Zukunftscluster-Initiative (Clusters4Future)

Die Schlagkraft regionaler Netzwerke nutzen, um aus exzellenter Forschung die Innovationen der Zukunft entstehen zu lassen: Dafür steht der Clusters4Future Wettbewerb. Die Gewinner der ersten Wettbewerbsrunde wurden am 03.02.2021 vom BMBF verkündet. 

Symbolbild
Symbolbild © Adobe Stock / alphaspirit

Die Vision

Als neues Flaggschiff der Hightech-Strategie 2025 der Bundesregierung leisten die Zukunftscluster einen besonderen Beitrag zum Wissens- und Technologietransfer. Sie knüpfen mit dem regionalen Ansatz der Clusterförderung unmittelbar an die Spitzenforschung an und sorgen so dafür, dass technologische sowie soziale Innovationen schneller im Alltag der Menschen ankommen. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, dass Deutschland seine starke Position unter den weltweiten Innovationsführern behaupten kann und die Herausforderungen in wichtigen Zukunftsfeldern meistert – ob neue Mobilitäts- und Kommunikationslösungen, die Gestaltung von Wirtschaft und Arbeit 4.0, personalisierte Ansätze in der Medizin oder innovative Beiträge für eine ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft. Mit der Zukunftscluster-Initiative startet der Wettbewerb um die besten Ideen für neue Wertschöpfung in Deutschland.

Clusters 4 Future
Logo der "Clusters 4 Future" © BMBF

Von exzellenter Forschung zu exzellenten Innovationen

Deutschlands Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind im Bereich der grundlegenden Forschung exzellent aufgestellt. Mit der Exzellenzstrategie und den Wissenschaftspakten geben wir der Spitzenforschung eine dauerhafte Perspektive. Entscheidend ist aber auch, dass der Transfer vielversprechender Forschungsergebnisse in Wirtschaft und Gesellschaft erfolgreich funktioniert. Hier können wir uns noch verbessern. Mit unseren Zukunftsclustern verknüpfen wir Deutschlands Spitzenforschung frühzeitiger mit Fragen der Anwendbarkeit und setzen Innovationsprozesse zügiger in Gang. So werden aus den besten Ideen schnell neue Produkte, Prozesse und Dienstleistungen.

Regionale Spitzenstandorte als schlagkräftige Innovationsnetzwerke

Wir fördern Spitzenstandorte in ganz Deutschland und sorgen dafür, dass aus wissenschaftlichen Hotspots schlagkräftige regionale Innovationsnetzwerke werden. Denn besonders erfolgreich gelingt der Transfer aus der Forschung in die Anwendung dort, wo sich geografisch konzentrierte Partnerschaftsstrukturen mit einer langfristigen Perspektive entwickeln. Überall wo Ideen aufkeimen, bedarf es verlässlicher Partner zur Umsetzung. Regionale Innovationsnetzwerke stehen für eine vertrauensbasierte Zusammenarbeit aller relevanten Akteure in einer Region entlang einer gemeinsamen Strategie für ein gemeinsames Themen- oder Technologiefeld. Mit den Zukunftsclustern wollen wir unterschiedliche Perspektiven und Kompetenzen einer Region neu bündeln und so die Silicon Valleys von morgen entstehen lassen.

Mutige Wege für den Wissens- und Technologietransfer

Als nächste Generation von regionalen Innovationsnetzwerken sind die Zukunftscluster dynamischer und risikofreudiger als je zuvor. Sie stehen für Pioniergeist, Kreativität und gemeinschaftliche Stärke. Zukunftscluster verkörpern eine offene Innovations- und Wagniskultur, in der sich relevante Partner in aufkeimenden Technologie- und Wissensfeldern neu vernetzen. So entstehen branchen-, themen-, technologie- und disziplinübergreifende Kooperationen, die neue Impulse setzen und Grenzen überwinden. Dafür verlassen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft ausgetretene Pfade, überwinden systemische Grenzen und schaffen neue Schnittstellen zwischen unterschiedlichen Disziplinen, zwischen Nutzerinnen und Nutzern, Anbietern und Produzenten. 

