Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland auf Rekordniveau

Jeder zweite Bürger im erwerbsfähigen Alter hat 2012 eine Weiterbildung gemacht / Wanka: „Lebenslanges Lernen lohnt sich“

In Deutschland haben im vergangenen Jahr so viele Menschen eine Weiterbildung gemacht wie niemals zuvor. 49 Prozent der Bevölkerung im erwerbstätigen Alter haben von April 2011 bis Juni 2012 an einer Weiterbildungsveranstaltung teilgenommen. Während die Beteiligung in Westdeutschland bei 48 Prozent lag, wurde für Ostdeutschland eine Quote  von 53 Prozent gemessen. Das geht aus einer Erhebung hervor, die von TNS Infratest Sozialforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) auf Grundlage des europäischen Adult Education Survey (AES) durchgeführt hat. Bei der ersten Erhebung 1979, damals nur in Westdeutschland, hatte die Beteiligungsquote noch 23 Prozent betragen. Auch im Vergleich zur letzten europäischen Erhebung 2007 hat sich Deutschland um 5 Prozentpunkte gesteigert. Das Ziel einer Weiterbildungsbeteiligung von 50 Prozent im Jahr 2015, das Bund und Länder sich 2008 beim Dresdner Bildungsgipfel gesetzt hatte, ist damit schon jetzt nahezu erreicht.

Besonders erfreulich ist der hohe Weiterbildungsanteil in der Gruppe der 60- bis 64-Jährigen. Hier ist die Quote von 18 Prozent im Jahr 2007 auf den Spitzenwert von 32 Prozent im Jahr 2012 gestiegen. „Lebenslanges Lernen lohnt sich – für Arbeitnehmer und Arbeitgeber“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. „Unsere Gesellschaft und unsere Arbeitswelt verändern sich rasant. Weiterbildung ist der Schlüssel für die persönliche Entwicklung des Einzelnen und die Innovationsfähigkeit von Unternehmen“, sagte Wanka.
Die Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland liegt damit weit über dem EU-Durchschnitt. Der Anstieg beruht insbesondere auf der Zunahme der betrieblichen Weiterbildung, der 69 Prozent aller Weiterbildungsaktivitäten zuzurechnen sind. Ein wesentlicher Faktor für den Anstieg dürfte einerseits im wirtschaftlichen Wachstum Deutschlands und damit in der hohen Beschäftigungsrate liegen. Andererseits haben die Unternehmen ihre Weiterbildungsanstrengungen verstärkt, um im Zeichen des Demografischen Wandels dem drohenden Fachkräftemangel vorzubeugen.

Das BMBF investiert konsequent in den Weiterbildungsbereich. Mit dem Meister-BaföG werden berufliche Aufstiegsfortbildungen gefördert. Mit der Bildungsprämie, für die seit 2009 insgesamt 164 000 Gutscheine ausgegeben wurden, sollen vor allem Einkommensschwache gefördert werden. Auch Weiterbildungs- und Aufstiegsstipendien dienen dazu, beruflich Qualifizierten den Erwerb neuer Kompetenzen zu ermöglichen. „Die gute Entwicklung bei der Weiterbildung zeigt, dass Deutschland sich zu einer lernenden Gesellschaft entwickelt. Aber auch in Zukunft gilt: Jedes Unternehmen wie auch jeder Einzelne ist gut beraten, seine Weiterbildungsaktivitäten weiter zu verstärken“, so Wanka.

Den Bericht finden Sie unter: http://www.bmbf.de/pub/trendbericht_weiterbildungsverhalten_2012.pdf