Wissenschafts- und Hochschulforschung

Damit das Wissenschaftssystem leistungsfähig ist und fundiertes Wissen zur Verfügung steht, ist Wissenschafts- und Hochschulforschung (WiHo) unerlässlich. Vom Bundesbildungsministerium wird sie intensiv gefördert.

Das Bundesforschungsministerium fördert die Wissenschafts- und Hochschulforschung, um Forschungskapazitäten quantitativ auszubauen und qualitativ zu stärken.

© Thinkstock

Ein leistungsstarkes und dynamisches Wissenschaftssystem
- prägt die Kultur moderner Gesellschaften;
- leistet unverzichtbare Beiträge zur Lösung globaler gesellschaftlicher Probleme;
- ermöglicht neue Wertschöpfung und sichert damit Arbeitsplätze und Wohlstand.

Förderung durch das Bundesministerium

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt mit dem Förderschwerpunkt „Wissenschafts- und Hochschulforschung“ den Auf- und Ausbau der Forschung über Hochschulen und das Wissenschaftssystem. Das BMBF stellt dafür jährlich über 13 Millionen Euro zur Verfügung.

Wie gut und wie effizient das Wissenschaftssystem seine Kernaufgaben „Forschung“ und „Lehre“ erfüllen kann, hängt zum einen vom Umfang der ihm zur Verfügung stehenden Finanzmittel ab.  Zum anderen spielen hierfür aber auch weitere Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle. Das betrifft sowohl die „Gesamtarchitektur“ des Wissenschaftssystems als auch die (inner-) institutionelle Organisation, die betriebs- und finanzwirtschaftlichen Verfahren, die (arbeits-) rechtlichen Bestimmungen etc.

Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sind weder Unternehmen noch Behörden oder Schulen. In wesentlichen Merkmalen unterscheiden sie sich von diesen:

  • Insbesondere mit der „Forschung“  erfüllen sie sehr spezielle Aufgaben, die vergleichsweise wenig plan- und standardisierbar sind; die dort tätigen Wissenschaftler/-innen verfügen in der Regel über ein sehr hohes Maß an intrinsischer Motivation sowie Spezialwissen  und sind in besonderer Weise auf kreativitätsförderliche Zeit- und Arbeitsmuster angewiesen;
  • Auch die tertiäre Lehre unterscheidet sich mit ihrem deutlich höheren Grad individueller Freiheit ganz wesentlich von anderen Bildungseinrichtungen.  Lehr-Lern-Settings müssen auf die Zielgruppe junger Erwachsener mit hoher Lernmotivation zugeschnitten sein. Hochschulen stehen mit ihrem Lehrangebot und der Ausgestaltung der Curricula immer mehr untereinander im Wettbewerb.

Deshalb können Organisationsmodelle, dazugehörige Ansätze zum Leistungsanreiz sowie zur Leistungsbewertung, Führungsstile und Entscheidungsstrukturen, Qualitätssicherungssysteme sowie Finanzierungsmodalitäten etc. nicht einfach aus anderen gesellschaftlichen Bereichen auf Einrichtungen des Wissenschaftssystems übertragen werden. Vielmehr müssen sie  „wissenschaftsadäquat“ gestaltet sein.

In vielen gesellschaftlichen Teilbereichen ist es inzwischen eine Selbstverständlichkeit, solche Gestaltungsfragen „forschungsorientiert“ zu beantworten, d.h. dabei auf Erkenntnisse aus der Forschung über die Charakteristika der Leistungsprozesse, ihre strukturellen Voraussetzungen und Wirkzusammenhänge zu rekurrieren sowie in wissenschaftlichen Analysen und Studien identifizierte Optimierungspotenziale aufzugreifen.  Es geht dabei letztlich auch darum, der Hochschul- und Wissenschaftspolitik sowie dem Management an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseirichtungen fundiertes Handlungswissen zur Verfügung zu stellen.

Es lässt sich festhalten: Die Leistungsstärke des Wissenschafts-und Hochschulsystems hängt auch davon ab, wie leistungsfähig die Forschung über das Wissenschafts- und Hochschulsystem ist.

Mit dem Förderschwerpunkt „Wissenschafts- und Hochschulforschung“  will das BMBF dazu beitragen, diese Forschungskapazitäten quantitativ auszubauen und qualitativ zu stärken.