Die zweite Wettbewerbsrunde: Startschuss zur Einreichung neuer Wettbewerbsskizzen ab dem 16. November 2020

Ab dem 16. November 2020 und bis zum 16. Februar 2021 können wissenschaftliche Akteure mit exzellenten Ergebnissen aus grundlegender Forschung wieder Wettbewerbsskizzen für eine Konzeptionsphase in der Zukunftscluster-Initiative einreichen. Wie auch in der ersten Runde, ist die Initiative ganz bewusst als themenoffener Wettbewerb angelegt. Es gilt gesellschaftliche Herausforderungen unserer Zeit zu adressieren, unabhängig vom Forschungs- und Innovationsfeld. Unter dem Motto „Clusters4Future“ geht es mehr denn je darum, Deutschland für Krisen zu stärken und zukunftssicher zu machen.

Informationsmaterial zu der zweiten Wettbewerbsrunde, basierend auf zwei Infoveranstaltungen (Dezember 2020) und einem Live-Chat (Januar 2021), finden Sie hier.

Wichtige Information hinsichtlich der Antragseinreichung

Auf Grund der aktuellen Pandemie-Lage bitten wir Sie, Ihre Anträge lediglich per Post an die in der Richtlinie genannten PtJ-Adresse zu senden. Eine persönliche Annahme in Jülich ist leider nicht möglich. Vielen Dank.

Die erste Wettbewerbsrunde: Die Zukunftscluster stehen fest

Im Sommer 2019 startete die erste Runde – aus 137 eingegangen Wettbewerbsskizzen wurden 16 Finalisten als Zukunftscluster-Anwärter vom BMBF ausgewählt. Diese konnten im Mai 2020 mit der vom BMBF geförderten Konzeptionsphase starten. Sie hatten bis zum 02. November 2020 die Gelegenheit, gemeinsam mit ihren Partnern ein tragfähiges, strategieorientiertes Konzept und darin eingebettete Projektideen zu entwickeln. Anschließend begann die Auswahlphase, welche Ende Januar 2021 mit einer virtuellen Sitzung der unabhängigen Jury endete. Basierend auf der Empfehlung der Jury, verkündete das BMBF am 03. Februar 2021 die Gewinner

Übersicht
Übersicht © BMBF

Die Zukunftscluster der ersten Wettbewerbsrunde

M Cube

Münchner Cluster für die Zukunft der Mobilität in Metropolregionen (Koordination: Technische Universität München. Sprecher: Herr Prof. Dr. Sebastian Pfotenhauer, Munich Center for Technology in Society)

Der Zukunftscluster M Cube aus München plant die Elektrifizierung und Automatisierung von Verkehrssystemen sowie die Entwicklung und Integration von zukunftsfähigen Mobilitätsoptionen im urbanen Umfeld. Dabei wird ein partizipativer Ansatz unter Einbezug von Bürgerinnen und Bürgern zur Gestaltung von Mobilitätsräumen am Beispiel der Metropolregion München verfolgt.

NeuroSys

Neuromorphe Hardware für autonome Systeme (Koordination: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen; Sprecher: Herr Prof. Dr. -Ing. Max Christian Lemme, Lehrstuhl für elektronische Bauelemente)

Der Zukunftscluster NeuroSys aus der Region Aachen erforscht lernfähige und energieeffiziente neuromorphe KI-Chips. Das Ziel dahinter ist, eine intelligente und ressourcenschonende Vor-Ort-Datenverarbeitung zu erlauben und damit eine wesentliche Voraussetzung für KI-Anwendungen zu schaffen.

OTC_Rostock

Ocean Technology Campus Rostock (Koordination: Universität Rostock; Sprecher: Herr Prof. Dr. Udo Kragl, Prorektor für Forschung und Wissenstransfer)

Im Fokus des Zukunftsclusters OTC_Rostock steht die nachhaltige Nutzung der Meere. Globale Problemfelder wie Energie, Ernährung oder Rohstoffgewinnung sollen aus Mecklenburg-Vorpommern mit innovativen Lösungen, u.a. für Offshore-Windkraft und automatisierte Unterwassertechnologien, bewältigt werden, um das fragile Gleichgewicht mariner Ökosysteme zu sichern. 

