Weniger Verkehrsstaus dank neuer Technik

Neue Forschungsprojekte zum Schutz von Verkehrsinfrastrukturen starten / Karliczek: "Wir wollen viel Ärger aus dem Alltag verbannen"

Tragische Ereignisse wie der Einsturz der vierspurigen Autobahnbrücke in Genua zeigen, wie wichtig eine effektive Überwachung der Infrastruktur ist. Ob auf der Schiene, der Straße oder dem Wasser – sichere und störungsfrei funktionierende Verkehrsinfrastrukturen sind unentbehrlich. Sie gewährleisten unsere Mobilität und Versorgung, sind Fluchtwege im Evakuierungsfall und Rettungswege für Hilfskräfte. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert neue Projekte, die den Schutz solcher Infrastrukturen erhöhen und Belastungen wie Staus reduzieren sollen.

"Wir alle ärgern uns über Staus, gerade in der Ferienzeit. Mit dem neuen Forschungsprojekt können wir viele Baustellen in Zukunft vermeiden und so Ärger aus dem Alltag verbannen", sagt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. Die zivile Sicherheitsforschung trägt zur sicheren Versorgung der Bevölkerung bei und hilft, die unverzichtbaren Lebensadern unserer Gesellschaft und Wirtschaft durch den Einsatz neuer Technik zu schützen.

Insgesamt werden acht neue Projekte gefördert, die jetzt ihre Arbeit aufgenommen haben. Sie forschen zum Beispiel an neuen Technologien, mit denen der aktuelle Zustand von Brücken erfasst werden kann. Dazu werden Drohnen mit Sensoren oder hochgenaue Radarmessgeräte eingesetzt. Begleitende Computersimulationen sollen zudem mögliche Alterungsschäden bereits im Entstehen erkennen und deren Verlauf vorhersagen können. Der große Vorteil dieser neuen Verfahren: Zum einen können die Brücken im laufenden Verkehrsfluss überprüft werden, so dass keine Baustellen und Staus entstehen, zum anderen können Beschädigungen frühzeitig erkannt und repariert werden.

Weitere Projekte erarbeiten praxisorientierte Konzepte für die Sicherheit in Eisenbahntunneln und entwickeln neue Baustoffe, um alte Tunnel feuerfest nachzurüsten. Sie analysieren Wasserstraßen, Kanäle und Schleusen auf mögliche Risiken und machen Fähren für alternativ betriebene Autos sicher. Und sie untersuchen, wie Bahnhöfe besser für den Alltags- und Berufsverkehr gerüstet und für Evakuierungen im Krisenfall genutzt werden können. So wird am Beispiel der Stadt Dortmund erforscht, wie die Bevölkerung einer Großstadt nach einem Chemieunfall oder Hochwasser über den Hauptbahnhof schnell in Sicherheit gebracht werden kann, wenn die Straßen aus der Stadt hinaus bereits stark überlastet sind. Dafür wird ein Konzept entwickelt, wie in solchen Krisenfällen großstädtische Bahnhöfe in Zukunft kurzfristig ihre Kapazitäten erweitern können.

In den Projekten arbeiten Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Behörden und Anwender eng zusammen. Das Bundesforschungsministerium fördert die Projekte im Programm "Forschung für die zivile Sicherheit" mit rund 14 Millionen Euro.