"Wer aufhört zu lernen, hört auf zu leben"

Neues lernen, sich beruflich weiterentwickeln – für die Personaltrainerin Christiane Barton ist das selbstverständlich. Für ihr nächstes Ziel, eine Weiterbildung zur "Fachberaterin Diabetes" nimmt sie die Bildungsprämie in Anspruch.

Christiane Barton hat für ihre Weiterbildung die Bildungsprämie beantragt und den 300.000sten Prämiengutschein erhalten. © PHOTOGRAPHIE meikedietz

Personaltrainerin Christiane Barton arbeitet gerne – und sieht Weiterentwicklung als selbstverständlich an: „Wer aufhört zu lernen, hört auf zu leben“, sagt sie. Jede Weiterbildung bringe einen weiter, so die Selbstständige aus dem hessischen Lich. Sie hat noch viel vor: „Ich möchte mich auf die Prävention von Typ-2-Diabetes bei Kindern konzentrieren.“ Dafür bildet sie sich mit der Hilfe der Bildungsprämie zur Fachberaterin Diabetes weiter. „Die Bildungsprämie zu bekommen, war sehr unbürokratisch“, sagt Barton. „Und es ist klasse, dass auch Selbstständige gefördert werden – das konnte ich erst gar nicht glauben, als ich von dieser Förderung erfahren habe.“

„Ich kam auf die Idee, mir selbst zu helfen!"

Christiane Bartons beruflicher Werdegang ist eine sehr persönliche Geschichte: In ihrem sicheren Job im öffentlichen Dienst war sie unglücklich, nach den Geburten ihrer beiden Söhne fühlte sie sich übergewichtig. Sie beschloss, intensiv Sport zu machen, um wieder in Form zu kommen. Der Besuch im Fitnessstudio erfüllte seinen Zweck – aber ganz anders als geplant: „Die Trainer dort haben mir nicht geholfen. Deshalb kam ich auf die Idee, mir selbst zu helfen!“

Selbstständig im Nebenberuf

Gesagt, getan: Christiane Barton startete ein Fernstudium im Bereich Gesundheit und Ernährung – und erreichte durch ihr neues Wissen ein ganz persönliches Ziel. „Ich war wieder fit, und das fiel auch anderen auf.“ Sie verhalf Nachbarn und Bekannten erfolgreich zu einem gesünderen und fitteren Leben. Als dann eine Freundin sie für ihre Unterstützung bezahlte, kam Christiane Barton auf die Idee, dass sie vielleicht sogar von ihren Kompetenzen und ihrem Know-how leben könnte. „Der Funke sprang über“, erinnert sich Christiane Barton. Die zweifache Mutter machte sich in ihrer Elternzeit nebenberuflich selbstständig.

Die Bildungsprämie

Seit Ende 2008 gibt es das Programm Bildungsprämie. Mit ihm will die Bundesregierung Erwerbstätige mit wenig Einkommen bei ihrer berufsbezogenen Weiterbildung unterstützen.

"Ich habe meine Berufung gefunden"

Eine Besteigung des Kilimandscharo nutzte sie, um sich endgültig darüber klar zu werden, was sie beruflich wollte: „Dort entschied ich mich, meinen alten Beruf zu kündigen und alles auf eine Karte zu setzen – und ich habe es nie bereut“, so die 46-Jährige. „Mein alter Beruf war eine reine Vernunftentscheidung. Mit meiner Selbstständigkeit habe ich meine Berufung gefunden.“ Neben ihrer Karriere wuchs auch das Selbstbewusstsein: Heute halte sie Vorträge vor fünfhundert Leuten und bilde Fitnesstrainer aus – das war für sie früher unvorstellbar.

Spezialisierung mit Hilfe der Bildungsprämie

Bewegung und gesunde Ernährung gehören für Christiane Barton zusammen. Dies will sie in Zukunft besonders Kindern und ihren Eltern näherbringen: „Es ist wichtig, schon Kindern zu zeigen, wie viel Spaß es macht, gesundes Essen selbst zuzubereiten“. Auch die Freude an Bewegung will sie Kindern vermitteln. Dank der Bildungsprämie wird sie dieses Ziel bald erreicht haben.

Der 300.000ste Prämiengutschein

Christiane Barton hat wie viele andere Erwerbstätige für ihre Weiterbildung die Bildungsprämie beantragt und den 300.000sten Prämiengutschein erhalten. Die Bildungsprämie des Bundes erleichtert die Finanzierung einer individuellen berufsbezogenen Weiterbildung. Mit dem Prämiengutschein zahlen Erwerbstätige mit geringem Einkommen nur die Hälfte der Veranstaltungsgebühren an den Weiterbildungsanbieter, sofern die Veranstaltung höchstens 1.000 Euro kostet. Die andere Hälfte übernimmt der Staat.