ProxiDrugs

Innovative Therapien für humane Erkrankungen (Koordination: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main; Sprecher: Herr Prof. Dr. Ivan Đikić, Institut für Biochemie II)

Der Zukunftscluster ProxiDrugs aus der Rhein-Main Region nutzt die Forschungserkenntnisse zu der jungen Substanzklasse der proximity- (d. h. durch Nähe) induzierenden Wirkstoffe, die den gezielten Abbau von krankheitsrelevanten Proteinen erlaubt. Somit wird die Entwicklung vieler neuer Therapieoptionen, bspw. für onkologische, entzündliche, infektiöse, kardiovaskuläre und neurodegenerative Erkrankungen, eröffnet.

QSens

Quantensensorik (Koordination: Universität Stuttgart; Sprecher: Herr Prof. Dr. Jens Anders, Institut für Intelligente Sensorik und Theoretische Elektrotechnik)

Der Zukunftscluster QSens aus der Region Stuttgart/Ulm erforscht innovative Quantensensoren, die bisher unerreichte Empfindlichkeit und räumliche Auflösung realisieren können. Dafür wird der Aufbau eines regionalen Innovationsökosystems angestrebt, das die hohe Einstiegshürde für die zunehmende Nutzung der Quantentechnologien deutlich reduziert.

SaxoCell

Präzisionstherapie-Cluster für „Lebende Arzneimittel“ (Koordination: Technische Universität Dresden; Sprecher: Herr Prof. Dr. Ezio Bonifacio, Center for Regenerative Therapies Dresden (CRTD) und Universität Leipzig. Sprecherin: Frau Prof. Dr. Dr. Ulrike Köhl, Institut für Klinische Immunologie & Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie)

Mit dem Zukunftscluster SaxoCell soll im Raum Dresden/Leipzig ein sächsisches Zentrum für Zell- und Gentherapie wachsen. Innovative „lebende Arzneimittel“ werden mit dem Ziel erschlossen, eine breitere medizinische Anwendung und somit ein realistisches und tragbares Wirtschaftsmodell mit hohem Wertschöpfungspotenzial zu ermöglichen.

Wasserstoff

Forschung und innovative Lösungen rund um Wasserstofferzeugung, -speicherung und -nutzung (Koordination: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen; Sprecher: Herr Prof. Dr.-Ing. Stefan Pischinger, Lehrstuhl für Verbrennungskraftmachinen (VKA))

Der Zukunftscluster Wasserstoff beabsichtigt, die bereits vorhandene starke Expertise im Bereich der Wasserstofftechnologie im Raum Aachen und Jülich zu bündeln. Durch die Hinzuziehung weiterer Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft soll der gesamte Wasserstoff-Lebenszyklus – von der Erzeugung über die Speicherung bis hin zur Nutzung – betrachtet werden.

Weitere Information zu den Zukunftsclustern finden sie unter: clusters4future.de

Weitere Teilnehmer der Konzeptionsphase der ersten Wettbewerbsrunde

6G-Zukunftscluster

Forschungs-, Innovations-, und Kooperationsplattform für die sechste Generation der drahtlosen Informationstechnik (6G) in der Region um Dresden (Koordination: Technische Universität Dresden)

Durch die Erforschung drahtloser Informationssysteme der 6. Generation zielen die Anwärter des 6G-Zukunftsclusters langfristig darauf ab, die Datenraten zu erhöhen sowie neue radarbasierte Zusatzfunktionen im Smartphone zu ermöglichen. Des Weiteren ist geplant den Verbrauch zu senken und die Abdeckung und die Nachhaltigkeit zu verbessern.

AMBER

Additive Manufacturing Cluster Berlin-Brandenburg (Koordination: Technische Universität Berlin; Partner: Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, Berlin; Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP, Potsdam; IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, Berlin)

Im Zentrum des transdisziplinären Forschungs- und Entwicklungsfeldes „Additive Manufacturing“ (AM) stehen bei AMBER die drei Fokusthemen Personalisierte Medizintechnik (von Organmodellen zu gedruckten Prothesen), Neue Materialien und Verfahren für AM (von Leichtbau zu New Space) sowie AM mit biobasierten Werkstoffen.

