Zentralasien

Die Zusammenarbeit mit den zentralasiatischen Staaten Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan in den Bereichen Bildung, Forschung und Technologie ist eine zentrale Säule der Beziehungen zwischen Deutschland und Zentralasien.

Politischer Rahmen

Grundlage für die wachsenden vielfältigen Wissenschaftskooperationen zwischen Deutschland und Zentralasien ist das Regierungsabkommen zur wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit (WTZ) aus dem Jahr 1987, das von den zentralasiatischen Nachfolgestaaten der Sowjetunion als weiterhin geltend betrachtet wird. Ergänzend hierzu wurden mit Kasachstan (1995) und Usbekistan (1998) bilaterale WTZ-Abkommen geschlossen.

Den übergeordneten Rahmen bilden die von deutscher Seite maßgeblich mitentwickelte Strategie „EU und Zentralasien – eine Partnerschaft für die Zukunft“ der Europäischen Union und die Internationalisierungsstrategie der Bundesregierung.

Darüber hinaus unterzeichnete das Bundesbildungsministerium mit dem Komitee für die Koordinierung der Entwicklung von Wissenschaft und Technologie beim Ministerkabinett der Republik Usbekistan (KKEWT) im Jahr 2012 eine Absichtserklärung, die seither regelmäßig als Grundlage für Fördermaßnahmen bilateraler Projekte dient. Die Kooperationen gewinnen zusätzlich zu ihrer wissenschaftlichen Bedeutung gegenwärtig auch an strategischer Relevanz, da Zentralasien zu einer der Weltregionen gehört, die sich sehr dynamisch entwickeln und zugleich geopolitisch äußerst sensibel sind. Bei den meisten Staaten der Region besteht ein nachdrückliches Interesse am Ausbau der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit gerade auch mit Deutschland. Das Ziel des Bundesbildungsministeriums ist es, die sich hieraus ergebenden Chancen für den strategischen Ausbau der Wissenschaftskooperation zu nutzen.

Schwerpunkte der Kooperation

In der Umsetzung der Forschungsinteressen Deutschlands unterstützt das Bundesbildungsministerium zahlreiche Universitäten und Fachhochschulen ebenso wie Forschungseinrichtungen auf vielfältige Weise bei Ihrer Zusammenarbeit mit Zentralasien. Im Vordergrund stehen hierbei passgenau auf die thematischen Kompetenzen der Partnerländer ausgerichtete Fördermechanismen.

Als ein zentrales Instrument zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen deutschen und zentralasiatischen Forschungseinrichtungen schreibt das Bundesbildungsministerium unter dem Titel „Forschung für Entwicklung“ regelmäßig Bekanntmachungen zur „Förderung von Partnerschaften für nachhaltige Problemlösungen in Schwellen- und Entwicklungsländern“ aus. Im Rahmen dieser Maßnahme, werden Projekte der Forschungskooperation deutscher Forschungsinstitute und Universitäten mit allen Ländern Zentralasiens unterstützt. Gegenstand sind regionale Maßnahmen zur Konzeption und Planung von Forschungsprojekten, zum Ausbau der Forschungskapazitäten in den zentralasiatischen (und südkaukasischen) Partnerinstitutionen und Qualifizierungsmaßnahmen für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Die Bekanntmachungen zielen konkret darauf ab, durch Forschungsdialoge und Wissenschaftleraustausch strategische regionale Netzwerke zu bilden und nachhaltige Partnerschaften aufzubauen.

Die bilaterale Forschungskooperation des Bundesbildungsministeriums wird durch den multilateralen Kontext innerhalb des EU-Projekts „STI International Cooperation Network for Central Asian Countries“ (IncoNet CA) in fachlicher und institutioneller Hinsicht bereichert. Das Bundesbildungsministerium ist an dem EU-Projekt beteiligt. Letztlich zielt dieses Projekt auf die nachhaltig wirksame Verbesserung der Forschungskooperation zwischen der EU und Zentralasien. In diesem Kontext beteiligt sich das Bundesbildungsministerium an der noch bis 2016 laufenden Ausschreibung zu einer „Twinning Grants“ genannten Unterstützungsmaßnahme zur Förderung der Zusammenarbeit zentralasiatischer und europäischer Forschungseinrichtungen im Rahmen von Horizon 2020.

Höhepunkte der bilateralen Zusammenarbeit

Auf Grundlage des oben genannten Abkommens zwischen dem Bundesbildungsministerium und dem KKEWT werden in regelmäßiger Folge mit Usbekistan gemeinsame Bekanntmachungen zur Förderung bilateraler Vorhaben und nachhaltiger institutioneller Partnerschaften ausgeschrieben.

Unter dem Motto „Partner für die Zukunft“ veranstaltete das Bundesbildungsministerium einen Tag der deutschen Wissenschaft in Taschkent, Usbekistan. Einem breiten Publikum wurden hierbei das deutsche Forschungs- und Wissenschaftssystem, die vielfältigen Unterstützungsangebote für die internationale Zusammenarbeit sowie auch Erfolgsbeispiele der Deutsch-Usbekischen Kooperation vorgestellt.

Vor dem Hintergrund der im Jahr 2010 während des Tages der deutschen Wissenschaft in Almaty, Kasachstan geschlossenen Vereinbarung über die Hochschulzusammenarbeit zwischen Kasachstan und Deutschland und der Etablierung Deutschlands als zentralem europäischem Partner in den Bereichen Bildung und Forschung organisierte das Bundesbildungsministerium in den Jahren 2013 und 2014 Delegationsreisen für kasachische Hochschulrektoren nach Deutschland. Durch den Besuch zahlreicher deutscher Einrichtungen der Forschung und Entwicklung konnte die bestehende Kooperationsbasis erweitert, deutsches Know-how in diesem Bereich vermittelt und letztlich das deutsch-kasachische Netzwerk ausgebaut werden.