Versorgungsforschung – nah am medizinischen Alltag

Damit Patienten möglichst optimal behandelt werden können, nimmt die Versorgungsforschung den medizinischen Alltag in den Blick. Aufgedeckt werden auch Über-, Unter- und Fehlversorgung, um nur die bestmöglichen Behandlungsmethoden anzuwenden.

Die Versorgungsforschung entwickelt und erprobt beispielsweise neue Konzepte für die Pflege. © DLR Projektträger / BMBF

Wie können Menschen mit Demenz zu Hause besser versorgt werden? Was von dem, was der Arzt erklärt, verstehen die Patienten wirklich? Die Versorgungsforschung untersucht diese Fragen und liefert damit unmittelbare Anhaltspunkte für Verbesserungen, die den Patientinnen und Patienten zugute kommen. Die Versorgungsforschung hat in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen, denn die Vielfalt an Behandlungsmöglichkeiten nimmt weiter zu: Neben neuen Arzneimitteln und dem technischen Fortschritt in der Medizin steigt auch die Bedeutung von Ergotherapie, Physiotherapie und Pflege – insbesondere bei chronischen Erkrankungen. Entscheidend für den Behandlungserfolg ist, welche medizinische, rehabilitative oder pflegerische Leistung bei den Patienten zum Erfolg führt. Um dies begründet beurteilen zu können, sind intensive Forschungsanstrengungen unerlässlich.

Es ist wichtig zu wissen, welche Maßnahmen tatsächlich wirkungsvoll sind, welche nicht zum Erfolg führen und an welcher Stelle Ressourcen möglicherweise nicht zielgerichtet eingesetzt werden. Analysen zur Über-, Unter- und Fehlversorgung sind ebenso notwendig wie die Erprobung neuer Versorgungskonzepte, die besonders die Patientenperspektive berücksichtigen.

Investitionen in Versorgungsforschung

Das Ministerium stärkt diesen Bereich mit seinem im Dezember 2014 veröffentlichen Aktionsplan und investiert im Zeitraum von 2015 bis 2018 rund 50 Millionen Euro in die Versorgungsforschung.

Ein weiterer Aspekt von Versorgungsforschung ist der Blick auf die Ausgaben. Die Gesundheitsökonomie nimmt dabei den wirtschaftlichen Teil der Versorgungsforschung unter die Lupe. Das werden seit 2012 vier Zentren der gesundheitsökonomischen Forschung gefördert. In diesen Zentren werden volkswirtschaftlich relevante Forschungsfragen auf hohem wissenschaftlichem Niveau bearbeitet.

Im „Berlin Health Economics Research Center (Berlin HECOR)“ wird ein umfassendes System der Leistungserfassung des deutschen Gesundheitswesens entwickelt. Im Zentrum der Universität Duisburg-Essen „Competence in Competition and Health (CINCH)“ steht die Analyse von Wettbewerbsstrukturen und deren Auswirkungen auf die Qualität der Versorgung im Fokus. Das „Hamburg Center for Health Economics (HCHE)“ entwickelt klare methodische Standards für die Gesundheitsökonomie. Das "Center of Health Economics Research Hannover (CherH)“ hat die gesundheitsökonomische Analyse von Versorgungsstrukturen zum übergreifenden Ziel.