Von der Kita bis zur Seniorenbildung

Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung verabschiedet / Wanka: "Das ist der Startschuss für eine enkelgerechte Zukunft "

Für eine enkelgerechte Zukunft: Bundesministerin Johanna Wanka mit den Mitgliedern der Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Heute hat die Nationale Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) den Aktionsplan für Deutschland verabschiedet. Der Nationale Aktionsplan nennt 130 Ziele und 349 Handlungsempfehlungen. Sie sollen dazu beitragen, Maßnahmen der nachhaltigen Entwicklung in den Strukturen der Bildung zu verankern, damit der Wandel zu nachhaltigem Denken und Handeln gelingt. Es geht darum, dass Nachhaltigkeit stärker Eingang findet in Lehrpläne, Curricula und Ausbildungsordnungen. Pädagogische Fachkräfte wie Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher benötigen dazu Aus-, Fort- und Weiterbildungen. Dies gilt auch für Freiwillige und Nichtregierungsorganisationen, die nachmittags in Schulen und unzähligen Orten des informellen Lernens, vom Museum über den Bürgerpark bis hin zum Sportverein Nachhaltigkeit vermitteln.

"Bildung ist der Schlüssel für nachhaltige Entwicklung. Der Nationale Aktionsplan BNE stößt in Deutschland eine umfassende Transformation unseres Bildungssystems hin zu mehr Nachhaltigkeit an", sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka heute in Berlin. "Der Beschluss der Nationalen Plattform ist ein Meilenstein. Nun geht es an die Umsetzung, die nur als Gemeinschaftswerk gelingt. Nachhaltigkeit geht uns alle an."

Auch in Deutschland wissen die Menschen um die Notwendigkeit, den CO2 Ausstoß zu mindern, Energie zu sparen oder die Umwelt zu schützen. Um lokal handeln zu können, brauchen auch Gemeinden, Städte und Landkreise Unterstützung und Beratung. Ziel ist es, schon vorhandene Aktivitäten für mehr Nachhaltigkeit, wenn es etwa um Wohnen, Verkehrsplanung, Bewirtschaftung oder Beschaffung geht, mit Bildung für nachhaltige Entwicklung zu verbinden. Auch die Entwicklung von Indikatoren ist zentral, um systematisch zu prüfen, wo es Fortschritte gibt und welche Lücken noch bestehen. Das sind wesentliche Beiträge zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und den globalen Entwicklungszielen, der Agenda 2030.

Die Texte wurden beraten von der Kultusministerkonferenz, der Umweltministerkonferenz, der Jugend- und Familienministerkonferenz sowie den kommunalen Spitzenverbänden, die Mitglieder in der Nationalen Plattform sind. Sie wird von der Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Cornelia Quennet-Thielen geleitet. Erstmals wurde ein Nationaler Aktionsplan in einem so breiten, transparenten und partizipativen Prozess erarbeitet. Über 350 Organisationen und Vertreterinnen und Vertreter aus Zivilgesellschaft, Politik, Bildung und Wirtschaft haben seit September 2015 Texte erarbeitet und diskutiert. Gemeinsam haben sie Wege beschrieben, um die prioritären Ziele zu erreichen. Eine Online-Konsultation öffnete den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern. Nichtregierungsorganisationen haben den Prozess aktiv mitgestaltet.

Das federführende Bundesministerium für Bildung und Forschung setzt für die Umsetzungsphase insbesondere auf die nächste Generation, so Bundesbildungsministerin Wanka: "Wir wollen nicht nur über die Zukunft junger Menschen reden, wir reden mit ihnen. Mit einer aktiven Jugendbeteiligung geben wir mit  BNE nun den Startschuss zu einer enkelgerechten Zukunft."

Über die Nationale Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung

Der Nationale Aktionsplan ist Deutschlands Beitrag zum UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung. Die im September 2015 von der Bundesministerin für Bildung und Forschung Johanna Wanka initiierte Nationale Plattform ist das oberste Lenkungsgremium für die deutsche Umsetzung des Weltaktionsprogramms. Der Nationalen Plattform arbeiten sechs Fachforen zu. Sie bündeln die Expertise aus den Bildungsbereichen frühkindliche Bildung, Schule, berufliche Bildung, Hochschule, Non-formales und informelles Lernen/ Jugend und Kommunen und erhalten Impulse aus den zehn Partnernetzwerken BNE.

Weitere Informationen unter www.bmbf.de/bne und www.bne-portal.de