Wissenschaft kennt keine Grenzen

Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg: Dafür stehen die Käte Hamburger Kollegs. Bisher sind sie für Spitzenforschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften bekannt. Jetzt öffnet das BMBF das Format für die Kooperation mit weiteren Disziplinen.

Die Käte Hamburger Kollegs arbeiten über Ländergrenzen hinweg zusammen und bauen globale Netzwerke auf, um gemeinsam globale Herausforderungen zu erforschen. © Adobe Stock / Gajus

Es ist ein Moment für die Geschichtsbücher: Am 12. Dezember 2015 verpflichten sich auf der Klimakonferenz in Paris über 150 Staats- und Regierungschefs, sich gemeinsam der Bedrohung des Planeten durch den Klimawandel zu stellen. Die Weltwirtschaft muss „grüner“ werden. Darüber sind sich alle einig. Doch die Einigkeit hält nur wenige Jahre: Im August 2018 treten die USA aus dem Abkommen aus – wieder ein historischer Moment. Das Beispiel zeigt: Internationale Zusammenarbeit scheitert oft dort, wo sie am dringendsten gebraucht wird – bei globalen Herausforderungen, die vor keiner Grenze Halt machen.

Kollegs arbeiten über Ländergrenzen hinweg

In Duisburg erforschen 65 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 23 Ländern die Möglichkeiten, Krisen als Gemeinschaft zu bewältigen.

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Genau dort setzen die Käte Hamburger Kollegs an. Sie arbeiten über Ländergrenzen hinweg zusammen und bauen globale Netzwerke auf, um gemeinsam globale Herausforderungen zu erforschen. So fragt etwa das Kolleg „Centre for Global Cooperation Research“ an der Universität Duisburg-Essen danach, wie die Weltgemeinschaft bei Herausforderungen wie dem Klimawandel, bei nuklearer Abrüstung oder bei Pandemien besser kooperieren kann.

Die 65 Forschenden aus 23 Ländern und 9 Fachdisziplinen betrachten den Aufstieg neuer Regional- und Weltmächte, Hindernisse grenzüberschreitender Kooperation und Möglichkeiten, Krisen als Gemeinschaft zu bewältigen. Die Ergebnisse des Kollegs fließen bisweilen auch in politische Entscheidungsprozesse ein. So sind etwa die Direktoren des Kollegs Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen und des Beirats Vereinte Nationen des Auswärtigen Amtes.

Förderformat wird erweitert

Die Kollegs leisten damit einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Doch globale Herausforderungen werden immer komplexer: So werden etwa die Digitalisierung und der technologische Fortschritt in der Arbeitswelt viele Branchen vor Herausforderungen stellen – aber auch Chancen eröffnen. Daher erweitert das BMBF jetzt das Förderformat: Neben den „klassischen Kollegs“ können künftig auch solche gefördert werden, die eine transdisziplinäre Fragestellung in der Zusammenarbeit zwischen den Geistes- sowie den Lebens-, Natur-, Technik- oder Ingenieurwissenschaften verfolgen. Die Förderung der ersten Kollegs kann bereits 2020 anlaufen.

Kurz erklärt: Das sind die Ziele der Förderung

• Fortschritte bei der interdisziplinären und transdisziplinären Kooperation vor Ort,
• Fortschritte bei der internationalen Kooperation der Fächer sowie
• Fortschritte bei der strukturellen Stärkung der Geisteswissenschaften an der ausführenden Hochschule