"Wichtiger Schritt hin zu Unabhängigkeit und Selbständigkeit"

Staatssekretär Christian Luft hat bei einer Veranstaltung in Berlin die Bedeutung von Auslandssemestern für Studierende hervorgehoben. „Ein Auslandsaufenthalt ist in der Regel eine bleibende persönliche Erfahrung“, sagte er.

Staatssekretär Christian Luft mit Dr. Oliver Schmidt bei der Veranstaltung in Berlin. © BMBF / Anja Spiller

Grußwort des Staatssekretärs im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Christian Luft, nlässlich des Stipendiaten-Seminars 2019 der Deutsch-Amerikanischen Fulbright-Kommission am 14. Juni 2019 in Berlin.

Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrter Herr Dr. Schmidt,

liebe Studierende,

mit der Aufnahme Ihres Studiums an einer Fachhochschule, Hochschule für angewandte Wissenschaften oder an einer Dualen Hochschule haben die meisten von Ihnen einen für Wirtschaft und Gesellschaft in unserem Land besonders wertvollen Weg eingeschlagen.

Fachhochschulen und Duale Hochschulen bilden seit langem Fachkräfte für die deutsche Wirtschaft aus und legen das Fundament für den wirtschaftlichen Erfolg vieler Unternehmen in ihren jeweiligen Regionen.

Ein praxisorientiertes Studienangebot, die Nähe zur Wirtschaft oder sozialen Einrichtungen vor Ort, anwendungsbezogene Forschung sowie Transfer, der Forschungsergebnisse auf kurzen Wegen in die Region bringt, tragen maßgeblich zur Innovationsfreudigkeit unserer Gesellschaft bei. Ich freue mich sehr, dass immer mehr junge Menschen sich für ein praxisorientiertes Studium entscheiden.

Die meisten von Ihnen werden in ihrem Beruf zugleich international arbeiten, auch wenn ihr Arbeitsort in Deutschland liegt. Auch kleine und mittlere Unternehmen sind immer internationaler aufgestellt. Sie erschließen sich Absatzmärkte rund um den Globus und investieren in neue Standorte weltweit. Die Kunden, die Zulieferer, die benutzte Software – Das meiste im Wirtschaftsalltag ist heute international, und vieles auf Englisch.

Gerade ein an der Praxis ausgerichtetes Studium sollte auch internationale und interkulturelle Kompetenzen vermitteln, am besten mit einem Auslandsaufenthalt. Aus zahlreichen Studien wissen wird, dass Absolventinnen und Absolventen mit internationaler Erfahrung auf dem Arbeitsmarkt besonders erfolgreich sind.

Die Sommer-Institute der Fulbright-Kommission sind hierfür ein idealer Einstieg. Sie bekommen einen Einblick in das amerikanische Wirtschafts- und Arbeitsleben, in die Ausbildungs- und Lernkultur. Sie haben Gelegenheit, einen neuen Blick auf Ihr jeweiliges Fach zu erlangen und sich im interdisziplinären Austausch im Team zu üben.  Zugleich können Sie Ihre Fähigkeiten in Kommunikation, Verhandlung und Präsentation in einem interkulturellen Kontext schulen. Kaum ein Land hat das globale Arbeitsleben auf diesen Gebieten so geprägt wie die USA und ihre Arbeitskultur. Das zeigt schon der Umstand, dass auch in Deutschland in vielen Terminkalendern „Meetings“, „Calls“, „Lunchs“ oder „Get-togethers“ stehen.

Liebe Stipendiatinnen und Stipendiaten,

ein Auslandsaufenthalt ist aufwändig. Man muss erstmal freie Zeit dafür schaffen und sich dann von Familie und Freunden, von Arbeit und Hobby verabschieden. Dann muss man sich auf eine fremde Sprache und fremde Menschen einlassen, auf eine andere Kultur mit anderen Gepflogenheiten.

Ich kann Sie nur ermutigen, diese Mühen nicht zu scheuen. Es lohnt sich! Am meisten würde ich mich freuen, wenn der ein oder andere von Ihnen das Sommerstudium mit Fulbright als Vorgeschmack auf ein späteres Auslandssemester oder -jahr nimmt.

Ein Auslandsaufenthalt ist in der Regel eine bleibende persönliche Erfahrung. Für manchen ist es ein wichtiger Schritt hin zu Unabhängigkeit und Selbständigkeit. Im Ausland gemachte Erfahrungen im Umgang mit verschiedenen Sichtweisen, verschiedenen Arten, sich auszudrücken, durchaus auch mit Missverständnissen oder „Fettnäpfchen“, vergisst keiner so schnell.

Oft blickt man später mit einem Lächeln auf sie zurück und lässt sich dann von der Vielfalt im eigenen Alltag nicht mehr so leicht aus der Ruhe bringen, sei es in der Hochschule, im Betrieb, im Sportverein oder Freundeskreis.     

Aber jetzt wünsche ich Ihnen erstmal viel Freude und Erfolg für Ihre Zeit in den USA. Ich glaube Sie erwartet alle ein intensives Programm. Seien offen für Neues! Ich bin sicher, Sie kehren mit einem frischem Blick in Ihre Studium in Deutschland zurück.