Wissen zur Wirkung bringen

Validierungsförderung VIP+ vergibt drei Preise für herausragende Verwertung/ Parlamentarischer Staatssekretär Dr. Meister: "Aus Ideen sollen Innovationen werden"

Staatssekretär Michael Meister (rechts) zeichnet die Forschenden der Projekte "ARES", "NAMPAR" und "EX Tassay" mit dem Validierungspreis 2019 aus.

© Tatjana Bielke

Den Weg von Forschungsergebnissen in die wirtschaftliche oder gesellschaftliche Anwendung verkürzen und beschleunigen: Dieses Ziel verfolgt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit der Fördermaßnahme VIP+. Vielversprechende Forschungsergebnisse werden weiterentwickelt und geprüft, um den Weg für Innovationen zu ebnen. Heute hat der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Michael Meister im Rahmen der VIP+ Innovationstagung in Berlin drei Projekte ausgezeichnet, die Forschungsergebnisse vorbildlich umgesetzt haben. Die ausgezeichneten Projekte zeigen, wie der Treibstoffverbrauch von Schiffen zukünftig gesenkt, Schmerztherapien verbessert und Medikamente schneller und kostengünstiger entwickelt werden können.

"Wir wollen das Innovationspotenzial in Deutschland stärker ausschöpfen. Deshalb fördert das Bundesforschungsministerium mit VIP+ den Transfer von Ergebnissen unserer exzellenten Grundlagenforschung in die Anwendung und Verwertung. Aus Ideen sollen Innovationen werden. Dies ist den  Preisträgern besonders gelungen. Alle drei Projekte gehen unterschiedliche Verwertungswege. Die ausgezeichneten Projekte eint, dass ihre Ergebnisse rasch für die Bürgerinnen und Bürger zur Wirkung gebracht werden. Damit sind sie Vorbilder im Sinne unserer Maßnahme", so Meister bei der Preisverleihung.

Die Preisträger:

Den 1. Platz belegte das Projekt "ARES" des Karlsruher Instituts für Technologie, der Universität Bonn und der Universität Rostock, in dem gezeigt wurde, dass der weltweite Verbrauch von Schifftreibstoff zukünftig mit Hilfe eines natürlichen Phänomens stark reduziert werden kann. Die Projektpartner nutzten dabei den sogenannten "Salvinia-Effekt" – die Fähigkeit eines Schwimmfarns, dauerhaft eine Luftschicht unter Wasser zu halten. Schiffsrümpfe können mit einer Lufthülle überzogen werden, die die Oberflächenreibung zwischen Schiffsrumpf und Wasser vermindert. Die Emissionen des Schiffverkehrs können so um über 10 Prozent reduziert werden. Die Projektnehmer konnten ihre Ergebnisse in das EU-Projekt AIRCOAT einbringen, in dem das neue Oberflächenmaterial jetzt auch im Verbund mit Reedereien in der Praxis getestet wird.

Den 2. Platz belegte das Projekt "NAMPAR" der Charité - Universitätsmedizin Berlin - Klinik für Anästhesiologie. Im Projekt wurde ein neuer Wirkmechanismus zur Schmerztherapie erfolgreich validiert. Er soll – im Gegensatz zu den Wirkmechanismen herkömmlicher Schmerzmittel – keine Nebenwirkungen wie Abhängigkeiten, Müdigkeit und Übelkeit hervorrufen. Das könnte die Schmerztherapie zukünftig revolutionieren. Die Projektnehmer verhandeln derzeit über entsprechende Lizenzvergaben.

Den 3. Platz belegte das Projekt "EXTassay" des Max-Planck-Instituts für experimentelle Medizin in Göttingen für die erfolgreiche Validierung eines innovativen Verfahrens, mit dem Substanzen auf eine Vielzahl von Targets in einer einzigen Messung parallel bestimmt werden können. Damit können Medikamente im Vergleich zu den bestehenden Verfahren zukünftig erheblich schneller und deutlich kostengünstiger entwickelt werden. Das Projektteam ist im Anschluss die Schritte in die erfolgreiche Gründung der Systasy Bioscience GmbH gegangen.

Über die Fördermaßnahme VIP+:

Die im Jahr 2015 gestartete themenoffene Fördermaßnahme "Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP+" des BMBF unterstützt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler darin, exzellente technologische und nicht-technologische Ergebnisse aus der Forschung für eine spätere Anwendung oder Verwertung zu überprüfen. Seit dem Start von VIP+ konnten 169 Anträge mit einem Fördervolumen von ca. 134,1 Mio. Euro bewilligt werden