Wissenschaftskommunikation

Viele politische Entscheidungen werden heute auf Grundlage von wissenschaftlichen Erkenntnissen getroffen. Damit steht die Wissenschaft in einer besonderen Verantwortung für unsere Gesellschaft.

Wir sind der festen Überzeugung, dass zur Verantwortung der Wissenschaft auch der wechselseitige Dialog mit der Gesellschaft gehört. Dafür wurde im November 2019 ein Grundsatzpapier zur Wissenschaftskommunikation veröffentlicht, welches zahlreiche Maßnahmen zur Stärkung dieses Austausches enthält. In einem Gastbeitrag in der ZEIT erläutert Anja Karliczek die Beweggründe für die Entwicklung dieses Grundsatzpapiers zur Wissenschaftskommunikation:

„Unsere demokratische Gesellschaft lebt vom Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind mit ihrem großen Schatz an Wissen, ihrem Antrieb, mit Innovationen die Welt zu verbessern, in ganz besonderer Weise befähigt und gefordert, die Menschen an ihren Erkenntnissen teilhaben zu lassen. Der Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft hat damit von jeher besondere Bedeutung, heute aber aus meiner Sicht eine noch größere. Und deshalb will ich nun der Wissenschaftskommunikation einen neuen Schub geben.“

Zur Rolle von Wissenschaft in der Gesellschaft führt sie aus: „Wir wollen dazu beitragen, dass der Austausch zwischen Forschung und Gesellschaft in allen Wissenschaftsbereichen alltäglich wird. Dazu gehört auch, dass sich Wissenschaft selbst positioniert, in den Diskurs geht und sich ihrer wichtigen gesellschaftlichen Rolle bewusst wird. […] Aber der Austausch ist auch im Interesse der Wissenschaft. Wissenschaft braucht das Vertrauen der Gesellschaft. Das Vertrauen der Menschen ist in einer offenen Gesellschaft die Voraussetzung für Akzeptanz und Anerkennung.“

Im Grundsatzpapier heißt es weiter: „Wissenschaftskommunikation findet in der, aus der und über Wissenschaft statt. Die mit diesem Grundsatzpapier von Seiten des BMBF adressierte Wissenschaftskommunikation meint vor allem die allgemeinverständliche, dialogorientierte Kommunikation und Vermittlung von Forschung und wissenschaftlichen Inhalten an Zielgruppen außerhalb der Wissenschaft. Das BMBF unterstützt und betreibt Wissenschaftskommunikation mit dem Anspruch, die Gesellschaft in ihrer Breite zu erreichen. Der strategische Schwerpunkt des BMBF in der Wissenschaftskommunikation liegt daher auf der direkten Kommunikation über Wissenschaft und Forschung mit der interessierten und allgemeinen Öffentlichkeit über Vermittlungs-, Dialog und Beteiligungsformate.“

Das Grundsatzpapier enthält daher zahlreiche Maßnahmen zu Stärkung der Wissenschaftskommunikation. Dazu gehören u.a.:

Aufnahme der Wissenschaftskommunikation in die BMBF-Förderung

Das BMBF wird die Wissenschaftskommunikation als integralen Bestandteil der BMBF-Förderung ausbauen. Es sollen dadurch Anreize für Forschende und Forschungseinrichtungen geschaffen und die Wissenschaftskommunikation grundlegend in der Wissenschaft verankert werden.

Ausrichtung der Denkwerkstatt #FactoryWisskomm

In der Denkwerkstatt sollen die Leitungsebenen der Allianzorganisationen und Akteure aus Politik, Wissenschaftskommunikation und Wissenschaftsjournalismus in einem einjährigen Prozess Strategien für die Wissenschaftskommunikation entwickeln

Evaluation und Wirkungsmessung für Formate der Wissenschaftskommunikation

Das BMBF fördert den Kapazitätsaufbau in diesem Feld u. a. durch die Förderung einer Online-Plattform mit standardisierten Evaluationstools und durch die regelmäßige externe Evaluation eigener und geförderter Maßnahmen.

Dem Grundsatzpapier vorausgegangen war ein Konsultationsprozess, an dem sich zahlreiche Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Journalismus und Zivilgesellschaft beteiligt haben.