CAPT

Clean Autonomous Public Transport (Koordination: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel; Partner: Fachhochschule Kiel)

Die Realisierung eines urbanen, integrierten, klimafreundlichen Mobilitätssystems ist das Ziel des schleswig-holsteinischen Zukunftscluster-Anwärters CAPT.  Insbesondere autonom geprägte Verkehrssysteme sollen zu einer klima- und nutzerfreundlichen intelligenten Mobilitätsentwicklung in Städten beitragen und diese – sowohl an Land als auch auf dem Wasser – nachhaltig  verändern.

CCAA

Cologne Cluster for Healthy & Active Ageing (Koordination: Universität zu Köln)

Um ein gesundes Leben bis ins hohe Alter zu erhalten und Lebensqualität und Teilhabe zu ermöglichen, entwickelt der CCAA innovative, personalisierte Gesundheitslösungen für die Generation 70+. Die Basis dafür bilden die Erkenntnisse zu molekularen und zellulären Alternsprozessen in Zusammenhang mit dem Wissen über altersassoziierte Erkrankungen.

PerCELLuM

Personalized Cellular Therapies Munich (Koordination: Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München; Partner: Technische Universität München; Helmholtz Zentrum für Gesundheit und Umwelt, Neuherberg)

Mit der individualisierten Zelltherapie baut der Zukunftscluster-Anwärter PERCELLUM auf der erfolgreichen Forschung im Bereich der personalisierten Medizin im Großraum München auf, um insbesondere Krankheiten aus dem Feld der Krebs- und Infektionsmedizin gezielt und frühzeitig zu bekämpfen.

smart4life

Smart Materials and Electronics for Life (Koordination: Technische Universität Dresden)

Die Grenzen zwischen elektronischen Schaltungen und lebenden Organismen aufheben – darauf basiert das Innovationspotenzial des sächsischen Zukunftscluster-Anwärters smart4life. Ziel ist, diese neue bio-interaktive Elektronik als Schlüsseltechnologie für disruptive Ansätze in medizinischer Diagnostik und Therapie nutzbar zu machen.

Tech2Med

Disruptive Röntgentechnologie für neue Medikamente (Koordination: Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY, Hamburg)

Im Hamburger Tech2Med sollen analytische Röntgenmethoden fortgeschrieben und eine medizintechnische, kompakte Röntgenquelle entwickelt werden, um einerseits röntgenbasierte Nanoanalysen in der medizinischen Wirkstoffentwicklung voranzutreiben und andererseits die molekulare Bildgebung für die Gewinnung von Struktur- und Wirkinformationen auf ein neues Level zu heben.

Tools4Life

Werkzeuge und Methoden für die (bio)pharmazeutische Industrie, Diagnostik und Forschungsbranche (Koordination: Laser-Laboratorium Göttingen e.V.; Partner: Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie, Göttingen)

Im Zentrum von Tools4Life in Göttingen stehen (bildgebende) Verfahren und Instrumente für molekulare Analysen und Screenings, wie etwa bildgebende Sonden und funktionalisierte Farbstoffe, damit molekulare Mechanismen von Krankheiten sowie hochspezifische Moleküle zur Behandlung dieser sichtbar gemacht und in der Wirkstoffforschung eingesetzt werden können.

WISDOM4E

Wissensbasiertes Design komplexer Materialien und Systeme für nachhaltige elektrochemische Energiespeicherung und -wandlung (Koordination: Universität Duisburg-Essen; Partner: Ruhr-Universität Bochum, Zentrum für Brennstoffzellen gGmbH, Duisburg)

Grüner Wasserstoff ist ein Energieträger, der u. a. für die Erzeugung von Strom und nachhaltigen Grundchemikalien genutzt werden kann. Schlüssel hierfür sind neue Materialien und Oberflächen, die z. B. elektrochemische Prozesse beschleunigen können. Ziel von WISDOM4E ist die Entwicklung neuer Funktionsmaterialien für die weitere Verwendung von Wasserstoff in nachfolgenden Wertschöpfungsketten.

