Was ein Shampoo alles kann

Das Doktorandennetzwerk CoWet hat das Verhalten von komplexen Flüssigkeiten auf festen Oberflächen erforscht und bringt damit einige industrielle Herstellungsverfahren einen großen Schritt voran.

Diese Trocknungsmuster entstehen, wenn Stoffgemische aus flüssigen und winzigen festen Bestandteilen auf oberflächenaktive Substanzen treffen. Nikolai Kubochkin

Das Verhalten von reinen Flüssigkeiten, die auf feste Oberflächen treffen, ist bereits gut erforscht. Komplizierter wird es, wenn sogenannte „komplexe“ Flüssigkeiten wie etwa Gemische mit rauen, porösen oder weichen Oberflächen in Kontakt kommen. Also zum Beispiel wenn das Shampoo auf den Haaren Reinigungs- und Pflegesubstanzen freisetzen soll, oder wenn funktionale Nanopartikel auf Textilfasern ablagern sollen. Viele industrielle Herstellungsverfahren können durch neue Erkenntnisse aus der Forschung verbessert werden.

Als Doktorandennetzwerk ist CoWet an der Technischen Universität Darmstadt koordiniert worden und hat mit Partner-Institutionen in Deutschland, Griechenland, Großbritannien, Israel, den Niederlanden, Polen und in Spanien zusammengearbeitet. In interdisziplinär aufgestellten Teams haben die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Hilfe von hochauflösenden Experimenten, Modellierungen und Computersimulationen die Weiterentwicklung der Verfahren einen großen Schritt voran gebracht. Ihre Forschungsergebnisse schaffen die Grundlage für viele neuartige Technologien, wie zum Beispiel den Transport von Wärme oder dem funktionalen Drucken.

Wofür wird der Dahrendorf-Preis verwendet?

Das Forschungsteam will nun die faszinierenden chemischen und physikalischen Vorgänge mit bildgebenden Verfahren sichtbar machen und sie in verschiedenen Formaten einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Geplant sind neben Webvideos auch Live- und Mitmachexperimente für regionale Schülerlabore und Science Camps. Weiterhin werden ein „Krimi-Dinner“ mit Blutspuren-Analyse und eine musikalisch untermalte „Liquid-Lightshow“ vorbereitet, die im Rahmen von öffentlichen Abendveranstaltungen der Technischen Universität Darmstadt stattfinden sollen.

Gefördert durch

7. EU Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, Spezifisches Programm „Menschen“, Marie-Sklodowska-Curie Programm.