Von der Ostsee bis zum Erzgebirge

Immer mehr Studierende aus Westdeutschland gehen an die Hochschulen in den neuen Ländern. Mittlerweile kommt jeder dritte Studienanfänger an einer ostdeutschen Hochschule aus dem Westen – ein großer Erfolg für die Kampagne „Studieren in Fernost“.

Prognose und reale Entwicklung der Studienanfängerzahlen in den ostdeutschen Ländern
Prognose und reale Entwicklung der Studienanfängerzahlen in den ostdeutschen Ländern © Ketchum Pleon GmbH

Zum Studium nach Ostdeutschland – was sich vor zehn Jahren nur jeder sechste Abiturient vorstellen konnte, ist heute beliebter denn je. Jeder dritte Studienanfänger aus dem ehemaligen Westen nimmt mittlerweile das Studium an einer ostdeutschen Hochschule auf.

Zu dieser positiven Entwicklung hat auch die 2008 ins Leben gerufene Kampagne „Mein Campus von Studieren in Fernost“ beigetragen, die in diesem Jahr nun ausläuft. Sie hat das Bild der ostdeutschen Wissenschaftslandschaft nachhaltig verändert. Das Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft Sachsen-Anhalt hat die Kampagne für die ostdeutschen Länder koordiniert. Gefördert wurde sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka und Hartmut Möllring, Minister für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt. © Deutsch

Entlastung für die westdeutschen Universitäten

Im „Hochschulpakt 2020“ wurde im Jahr 2007 das Versprechen gegeben, das Studienplatzangebot trotz sinkender Geburtenzahlen im Osten auf dem Niveau des Jahres 2005 zu halten. Da die Studierendenzahlen in ganz Deutschland gestiegen waren, sollten die ostdeutschen Hochschulen die Einrichtungen im Westen entlasten und jedem Studieninteressenten einen hochwertigen Studienplatz anbieten.

Westdeutsche für den Osten begeistern

Abiturientinnen und Abiturienten aus Westdeutschland sollten auf die vielfältigen Angebote an ostdeutschen Hochschulen aufmerksam gemacht werden.

Kommunikation in den sozialen Netzwerken

Man hat die Zielgruppe da erreicht, wo sie sich aufhält: im Internet und in sozialen Netzwerken. Wichtige Infos wurden auf der Homepage der Kampagne bereitgestellt. Facebook und WhatsApp haben zusätzlich dazu beigetragen, die Kampagne bekannter zu machen und damit das Image der ostdeutschen Hochschulen zu verbessern. Etwa 1,1 Millionen Studieninteressierte haben sich über die Webseite informiert.

An Infoständen in westdeutschen Schulen und während Besuchen an ostdeutschen Hochschulen konnten die Abiturientinnen und Abiturienten ihre Fragen stellen und sich selbst ein Bild machen. Die Kampagne hat auf diese Weise Austausch und Vernetzung gefördert. Insgesamt 34.000 Kilometer hat die Kampagne auf ihren Touren durch den Westen zurückgelegt.

Mehr Westdeutsche gehen in den Osten als umgekehrt

Die Hochschulen in Ostdeutschland sind während der vergangenen acht Jahre deutlich attraktiver geworden. Mittlerweile kommt jeder dritte Studienanfänger an einer ostdeutschen Hochschule aus dem Westen. Im Jahr 2008 war es nur jeder fünfte und vor zehn Jahren jeder sechste. Außerdem kommen seit dem Jahr 2011 mehr  Studierende aus Westdeutschland in den Osten als umgekehrt.

„Universitäten und Fachhochschulen in den ostdeutschen Ländern haben in den vergangenen Jahren eindrucksvoll bewiesen, wie attraktiv sie für Studierende aus ganz Deutschland sind. Es ist längst kein Geheimtipp für Studieninteressierte mehr, das vielfältige Angebot zu nutzen, das der Osten zu bieten hat. Den Hochschulstandorten kommt damit auch angesichts des demografischen Wandels eine entscheidende Rolle als Anziehungspunkt für junge Leute in Ostdeutschland zu.“

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka
Grafik zu den Veränderungen an den Hochschulen durch die Kampagne
Grafik zu den Veränderungen an den Hochschulen durch die Kampagne © Ketchum Pleon GmbH