WM der Berufe: Zweimal Gold für Deutschland

Fünf Podiumsplätze und dazu noch 19 Exzellenzmedaillen: Die Berufliche Bildung in Deutschland ist auf Weltmeisterniveau. Bei der WM der Berufe verbesserte das deutsche Team die Bilanz im Vergleich zum Vorjahr deutlich.

Die Gold-und Bronze-Medaillengewinner überglücklich nach vier Tagen hartem Wettkampf.
Die Gold-und Bronze-Medaillengewinner überglücklich nach vier Tagen hartem Wettkampf. © WorldSkills Germany / Anja Jungnickel

Der beste Fliesenleger und der beste Zimmerer der Welt kommen aus Deutschland – im Bereich Nachwuchs. Janis Gentner aus Dewangen und Alexander Bruns (beide 21 Jahre alt) aus Bad Dürkheim haben bei der Weltmeisterschaft der Berufe, den sogenannten „WorldSkills“ im russischen Kasan, jeweils eine Goldmedaille gewonnen. Vier Tage lang durften sich dort die besten Fachkräfte Deutschlands mit Arbeitsaufgaben in ihrem jeweiligen Beruf einer internationalen Jury stellen und gegen die Besten des Faches „kämpfen“. Die deutsche Delegation bringt neben den beiden goldenen auch noch drei Bronzemedaillen und 19 Exzellenzmedaillen mit nach Hause.

„Es ist ein unbeschreibliches Gefühl da auf der Bühne zu stehen“, freute sich Janis Gentner nach der Siegerehrung. „Wenn man zu viert auf der Bühne steht und dann erst genannt wird, wer der erste ist, das kann ich gar nicht richtig beschreiben, wie sich das anfühlt. Einfach unglaublich.“ Alexander Bruns bestätigte dies: „Es waren die vier besten Tage in meinem Leben. Dass ich es jetzt geschafft hab, nach monatelanger Vorbereitung, spannendem Wettkampf, sehr engem Feld, vier Silbermedaillen in meinem Skill und ich der einzige, der Gold geholt hat. Ich weiß nicht, was ich sagen soll.“

Im Juni empfing Bundesbildungsministerin Anja Karliczek die Teilnehmenden im BMBF. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Für Deutschland waren 39 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Start, die in 34 Disziplinen antraten. Die Teilnahme wurde vom Bundesbildungsministerium gefördert. Insgesamt nahmen 1350 junge Fachkräfte aus 63 Ländern teil, Wettbewerbe gab es in 56 Disziplinen.

„Ein sehr gutes Ergebnis, wenn wir das gesamte Team anschauen“, sagte Delegationsleiter Hubert Romer: „Wir konnten in Kasan zeigen, dass die duale berufliche Bildung in der Welt absolut wettbewerbsfähig ist. Wir haben uns in der gesamten Teambewertung im Vergleich zur letzten Weltmeisterschaft um ganze 17 Plätze nach vorn gekämpft. Das ist enorm.“

Ende Juni hatte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek die deutsche Mannschaft im BMBF empfangen und feierlich verabschiedet. Karliczek betonte, sie wolle jungen Menschen zeigen, welche Chancen die berufliche Bildung biete. Dafür sei es wichtig, dass die berufliche Orientierung an allen Schulen einen festen Platz erhalte. „Nur so können alle Jugendlichen den Beruf finden, der zu ihnen passt“, sagte sie. Und sie gab dem Meisterschafts-Team noch einen Tipp mit auf den Weg: „Machen Sie das, woran Sie Spaß haben – dann sind Sie auch gut darin!“ Das hat in Kasan ganz offensichtlich gut geklappt.

Das Ergebnis des deutschen Teams:

Gold
Fliesenlegen: Janis Gentner (21), Dewangen
Zimmern: Alexander Bruns (21), Bad Dürkheim

Bronze
Stahlbetonbau: Julian Kiesl (20), Mallersdorf-Pfaffenberg, und Niklas Berroth (21), Sulzbach-Laufen
Future Skill Robot Systems Integration: Thomas Haag (22), Filderstadt, und Sophie Charlotte Keunecke (23), Duisburg,
Future Skill Industry 4.0: Mark Lattwein (20), Piesbach, und Tobias Bühler (20), Königschaffhausen

Mit der Exzellenzmedaille wurden ausgezeichnet

CNC-Drehen: Simon Pankratz (20) Schloss Holte Stukenbrock

CND-Fräsen: Tim Baur (20), Nendingen
Drucktechnik: Jessica Sturm (20), Marktoberdorf
Anlagenmechanik SHK: Dominik Philipp (21), Grünberg
Anlagenelektronik: Stefan Lamminger (18), Berchtesgadener Land
Maurer: Christoph Rapp (22), Schemmerhofen
Stuckateu: Tobias Schmider (20), Windelsbach
Malerin: Jessica Jörges (21), Dreieich
Möbelschreiner: Johannes Bänsch (20), Leipzig
Bauschreiner: Florian Meigel (20), Benediktbeuern
Floristik: Ines Senft (19), Scheinfeld
Konditorin: Theresa Noack (21), München
Koch/Köchin: Aljoscha Knoblich (20), Hamburg
Landschaftsgärtner: Julian Maier (22), Freising, und Niklas Stadlmayr (21), Tapfheim
Kälte- und Klimatechnik: Lukas Brenne (21), Dortmund
Grafikdesign: Anton Chertkov (20), Osnabrück
Gesundheits- und Sozialbetreuung: Elisabeth Hölscher (20), Bamberg
Freight Forwarding: Philip Lang (22), Bedburg
Water Technology: Lukas Kohl (22), Stein