Zukunft der Kleinen Fächer sichern

Karliczek: „Können unsere Welt nur in Vielfalt erforschen und verstehen“

Kleine Fächer: Wann ist ein Fach ein Kleines Fach?

© BMBF

Die Kleinen Fächer machen die Vielfalt und den Reichtum der deutschen Hochschullandschaft aus. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert innovative Forschungsprojekte von talentierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern, ein neues Vernetzungsportal und den Wettbewerb „Kleine Fächer-Wochen an deutschen Hochschulen“.

„Auf die vielen großen Fragen unserer Gesellschaft, nicht zuletzt was sie zusammenhält, geben die Kleinen Fächer wertvolle Antworten. Sie schaffen bedeutsames Wissen und tragen dazu bei, unser kulturelles Erbe zu bewahren. Die Kleinen Fächer machen unsere Hochschullandschaft vielfältig und attraktiv. Sie erweitern den Fächerkanon unserer Universitäten und bieten interessierten jungen Menschen einzigartige Studienangebote“, sagt die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, anlässlich der bundesweiten Neukartierung der Kleinen Fächer. Sie ist jetzt auf einer neuen Plattform online zugänglich. Gemeinsam mit der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ruft die Ministerin die Hochschulen zu einem Wettbewerb um die besten Ideen für die Kleinen Fächer auf.

Unter Kleinen Fächern versteht man Studienangebote, die an deutschen Universitäten nur vereinzelt angeboten und dort auch nur von wenigen Professuren getragen werden. Es gibt sie besonders in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Sie halten z.B. das Wissen über seltene oder alte Sprachen, Dialekte und Kulturen lebendig (z.B. Friesisch und Sorbisch) und bauen Brücken zwischen Vergangenheit und Moderne.

Kleine Fächer tragen auch zur Lösung globaler Herausforderungen bei und bieten Antworten auf gesellschaftlich hochrelevante Fragen der Moderne. Die Themenvielfalt unter den Forschungsprojekten der BMBF-Förderinitiative „Kleine Fächer – Große Potenziale“, deren dritte Runde gerade läuft, reicht von Archäologie, den Religionswissenschaften und Regionalstudien über Volkskunde und Sprachwissenschaften bis hin zu Bauforschung, Restaurierungswissenschaft, Journalistik, Film- und Theaterwissenschaft.

Die Kleinen Fächer befinden sich in einem dynamischen Wandel. Gemeinsam mit den Hochschulen und den Ländern trägt das BMBF durch seine Förderprogramme zu mehr Transparenz und Sichtbarkeit der Kleinen Fächer in Deutschland bei.

Im Rahmen des Projekts „Erfahrungsaustausch, Vernetzung und Förderung der Sichtbarkeit Kleiner Fächer“ hat die Mainzer Arbeitsstelle Kleine Fächer für das BMBF ein Vernetzungsportal aufgebaut, das am 29. Oktober online gegangen ist. Hier werden das Wissen zur Situation der Kleinen Fächer und ihren Rahmenbedingungen gebündelt, Akteure aus den Kleinen Fächern und der Hochschulpolitik vernetzt, um diese und ihre Leistungen sichtbarer zu machen. Auf dem Vernetzungsportal finden sich u. a. der vollständige Bericht zur Neukartierung von 2018 und die aktuelle Fächersystematik der ca. 150 Fächer. „Dieses Datenmaterial ist eine wichtige Grundlage, um die Entwicklungstendenzen dieser Fächer einschließlich ihrer Ursachen zu analysieren", erklärt die ehemalige Vizepräsidentin für Studium und Lehre der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), Prof. Dr. Mechthild Dreyer, gemeinsam mit Prof. Dr. Uwe Schmidt, dem Projektleiter der Arbeitsstelle.

Im Rahmen des Projekts „Kleine Fächer-Wochen an deutschen Hochschulen“ ist die HRK vom BMBF damit beauftragt, die thematischen Maßnahmen an den ausgewählten Hochschulen auszuschreiben und zu begleiten. Die besonderen Profile und Forschungsleistungen der Kleinen Fächer innerhalb ihrer Hochschulen und in die Gesellschaft hinein sollen so sichtbarer gemacht werden. „Die HRK engagiert sich seit vielen Jahren für diese wissenschaftlich und gesellschaftlich hochrelevante Gruppe. Sie steht für die Vielfalt unserer Hochschullandschaft und damit für eine der großen Stärken der deutschen Wissenschaft. Die Hochschulen erhalten nun mit den „Kleine Fächer-Wochen“ die Möglichkeit, Rolle und Potenzial dieses facettenreichen Schatzes deutlich zu machen“, so Prof. Dr. Peter-André Alt, Präsident der HRK.