Wanka zeichnet Deutschlands klügsten Forschernachwuchs aus

Eine mobile Station zur Messung der Luftverschmutzung, ein energieeffizienter Flugzeugantrieb, ein Elektroeinrad und vieles mehr: Dafür wurden Nachwuchsforscher beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht" ausgezeichnet.

Sie sind die besten Jugendforscherinnen und Jugendforscher Deutschlands: 178 junge Talente präsentierten vom 25. bis zum 28. Mai in Erlangen ihre Ideen und Projekte beim Bundesfinale von „Jugend forscht“. Bundesforschungsministerin Johanna Wanka hat die Sieger von Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb ausgezeichnet. Jugend forscht fördert besondere Leistungen und Begabungen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Damit möchte der Wettbewerb Jugendliche für diese Themen begeistern und sie in ihrer beruflichen Orientierung unterstützen.

„Machen Sie Gebrauch von Ihren Möglichkeiten und probieren Sie sich aus, trauen Sie sich etwas! Jugend forscht kann ein echtes Sprungbrett in eine spannende Zukunft sein, dafür gibt es viele Beispiele", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka zu den Nachwuchsforscherinnen und Forschern bei der Preisverleihung.

178 MINT-Talente im Bundesfinale

Und 12.226 Jugendlichen hatten sich getraut: Unter dem Motto „Zukunft. Ich gestalte sie.“ tüftelten und forschten sie an Projekten und Ideen für den Wettbewerb, in dem sich seit 1965 Deutschlands Nachwuchswissenschaftler messen. 178 MINT-Talente zogen ins Bundesfinale ein, nachdem sie sich in den Regional- und Landeswettbewerben in den sieben „Jugend forscht“-Fachgebieten Arbeitswelt, Technik, Mathematik/Informatik, Physik, Biologie, Chemie sowie Geo- und Raumwissenschaften gegen ihre Mitstreiter durchgesetzt hatten.

Wasser-Alkohol-Gemisch als Flugzeugtreibstoff

Die diesjährigen Bundessieger überzeugten mit innovativen Ideen und ausgefallenen Experimenten. Der 18-Jährige Philipp Sinnewe aus dem Saarland erprobte am Modell eines Strahltriebwerks ein Wasser-Alkohol-Gemisch als neuen Treibstoff. Für diesen energieeffizienten und klimafreundlichen Flugzeugantrieb wurde er mit dem Preis des Bundespräsidenten ausgezeichnet. Der Preis für die originellste Arbeit ging an zwei Nachwuchsforscher aus Bayern. Johannes Greiner (16) und Stephan Wagner (15) untersuchten das Phänomen der sogenannten Liesegangschen Ringe in Gelatine-Gelen. Es gelang ihnen, die ästhetischen Muster der Ringbildung zu verstehen und weitere komplexe Muster gezielt zu erzeugen.

Mobile Station misst Luftverschmutzung

Den Preis der Bundesministerin für Bildung und Forschung überreichte Ministerin Wanka an den 19-Jähringe Tobias Gerbracht aus Nordrhein-Westfalen. Er hat eine mobile Messstation entwickelt, mit der sich Luftverschmutzung messen lässt. Sein innovatives Gerät sendet Licht bis zu zwei Kilometer weit durch die Atmosphäre. Anhand des ankommenden Lichtspektrums lässt sich dann die Stickoxidkonzentration in der Luft messen.

Weitere Bundessieger kamen aus Hessen, Baden-Württemberg, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Berlin. Sie hatten unter anderem eine neuartige Lampe für weißes Licht entwickelt, das Vorkommen von Bärtierchen in Moosen und Linienmuster von abfließendem Wasser untersucht, sich im Labor mit sogenannten Fehling-Proben befasst, die Bahnbewegung zweier Himmelskörper simuliert, eine Grafiksoftware und ein selbstbalancierendes Elektroeinrad entwickelt.

Jugend forscht

Jugend forscht ist eine gemeinsame Initiative der Bundesregierung, des „stern“, von Wirtschaft, Wissenschaft und Schulen. Schirmherr ist der Bundespräsident. Kuratoriumsvorsitzende der gemeinnützigen Stiftung Jugend forscht e. V. ist die Bundesministerin für Bildung und Forschung. Für die Sieger gibt es Geld- und Sachpreise. Dazu zählen unter anderem Forschungsaufenthalte und Praktika wie auch die Teilnahme an internationalen Schülerwettbewerben.