Was Sie zum Sofortprogramm für digitale Lernmittel wissen sollten

Der Koalitionsausschuss hat beschlossen, 500 Millionen Euro bereitzustellen, um Schülerinnen und Schülern, die zu Hause nicht darauf zugreifen können, ein mobiles Endgerät zu geben. Aber wie wird das Programm umgesetzt? Die wichtigsten Antworten.

Quiz - Antwort 7
Nicht alle Schülerinnen und Schüler können zu Hause am Laptop oder Tablet lernen. Deshalb gibt es jetzt das Sofortprogramm für digitale Ausstattung. © Getty Images / Westend61

Die Corona-Pandemie ist eine große Bewährungsprobe für alle Menschen in Deutschland. Das gilt ganz besonders für das Bildungssystem. Von den Lehrkräften über die Schulverwaltungen bis zu den Hausmeisterinnen und Hausmeistern tragen alle Verantwortlichen dazu bei, dass die Schulen diese Bewährungsprobe gut meistern. Das gilt ebenso für die Eltern, die in kürzester Zeit zu noch engeren Lernbegleitern ihrer Kinder geworden sind.

Trotzdem gilt: Die Corona-Krise darf keine Bildungskrise werden. Ein Großteils des Unterrichts spielt sich derzeit digital ab. Deshalb hat der Koalitionsausschuss kürzlich beschlossen, 500 Millionen Euro bereitzustellen, um Schülerinnen und Schüler mit mobilen Endgeräten zu unterstützen und Schulen eine Ausstattung zur Erstellung von online-Lehrmaterial zu ermöglichen. Der DigitalPakt Schule wird dafür um eine gemeinsame Vereinbarung zwischen Bund und Ländern für ein „Sofortprogramm“ ergänzt.

Aber wer erhält die Förderung, und wie kommen die Geräte zu den Schülerinnen und Schülern? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

1. Was genau soll das Sofortprogramm bewirken?

Digitales Lernen hat bereits in den zurückliegenden Wochen im ganzen Land deutlich an Bedeutung gewonnen. Das wird auch in den kommenden Monaten so bleiben. Deshalb werden Schülerinnen und Schüler zu Hause einen Laptop o. ä. zum Lernen benötigen. Nicht alle Eltern sind in der Lage, ihren Kindern ein solches Gerät zu kaufen. Deshalb ist es ein wichtiger Schritt für mehr Bildungsgerechtigkeit, dass Bund und Länder mit dem Sofortprogramm die Teilhabe an digitaler Bildung ermöglichen. Um die Ausstattung mit digitalen Endgeräten zu sichern, hat der Koalitionsausschuss beschlossen, dafür 500 Millionen Euro bereitzustellen.

Außerdem sollen die Schulen auch bei der Erstellung von Online-Lerninhalten unterstützt werden.  Denn viele Lehrkräfte nutzen digitale Inhalte, die sie auch selbst erstellen. Dafür ist vorgesehen, dass den Schulen eine Förderung der Ausstattung für Online-Lerninhalte gewährt werden kann. Diese Ausstattung umfasst Hard- und Software – wie etwa Aufnahmetechnik und zur Bearbeitung nötige Softwarepakete -, aber auch Schulungen, sofern diese erforderlich sind.

Zur Umsetzung des Sofortprogramms haben Bund und Länder das Verfahren in einer Zusatzvereinbarung zum DigitalPakt geregelt.

2. Wie wird das Geld vom Bund verteilt?

Die Bundesmittel im neuen „Sofortprogramm“ werden nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel auf die Länder verteilt. Ergänzt werden die Bundesmittel durch einen Eigenanteil der Länder in Höhe von zehn Prozent, wie es auch im DigitalPakt Schule schon vereinbart ist.

3. Wer beschafft die Geräte, und wer verteilt diese?

Die Länder entscheiden jeweils, nach welchem Verfahren die Geräte für die Schulen beschafft werden. Verteilt werden sollen sie durch die Schulen selbst.

4. Gibt es zentrale Kriterien für die Vergabe in den Ländern?

Nein. Die Situation vor Ort ist von Schule zu Schule unterschiedlich. Die Verantwortlichen vor Ort kennen die individuelle Situation am besten. Deshalb sollen die Schulen selbst die Kriterien für die Verteilung der Geräte an die Schülerinnen und Schüler festlegen.

5. Gibt es eine formale Bedürftigkeitsprüfung?

Nein, das ist nicht vorgesehen. Die Verantwortlichen vor Ort wissen am besten, wer tatsächlich Ausstattungsbedarf hat und können in eigenem Ermessen handeln.