Vom Roboter gepflegt werden? Für jeden Vierten vorstellbar

Umfrage "ZukunftsMonitor" zeigt Einstellung der Deutschen zu Gesundheitstechnologien / Wanka: "Mit Bürgern dazu ins Gespräch kommen"

Roboter in der Pflege, Implantate für eine bessere Gedächtnisleistung – viele Deutsche haben wenige Berührungsängste, wenn es um visionäre Medizintechnik geht. Das geht aus dem ZukunftsMonitor "Gesundheit neu denken" hervor – einer repräsentativen Befragung, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Auftrag gegeben hat. Rund ein Viertel der Befragten (26 Prozent) können sich demnach vorstellen, von Robotern gepflegt zu werden. Implantate für mehr Konzentration oder Gedächtnisleistung befürworten sogar 51 Prozent der Befragten. Besonders jüngere Menschen finden diese Idee reizvoll (14 bis 19 Jahre: 62,3 Prozent).

Die Umfrage ist der Auftakt des neuen BMBF-Bürgerdialogs "ZukunftsForum". Bis 2017 sind im BMBF zu verschiedenen Zukunftsthemen jeweils eine repräsentative Befragung (der "ZukunftsMonitor"), ein moderierter Workshop mit 50 Bürgerinnen und Bürgern (der "ZukunftsTag") sowie ein  Bürgerdialog mit der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, geplant (die "ZukunftsNacht"). Die Ergebnisse des Dialogs werden vom BMBF ausgewertet und in die Entwicklung langfristiger Innovationsstrategien einbezogen.

Das Thema des ersten BMBF-ZukunftsForums, das einen Beitrag zur Regierungsstrategie "Gut leben in Deutschland" leistet, lautet "Gesundheit neu denken – Wohlergehen durch Hightech-Medizin und Selbstoptimierung?". Für die Teilnahme an der ersten ZukunftsNacht mit Ministerin Wanka zu diesem Thema am 8. September in Berlin können sich Bürgerinnen und Bürger zurzeit online unter www.zukunft-verstehen.de/registrieren anmelden.

"Der ZukunftsMonitor zeigt, dass sich die Bürgerinnen und Bürger sehr für die Gesundheitstechnologien von morgen interessieren. Ihre Sorge um mögliche Risiken belegt aber auch, dass es noch großen Forschungsbedarf gibt, um Fragen in der Anwendung zu klären und Vertrauen in neue Technologien zu schaffen. Denn Technik muss den Menschen dienen. Über Chancen und Risiken will ich mit den Bürgern ins Gespräch kommen", sagte Bundesforschungsministerin Wanka.

Insgesamt sehen die Befragten laut ZukunftsMonitor viel Potenzial im Einsatz digitaler Technologien im Gesundheits-, Pflege- und Fitnessbereich. Besonders so genannte Wearables – also Fitnessarmbänder oder Kleidungsstücke, die Biodaten messen – nehmen die Bürgerinnen und Bürger als Chance wahr (55 Prozent). Große Möglichkeiten messen die Deutschen der Telepflege zu (51 Prozent), also der computergestützten Überprüfung von Gesundheitsdaten durch Hausarzt oder Pflegedienst aus der Ferne. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Bevölkerung einen hohen Anspruch an die Sicherheit von online gespeicherten Daten stellt. Eine erhebliche Anzahl der Befragten hat Bedenken, ihre Daten im Netz zu teilen (62 Prozent) oder lehnt es ab, sie der Krankenkasse zur Verfügung zu stellen (67 Prozent).

Insgesamt steht die Landbevölkerung den digitalen Technologien aufgeschlossener gegenüber, als Städter. 53,9 Prozent der Landbevölkerung sehen zum Beispiel eher Chancen in der Telepflege gegenüber 44,1 Prozent der Städter. Im Vergleich Ost-West zeigen sich die Bewohner der neuen Länder offener als die der alten. Die Befragten in den neuen Bundesländern schätzen die Chancen der einzelnen Technologien fast durchgängig höher ein als im Westen, im Fall von Telemedizin sehen zum Beispiel 43,1 Prozent der Ostdeutschen hier Chancen gegenüber 36,3 Prozent der Westdeutschen.

Der ZukunftsMonitor basiert auf rund 1000 persönlichen Interviews, die TNS Emnid im Juli im Auftrag des BMBF für den Auftakt der ZukunftsForen durchgeführt hat.

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Mehr Informationen zum ZukunftsMonitor finden Sie auf der Webseite www.zukunft-verstehen.de oder unter www.bmbf.de/de/29248.php

Für die ZukunftsNacht mit Bundesforschungsministerin Johanna Wanka können sich Vertreterinnen und Vertreter der Medien akkreditieren. Eine Einladung dazu folgt. Merken Sie sich gern schon den Termin vor: Dienstag, 8. September, ab 18 Uhr, im BMBF in Berlin.