Das Tenure-Track-Programm

Das Tenure-Track-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses soll dazu beitragen, dass die Karrierewege in der akademischen Welt planbarer und transparenter werden. In der ersten Bewilligungsrunde werden 468 Professuren gefördert.

Nachwuchsforscherin im Labor
Nachwuchsforscherin im Labor © Thinkstock/Fuse

Der Bund stellt eine Milliarde Euro bereit, um 1.000 zusätzliche Tenure-Track-Professuren zu fördern. Die Laufzeit des Programms reicht bis zum Jahr 2032.

468 Tenure-Track-Professuren

Deutschlandweit werden in der ersten Bewilligungsrunde des Bund-Länder-Programms zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses 468 Tenure-Track-Professuren an 34 Universitäten gefördert. Diese Entscheidung hat das Auswahlgremium am 21.09.2017 getroffen – Grundlage für die Auswahl war ein wissenschaftsgeleitetes Wettbewerbsverfahren.

Mit dem neuen Bund-Länder-Programm wird die Tenure-Track-Professur erstmals breit an den Universitäten in Deutschland etabliert. Für viele junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wird der Weg zur Professur erheblich transparenter und planbarer: Die Tenure-Track-Professur richtet sich an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der frühen Karrierephase und sieht nach erfolgreicher Bewährungsphase den unmittelbaren Übergang in eine Lebenszeitprofessur vor.

Strukturelles Reformprojekt

Um die Personalstrukturen nicht nur punktuell weiterzuentwickeln, sondern als Ganzes, muss jede Universität als Teilnahmebedingung des Programms ein Konzept für die Entwicklung des gesamten wissenschaftlichen Personals vorlegen. Das stellt sicher, dass die Universitäten ihre Personalstrukturen nicht nur auf der Ebene der Professorinnen und Professoren überdenken, sondern auf allen Ebenen des wissenschaftlichen Personals. Das Programm stellt Mittel bereit, um den damit verbundenen Reformprozess an den Universitäten angemessen gestalten zu können.

Der neue Karriereweg zur Professur ist attraktiv für die besten Köpfe aus dem In- und Ausland und schafft frühe Planbarkeit für den dauerhaften Verbleib in der Wissenschaft. Das Tenure-Track-Programm ist damit auch ein strukturelles Reformprojekt für den Innovationsstandort Deutschland.

Nachhaltige Wirkung

Das Bund-Länder-Programm wird nachhaltig wirken. Die 1.000 vom Bund geförderten neuen Tenure-Track-Professuren werden immer wieder neu ausgeschrieben, und die Länder werden sie langfristig erhalten. Zugleich werden die Länder die Zahl der unbefristeten Professuren um 1.000 erhöhen, um die Karrierechancen des wissenschaftlichen Nachwuchses insgesamt zu verbessern.

Die wichtigsten Fragen in Kürze

Welche Ziele hat das Programm?

Das Programm hat die folgenden Ziele:

  • Erhöhung der Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems durch Etablierung der Tenure-Track-Professur als international bekannten und akzeptierten Karriereweg,
  • stärkere strukturelle Etablierung der Tenure-Track-Professur als zusätzlichen Karriereweg zur Professur, dadurch planbarere und transparentere Gestaltung der Karrierewege des wissenschaftlichen Nachwuchses,
  • Förderung von 1.000 Tenure-Track-Professuren,
  • Erweiterung der Karriereperspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs durch Schaffung von mehr dauerhaften Professuren in gleicher Anzahl,
  • Ermöglichung einer im Durchschnitt früheren Entscheidung über einen dauerhaften Verbleib von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern im Wissenschaftssystem,
  • Förderung des mit der Etablierung der Tenure-Track-Professur verbundenen Kulturwandels und Weiterentwicklung der Personalstruktur des wissenschaftlichen Personals an der gesamten Universität, so dass sie den neuen Karriereweg optimal ergänzt und auch Karrierewege außerhalb der Professur aufzeigt und
  • Verbesserung der Chancengerechtigkeit und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Wer kann einen Antrag auf Förderung stellen?

Anträge können von Universitäten und ihnen gleichgestellten Hochschulen der Länder – im Folgenden bezeichnet als Universitäten – gestellt werden, jeweils vertreten durch ihre Leitung.

Welche Laufzeit hat das Programm?

Das Programm beginnt im Jahr 2017 und endet im Jahr 2032.

Wie ist der Zeitplan?

Das Programm wird in zwei Bewilligungsrunden in den Jahren 2017 und 2019 durchgeführt.

Die erste Bewilligungsrunde ist bereits abgeschlossen, der Förderbeginn war der 1. Dezember 2017.

Für die zweite Bewilligungsrunde ist folgender voraussichtlicher Zeitplan vorgesehen:

  • Anfang Mai 2018: Veröffentlichung der Förderrichtlinie
  • 8. Mai 2018: Informationsveranstaltung für die Antragstellerinnen in Berlin
  • 31. Januar 2019: Frist für die Einreichung der Anträge beim Projektträger durch die Wissenschaftsbehörde des jeweiligen Sitzlandes
  • Anfang/Mitte September 2019: Auswahlsitzung
  • 1. Dezember 2019: Beginn der Förderung

Welche Haushaltsmittel stehen zur Verfügung?

Zur Finanzierung des Programms stellt der Bund, vorbehaltlich der Mittelbereitstellung durch die gesetzgebenden Körperschaften, ab dem Jahr 2017 ein Gesamtvolumen von bis zu einer Milliarde Euro für die Gesamtlaufzeit des Programms bis 2032 zur Verfügung.

Kurz erklärt: Wie funktioniert "Tenure-Track"?

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