Die Förderung

Zukunftscluster
Zukunftscluster © PtJ

Die Zukunftscluster-Initiative ist als wettbewerbliches Verfahren ausgelegt. Ausgewählt werden solche Forschungsansätze, die gemäß der Richtlinie zu den Zielen der Förderinitiative am stärksten beitragen. Der Maßnahme liegt das abgebildete Förderschema zugrunde. Demnach gilt:

  • Gefördert wird die Entwicklung von herausragenden regionalen Clustern in Innovationsfeldern mit hohem Wachstumspotential in bis zu drei Umsetzungsphasen über jeweils drei Jahre. Cluster im Sinne der Richtlinie sind Innovationsnetzwerke, die eine kritische Masse an innovationstreibenden Akteuren innerhalb einer Region und eines neuen Forschungs- und Innovationsfeldes zusammenschließen.
  • Vorgesehen sind mehrere Wettbewerbsrunden, die jeweils gesondert bekanntgegeben werden. Je Wettbewerbsrunde werden voraussichtlich fünf bis sieben Cluster gefördert.
  • Der jeweils ersten Umsetzungsphase einer Wettbewerbsrunde geht ein zweistufiger Auswahlprozess voraus. Dieser umfasst die Einreichung einer Wettbewerbsskizze durch eine antragsberechtigte Organisation sowie eine sechsmonatige Konzeptionsphase. Aus den jeweils vorliegenden Wettbewerbsskizzen werden circa 15 für die Konzeptionsphase ausgewählt.
  • Die sechsmonatige Konzeptionsphase wird mit bis zu 250.000 Euro (einschließlich Projektpauschale) gefördert. Projekte der Konzeptionsphase können nur gefördert werden, wenn es sich um nichtwirtschaftliche Tätigkeiten handelt. Die Förderquote für die Projekte der Konzeptionsphase beträgt grundsätzlich 80 %. Die Phase dient dazu, die vorab in einer Wettbewerbsskizze präsentierten Ideen und Ansätze weiter auszuführen. Ziel der Konzeptionsphase ist die Entwicklung einer Forschungs- und Innovationsstrategie für ein regionales Innovationsnetzwerk („Clusterstrategie“), die den Zielen dieser Förderinitiative Rechnung trägt, und die Vorbereitung der für die Umsetzung notwendigen Vorhaben. Die Konzeptionsphase sollte von einer Organisation geführt und koordiniert werden, die in der Region eine führende Rolle in den adressierten Forschungsgebieten einnimmt. Dazu muss sie über eine nachweislich ausgezeichnete Vernetzung mit den für den zukünftigen Cluster relevanten Akteuren verfügen.
  • Zur Förderung in der Umsetzungsphase ausgewählt werden die Wettbewerbsbeiträge mit besonders aussichtsreichen Strategien und Projekten. Für jede der drei maximal möglichen, aufeinander aufbauenden dreijährigen Umsetzungsphasen stehen pro gefördertem Cluster und Jahr Fördermittel in Höhe von bis zu 5 Millionen Euro zur Verfügung. Dabei sehen die drei Umsetzungsphasen eine zunehmende – auch finanzielle – Beteiligung der Wirtschaft verbunden mit einer zunehmenden Etablierung der Clusterstrukturen und einer zunehmenden Anwendungsorientierung der geförderten Forschungs- und Entwicklungsvorhaben vor.
  • Unter Berücksichtigung der zulässigen Beihilfeintensitäten und unter der Voraussetzung einer angemessenen Eigenbeteiligung - bei Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mindestens 50 % der entstehenden zuwendungsfähigen Kosten - wird ein über alle Förderprojekte der jeweiligen Umsetzungsphase gemittelter Eigenanteil von mindestens
    • 20 % für die 1. Umsetzungsphase
    • 35% für die 2. Umsetzungsphase
    • 50 % für die 3. Umsetzungsphase erwartet.
  • Die Förderung in einer nachfolgenden Phase setzt eine positive Begutachtung der Ergebnisse der vorhergehenden Phase voraus und steht unter dem Vorbehalt der Bereitstellung entsprechender Haushaltsmittel.
  • Am Ende einer Umsetzungsphase ist zur Fortsetzung der Förderung in einer nachfolgenden Phase, die Strategie weiterzuentwickeln und sind Anträge der für ihre Umsetzung erforderlichen weiteren Projekte einzureichen.

Die Auswahl der Konzepte und Cluster sowie die Entscheidung zum Übergang in eine höhere Umsetzungsphase wird auf der Grundlage aussagekräftiger Kriterien durch eine hochrangig besetzte, unabhängige Jury erfolgen.

