Wissenschaft kann Brücken bauen

Die Wissenschaft war Wegbereiter für die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel. Im Jahr des 50. Jubiläums der diplomatischen Beziehungen wird die Rolle der Wissenschaft besonders deutlich.

Auf dem Balkon des Max-Liebermann-Hauses: Staatssekretär Georg Schütte (3. vl) mit der Direktorin des Stiftungsfonds Martin-Buber-Gesellschaft, Ruth HaCohen, und den Präsidenten der Hebrew University, Menahem Ben-Sasson (1. vr), der Freien Universität Berlin, Peter-Andre Alt (2. vr) und der Humboldt Universität, Jan-Hendrik Olbertz (2. vl) sowie dem Rektor der Hebrew University, Asher Cohen (1. vl). © Elke A. Jung-Wolff

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland und Israel, Alumni und Gäste des Stiftungsfonds Martin-Buber-Gesellschaft sowie Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, sind zu einem Festsymposium zusammengekommen. Das Thema: „(Re)searching the Future: Young Academics in Israel and Germany“.

Die deutsch-israelische Zusammenarbeit wurde von den aktiven Stipendiaten bis zu den Rektoren der an dem Programm maßgeblich beteiligten deutschen und israelischen Universitäten aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

Dialog zwischen Deutschland und Israel fördern

Die Martin-Buber-Gesellschaft hat sich zum Ziel gesetzt, den interdisziplinären und interkulturellen akademischen Dialog zwischen herausragenden jungen Wissenschaftlern aus Deutschland und Israel in den Geistes- und Sozialwissenschaften zu fördern. Denn die Geisteswissenschaften sind von jeher ein besonderes Bindeglied zwischen Deutschland und Israel.

„Das deutsch-israelische Verhältnis ist in jeder Hinsicht ein besonderes – umso mehr blicken wir mit Stolz auf die bahnbrechenden Leistungen derer zurück, die der deutsch-israelischen Kooperation den Weg geebnet haben“, betonte Staatsekretär Georg Schütte. „Dabei spreche ich sowohl von den grandiosen wissenschaftlichen Ergebnissen als auch vom unschätzbaren Beitrag der Wissenschaftsdiplomatie zu den Beziehungen zwischen unseren Ländern insgesamt.“

Seit 2010 werden jährlich zehn herausragende Postdoktoranden – je fünf aus beiden Ländern – neu in die Förderung der Martin-Buber-Gesellschaft aufgenommen; insgesamt werden zurzeit 35 Stipendiaten gefördert. Ort der Forschungsaktivitäten ist die Hebrew University Jerusalem, die dafür eigene Räumlichkeiten bereitstellt.

Geschichte der wissenschaftlichen Zusammenarbeit

Die deutsch-israelische Zusammenarbeit in Bildung, Forschung und Technologie zeichnet sich durch ihre besondere Dynamik und Exzellenz aus und deckt in ihrer Vielfalt alle Bereiche von der Grundlagenforschung bis zur angewandten, industriegeführten Forschung ab. Bereits 1964 wurde die Minerva-Stiftung gegründet, später kamen als weitere wichtige Säulen der deutsch-israelischen Zusammenarbeit vor fast 30 Jahren die German-Israeli Foundation for Scientific Research and Development (GIF) und als jüngstes Förderinstrument seit 2010 der Stiftungsfonds Martin-Buber-Gesellschaft hinzu.

Die Wissenschaft hat für die Beziehung zwischen Deutschland und Israel eine besondere Bedeutung: Der Austausch in der akademischen Welt hat nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges die Annäherung beider Staaten vorbereitet. Bereits im Jahr 1959 lud das Weizmann Institute of Science (WIS) in Rehovot eine deutsche Delegation der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) nach Israel ein. Dieser Austausch hat später zur Gründung der Minerva-Stiftung geführt. Sie ist das Herzstück der deutsch-israelischen Wissenschaftszusammenarbeit und wird finanziell vom Bundesministerium für Bildung und Forschung getragen.