Weltweite Ernährung sichern

Rund neun Milliarden Menschen leben Schätzungen zufolge bis zur Mitte des Jahrhunderts auf unserem Planeten. Nahrung ist ein Menschenrecht, das jedem Einzelnen von uns zusteht. Dies verpflichtet auch die Bundesregierung zu großen Anstrengungen.

Die globale Ernährungssicherung ist ein zentrales Handlungsfeld der Bioökonomie. Für volle Teller auf der ganzen Welt müssen Bäuerinnen und Bauern in Zukunft mehr aus den Äckern und Feldern „herausholen“. Denn die Anbauflächen auf der Erde sind begrenzt. Eine gesteigerte Produktivität und Reduzierung der Verluste in der Agrarwirtschaft sind Schlüssel für mehr Nahrungsmittel. Dazu züchten Forscher neue, besonders ertragreiche Pflanzensorten. Mithilfe der Biotechnologie entstehen dabei auch Pflanzen, die besonders widerstandsfähig sind – gegenüber Trockenheit, Hitze, versalzten Böden aber auch Schädlingen.

Um auch künftig alle Menschen satt zu machen, muss die landwirtschaftliche Produktion gesteigert werden. © Thinkstock

Ein weiteres Anliegen von Forschungsprojekten zur Sicherung der weltweiten Ernährung ist die bessere Verteilung von Lebensmitteln. Eine reiche Ernte allein genügt nicht, die Waren müssen – etwa über Straßen oder Schienen – rasch beim Verbraucher landen. Noch verderben nach der Ernte zu viele Nahrungsmittel, fallen Schädlingen zum Opfer oder werden einfach weggeschmissen.

Hand in Hand mit afrikanischen Partnern

Die Länder Afrikas sind besonders von Hunger, Unterernährung und Klimawandel betroffen. Die Förderinitiative „GlobE – Globale Ernährungssicherung“ sucht zusammen mit afrikanischen Partnern innovative und regional angepasste Lösungen, um die Ernährung zu sichern und zu verbessern. Gerade Kleinbauern sollen durch Forschungsprojekte in die Lage versetzt werden, höhere Erträge bei Ackerbau und Viehzucht zu erzielen. Neben den Händlern sollen auch sie über ein ausreichendes Einkommen durch eine nachhaltige Agrarwirtschaft verfügen. Mit der Förderinitiative verfolgt das Ministerium das Ziel, deutsche und afrikanische Kompetenzen zu bündeln. Man will Brücken schlagen zwischen Entwicklungs- und Industrieländern, hochentwickelten Anbautechnologien und traditionellem Wissen. An erster Stelle steht dabei die Versorgung der Bevölkerung vor Ort.

Pflanzen liefern Nahrung, aber auch Rohstoffe oder Bioenergie. Die Entwicklung neuartiger Hochleistungspflanzen verschafft der Landwirtschaft mehr Einkommen. Das Ministerium legt die Basis für Innovationen in der Pflanzenforschung mit den nationalen Förderschwerpunkten „Pflanzenbiotechnologie der Zukunft“ und der internationalen Zusammenarbeit im Rahmen von „PLANT-KBBE“. Hier haben sich die Länder Deutschland, Frankreich, Portugal und Spanien zusammengetan und erforschen in gemeinsamen Projekten die anwendungsnahe Pflanzenbiotechnologie.

Neue Pflanzensorten unterstützen die Bioökonomie

Die jüngste Förderinitiative ist die „Pflanzenzüchtungsforschung für die Bioökonomie“. Dabei geht es um die nachhaltige, effiziente und bedarfsgerechte Pflanzenerzeugung und Pflanzennutzung. Nur erneuerbare Ressourcen sollen zum Einsatz kommen. Zudem möchte man die Verluste beim Anbau – etwa durch Schädlinge – und nach der Ernte minimieren.

Alle Förderinitiativen sind eingebettet in die „Nationale Forschungsstrategie Bioökonomie 2030“ der Bundesregierung. Die Forschungsstrategie forciert den Wandel zu einer biobasierten und nachhaltigen Wirtschaft.