und wieweit die Wiedervereinigung bei der Wissenschaftslandschaft erfolgreich war. Die Mosaiksteine, die wir dem heute hinzufügen dürfen, deuten klar darauf hin.

Doch, meine Damen und Herren, zurück, zu den Persönlichkeiten, die im Zentrum dieses Abends stehen: Die kenianische Malariaforscherin Faith Osier führt eine große Studie mit Probanden in sieben afrikanischen Ländern durch, um die Mechanismen der natürlichen Immunität besser zu verstehen. Ihr Ziel ist ein Malaria-Impfstoff, mit dem Erreger besser bereits in den unterschiedlichen Stadien seiner Entwicklung vom Immunsystem bekämpft werden können.

Sie geht an das Universitätsklinikum Heidelberg, Zentrum für Infektiologie, Ihr Gastgeber ist Prof. Dr. Michael Lanzer.

William Shepherd ist als Elementarteilchenphysiker der Dunklen Materie auf der Spur. Er entwickelt Instrumente, um die bei Experimenten z.B. am LHC am CERN massenhaft anfallenden Daten zu analysieren und die Zusammenhänge zu entschlüsseln. Er entwickelt außerdem theoretische Modelle, die es ermöglichen, die Ergebnisse aus verschiedensten experimentellen Methoden und Quellen zusammenzuführen und Versuchsanordnungen weiterzuentwickeln. Er baut seine Gruppe auf bei Prof. Dr. Matthias Neubert am Institut für Physik der Universität Mainz.

Frau Safa Shoai klärt, ob organische Solarzellen herkömmliche Siliziumsolarzellen als ressourcenschonendere und technisch bessere Alternative ablösen könnten. Die Physikerin Safa Shoai erforscht die Grundlagen, um organische Solarzellen effektiver zu machen und günstiger produzieren zu können.

Auch dies – wie die Mehrzahl der hier vorgestellten Projekte - adressiert Fragestellungen die mittelfristig gewaltige Innovationsschübe nach sich ziehen können. Ihr Gastgeber ist Prof. Dr. Dieter Neher vom Institut für Physik und Astronomie der Universität Potsdam

Meine Damen und Herrn,

betrachte ich diese Biographien und die Menschen dahinter, die ich heute die Ehre habe, kennenzulernen, dann kann ich nur sagen „Wissenschaft weltoffen“ und auch „Wissenschaftler weltoffen“. Glückwunsch auch an die Alexander von Humboldt-Stiftung und ihrer Gremien für die gelungene Auswahl. Ich weiß sehr wohl, was dahintersteckt, wenn man in der Wissenschaft verwirklichen will, was Oscar Wilde so schön mit den Worten „Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Ich bin immer mit dem Besten zufrieden.“ als seinen persönlichen Anspruch umschrieben hat.

Meine Damen und Herren,

eine gelungene Auswahl ist aber nur ein erster Schritt. Wir stehen weltweit in einem Wettbewerb um die besten Studierenden und Forscher. Sie sind mobiler als je zuvor.

Sie suchen nach den besten Arbeitsgruppen in ihren Fachgebieten, den besten Rahmenbedingungen, und sie werden weltweit umworben. Wir können sie nur halten, wenn es Hochschulen und Forschungsorganisationen dauerhaft die Besten gelingt, sie durch attraktive Arbeitsbedingungen und vor Ort gute Lebensbedingungen zu binden. Das gelingt nur, wenn Planungssicherheit und Karrierechancen für den wissenschaftlichen Nachwuchs existieren.

Um dies zu erreichen, haben Bund und Länder gerade ein großes Programm vereinbart, mit dem die Tenure-Track-Professur an den Universitäten in Deutschland als zusätzlicher Karriereweg strukturell verankert werden soll.

Für viele junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wird so der Weg zur Professur erheblich transparenter und planbarer. Es ist vorgesehen, dass sich Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler, die wie Sie als Sofja-Kovalevskaja-Preisträger eine Nachwuchsgruppe leiten, sich in einem frühen Stadium ebenfalls auf eine Tenure-Track-Professur bewerben können und so von dem Programm profitieren können.

Wir gehen davon aus, dass zukünftig Entscheidungen über einen dauerhaften Verbleib in der Wissenschaft in Deutschland viel früher fallen, als bisher. Das heißt nicht erst mit 45 Jahren Klarheit, ob man eine unbefristete Professur bekommt oder nicht.

Ich bin mir sicher, das ist ein Zugmittel auch für internationale Wissenschaftler, aber auch für diejenigen, die bereits  in der Bundesrepublik Deutschland arbeiten.

Das ist eine Chance für die Besten in unserem System. Ich glaube, dass dies lange wirkt und eine Strukturveränderung bedeutet.

Aus dem Bundeshaushalt können ab 2017 eine Milliarde Euro für 1.000 zusätzliche Tenure-Track-Professuren ausgegeben werden.

Für die Nachhaltigkeit des Programms ist wichtig, dass die Länder einerseits zugesagt haben, dass nach Auslaufen des Programms die neu geschaffenen Tenure-Track-Stellen immer wieder neu ausgeschrieben werden. So können weitere Nachwuchskräfte nachrücken.

Andererseits wollen die Länder die Zahl der unbefristeten Professuren bundesweit um ebenfalls rund 1.000 steigern.

Auch über diesen Mechanismus wollen wir – und jetzt schließt sich einmal mehr der Bogen Vermächtnis des Kosmopoliten und global Forschungsreisenden Alexander von Humboldt - auch die Internationalisierung unseres Wissenschaftssystems weiter vorantreiben. Das deutsche Hochschulsystem ist international anerkannt, bestens verflochten und äußerst attraktiv. Belegt wird dies mit imposanten Zahlen. 85.000 ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler lehrten und forschten 2014 in Deutschland und zur gleichen Zeit arbeiteten 43.000 deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Ausland.

Liebe Preisträgerinnen und Preisträger,

von Martin Buber, dem großen jüdischen Religionsphilosophen, stammt der Satz: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“ Und ich füge hinzu: Wissenschaft lebt von der Begegnung und dem Austausch.

Noch einmal sage ich Ihnen ‚Herzlichen Glückwunsch‘ zu dieser Auszeichnung. Sie ist Ausdruck von Anerkennung und Respekt. Sie ist ein Vertrauensbeweis von Deutschland an Sie. Und Sie ist Ansporn und Motivation für Zukünftiges.

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Zeit hier in Deutschland – mit guten Forschungsergebnissen, Erkenntnisgewinn, und vor allem mit bereichernden Begegnungen.

Vielen Dank.