Zu Besuch in der Zukunftsstadt Ulm

Nachhaltigkeit digital mitgestalten: Dieses Ziel hat sich Ulm gesetzt – und überzeugte damit im Wettbewerb „Zukunftsstadt 2030“. Ministerin Karliczek hat der Zukunftsstadt ein neues Stadtschild überreicht und Standorte der Batterieforschung besucht.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (links) überreicht dem Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch und Sabine Meigel (2. v.r.), Leiterin der Geschäftsstelle 'Digitale Agenda', das Stadtschild „Zukunftsstadt“. Ronja Kemmer (rechts), MdB, hatte Karliczek nach Ulm eingeladen.
Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (links) überreicht dem Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch und Sabine Meigel (2. v.r.), Leiterin der Geschäftsstelle "Digitale Agenda", das Stadtschild „Zukunftsstadt“. Ronja Kemmer (rechts), MdB, hatte Karliczek nach Ulm eingeladen. © BMBF

Ob in der Schule, im Alter, im Straßenverkehr oder der Verwaltung: Mit einem flächendeckenden Netzwerk aus Sensoren möchten die Ulmerinnen und Ulmer ihre Stadt fit für die Zukunft machen. „Nachhaltigkeit digital mitgestalten – Internet der Dinge für alle“: Mit diesem Ziel konnte Ulm im Bundeswettbewerb „Zukunftsstadt 2030“ überzeugen. Im Ulmer Rathaus hat Bundesforschungsministerin Anja Karliczek jetzt Oberbürgermeister Gunter Czisch das Stadtschild „Zukunftsstadt“ überreicht. Etwa eine Million Euro steuert das BMBF in den kommenden drei Jahren bei, damit die Ulmer ihre Forschungsideen umsetzen können.

200 Ideen haben die Bürgerinnen und Bürger entwickelt

Ziel der Zukunftsstadt Ulm ist es, im Sinne der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung soziale Innovationen zu fördern und neue Wertschöpfungsketten zu erschließen, die langfristig auf Akzeptanz in der Gesellschaft stoßen. Mehr als 200 Ideen haben die Ulmerinnen und Ulmer daher gemeinsam mit Forschenden erarbeitet: Assistenzsysteme für Senioren, Sharing-Systeme für Fahrräder, Lastenräder für die Logistik, Sensoren zur Verkehrszählung und -optimierung, digitale Verwaltung. Um all das zu erreichen, setzt die Stadt einen eigenen Datenraum mit eigener Infrastruktur um. Die Stadt und somit die Bürgerinnen und Bürger sind jederzeit der Souverän über alle Daten. Mit einem Datenethikkonzept werden die Ulmer zudem die Diskussion zu Datenhoheit und Datensicherheit im Hinblick auf die Digitalisierung fördern.

In Ulm wird Zukunft gemacht

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek besucht das Zentrum für Sonnenergie- und Wasserstoffforschung (ZSW) in Ulm. Margret Wohlfahrt-Mehrens (Mitte) erklärt, wie Batterie-Prototypen gefertigt werden. © BMBF

Im Wettbewerb konnte Ulm zeigen, dass sich die Stadt in vielen Bereichen für die Zukunft aufstellt. Aber in Ulm wird bereits seit Jahren Zukunft gemacht: Die Stadt ist einer der wichtigsten Standorte der Batterieforschung in Deutschland. Am Helmholtz-Institut Ulm (HIU), das vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in Kooperation mit der Ulmer Universität gegründet wurde, an der Universität Ulm sowie am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an hochleistungsfähigen und umweltfreundlichen Energiespeichern der Zukunft. Von diesen – nicht zuletzt für die klimafreundliche Elektromobilität und Energiewende bedeutenden Forschungsaktivitäten – hat sich die Bundesforschungsministerin bei ihrem Besuch überzeugt.

Batterien made in Germany

Von den elektrochemischen Grundlagen bis zur Prototypfertigung: Das Know-how der Ulmer Forschenden ist für leistungsstarke Batterien made in Germany entscheidend. Diese will das BMBF mit dem Dachkonzept „Forschungsfabrik Batterie“ voranbringen. Gefördert wird  daher eine umfassende Batterieforschung – einschließlich des Transfers in die industrielle Anwendung. Das Bundeswirtschaftsministerium unterstützt darauf aufbauend die industrielle Umsetzung und Fertigung am Standort Deutschland.

Alle Potenziale fördern

Ministerin Karliczek zeigte sich überzeugt: „Unter dem Dach der ,Forschungsfabrik Batterie‘ werden wir weiter daran arbeiten, deutschlandweit alle Kompetenzen zusammenzuführen und den Transfer der Ergebnisse in die Wirtschaft zu beschleunigen. Ulm hat eine breite Expertise, etwa bei der Produktionsforschung oder bei zukünftigen Batteriekonzepten. Deren weiteren Ausbau werden wir auch künftig unterstützen“, so die Ministerin. Denn eines ist klar: Deutschland braucht eine gemeinsame nationale Kraftanstrengung, um bei dieser Zukunftstechnologie verlorenen Boden aufzuholen und in die Weltspitze vorzudringen. Das Wissen ist vorhanden. Es muss nun umgesetzt werden. Darum gilt es, alle Potenziale im Land zu fördern.

Weiterbildung für innovative Technologien

Dazu gehört auch, Fachkräfte auf Herausforderungen wie die Digitalisierung oder die Energiewende vorzubereiten. Denn für das Gelingen der Energiewende braucht es Menschen, die mit neuesten Technologien wie Brennstoffzellen, Batterien und Blockheizkraftwerke umgehen können. Genau dafür gibt es das Weiterbildungszentrum für innovative Energietechnologien der Handwerkskammer in Ulm, das Ministerin Karliczek zum Abschluss ihrer Ulm-Reise besuchte. Dort lernen etwa Elektrotechniker in einem Projekt, wie sie mit virtuellen Lehr- und Lernmethoden intelligente Häuser gestalten können. Die Zukunftsstadt Ulm ist also bereit für Morgen: Sie gestaltet die Zukunft mit den Bürgerinnen und Bürgern, bildet Fachkräfte weiter und fördert die Spitzenforschung für die Zukunftstechnologie Batterie.