Vom Material zur Innovation

Es ist ein Erfolg der Materialforschung: Ein neuer Partikelapplikator macht es möglich, ohne Spritze und Nadel zu impfen. "Wir müssen uns bewusst werden, dass Materialforschung die Grundlage für unser Leben ist", sagte Bundesministerin Johanna Wanka.

Bundesministerin Wanka stellt den Prototyp für nadelfreies Impfen vor. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Materialien bilden die Grundlage unseres Lebens. Ganze Epochen der Menschheit sind nach ihnen benannt: Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit. Die Namen beziehen sich auf  jene Materialien, die den Fortschritt damals jeweils am weitesten voran gebracht haben.

An dieser Relevanz hat sich bis heute nichts geändert. Mehr als zwei Drittel aller technischen Neuerungen gehen direkt oder indirekt auf neue Materialien zurück. Das gilt für fast alle Wirtschaftszweige: Ohne innovative Materialien gibt es keine neuen Produkte. Neue Materialien machen Kraftwerke und Solarzellen effektiver. Ihnen ist es zu verdanken, dass Autos und Flugzeuge leichter werden und weniger Treibstoff verbrauchen. Sie verbessern Baustoffe und erhöhen den Wohnkomfort. Sie sind die Voraussetzung dafür, dass es in der Medizin neue, langlebige, individualisierte Implantate gibt oder hochwertige Verbandstoffe.

Nadelfreies Impfsystem vorgestellt
© BMBF/Hans-Joachim Rickel

Neue Materialien machen es sogar möglich, dass Impfstoffe steril und fast schmerzfrei verabreicht werden können. Bundesministerin Wanka sagte bei der Vorstellung des Prototyps in Berlin: "Dank der Materialforschung wird das Impfen künftig kinderleicht. Die Angst, die viele Menschen vor einer Spritze haben, entfällt." Stefan Henke, Geschäftsführer der IIS Innovative Injektions-Systeme GmbH, die das neue Gerät entwickelt hat, äußerte, er rechne damit, dass das neue System in wenigen Jahren marktreif sei.

Wegen ihrer großen Bedeutung fördert das Bundesforschungsministerium die Materialentwicklung mit einem neuen Rahmenprogramm. Es soll der Produktforschung neue Impulse geben und aktuelle Entwicklungen berücksichtigen - etwa die Industrie 4.0. Das ist auch deshalb wichtig, weil Rohstoffe in Deutschland knapp und teuer sind und wir Ressourcen sparen müssen. Das geht nur mit neuen Materialien. Hinzu kommt, dass der Weg von der ersten Entdeckung eines neuen Werkstoffs bis zur technischen Innovation lang und risikoreich ist. Im Durchschnitt braucht es zehn Jahre, bis aus einer Idee ein Produkt wird.

Das Förderprogramm „Vom Material zur Innovation“ ist Teil der neuen Hightech-Strategie. Es ist bis zum Jahr 2025 angelegt und mit rund 100 Millionen Euro jährlich ausgestattet.