Wie funktioniert die Förderung genau, und nach welchen Kriterien werden die Regionen ausgewählt? Hier gibt es die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wann werden die ersten Zukunftscluster feststehen?

Bis zum 15. November 2019 konnten die angesprochenen Akteure der 1. Wettbewerbsrunde ihre Skizzen vorlegen. Die unter allen Wettbewerbern ausgewählten 16 Zukunftscluster-Anwärter stellten in einem folgenden Schritt formale Förderanträge für den Eintritt in eine Konzeptionsphase. Ab Mai 2020 begann die sechsmonatige Konzeptionsphase, in der die Anwärter ihre Zukunftscluster-Strategien und ihre daran anknüpfenden Projektideen zur Realisierung einer ersten Umsetzungsphase ausarbeiten konnten. Die ausgearbeiteten Strategien und Ideen der 16 Kandidaten wurden bis zum 02. November 2020 erwartet, so dass die Bekanntgabe der Finalisten und als Zukunftscluster Geförderten schließlich Anfang 2021 erfolgen kann.

Welche Ziele werden nun mit der Förderung der Zukunftscluster verfolgt?

Grundlegende Ergebnisse aus der Spitzenforschung, die an der Schwelle zur Anwendung stehen, sollen schnell in erfolgreiche Produkte, Prozesse und Dienstleistungen überführt werden. Dabei geht es nicht nur um einzelne Innovationen, vielmehr sollen möglichst viele Partner und Akteure aus einer Region von den Ergebnissen der Forschung profitieren und neue gemeinsame Innovations- und Wertschöpfungsketten aufbauen. Der Wettbewerb ist grundsätzlich themenoffen, im Blick stehen die großen gesellschaftlichen Herausforderungen.

Wie profitiert die Gesellschaft von den Ergebnissen der Zukunftscluster-Initiative?

Durch die Initiative werden regionale Akteure aus Wissenschaft, Unternehmen, und Gesellschaft auf Basis von vielversprechenden Forschungsergebnissen miteinander vernetzt, um neue Technologie- und Wissensfelder weiter zu entwickeln. Dabei steht eine möglichst schnelle Überführung dieser Ergebnisse in die Anwendung im Vordergrund, so dass Innovationen im Alltag der Menschen ankommen und unmittelbar genutzt werden können.

Welche Akteure werden konkret gefördert? Welchen Charakter haben die geförderten Projekte?

Jede Wettbewerbsrunde startet zunächst mit einer Konzeptionsphase, in der bis zu 15 regionale Innovationsnetzwerke über ein halbes Jahr mit einer Förderung von 250.000 Euro (einschließlich Projektpauschale) und einer finanziellen Eigenbeteiligung von 20 Prozent ihre Clusterentwicklungsstrategien ausarbeiten können. Diese Projekte sind in der Regel bei beteiligten Hochschulen und Forschungseinrichtungen angesiedelt. Anschließend können die ausgewählten Zukunftscluster in maximal drei aufeinander aufbauenden Förderperioden von je drei Jahren ihre Konzepte umsetzen. Zunächst werden sich vor allem Hochschulen, Forschungseinrichtungen und forschungsstarke Unternehmen (Start-ups, KMU und Großunternehmen) beteiligen. Im weiteren Verlauf und mit steigender Anwendungsnähe kommen weitere Akteure hinzu. Sie vernetzen sich dynamisch im Sinne einer offenen Innovationskultur.

Können bestehende Cluster, z. B. Spitzencluster, gefördert werden?

Junge Forschungsergebnisse mit einem hohen Durchbruchpotenzial sollen die Grundlage dafür sein, dass sich die nächste Generation von regionalen Innovationsnetzwerken an den wissenschaftlichen Hotspots Deutschlands entwickeln kann. Hier geht es um die Schaffung von neuen Kooperationsgefügen und disziplinübergreifenden Ansätzen. Dagegen haben bisherige Initiativen, wie der Spitzencluster-Wettbewerb, Innovationsregionen adressiert, die in einem spezifischen Themen- oder Technologiefeld bereits entwickelt und wirtschaftlich erfolgreich waren. Mit den Zukunftsclustern setzen wir früher an und bauen die Spitzencluster von morgen auf.

Dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass die bisher erfolgreichen Regionen und ihre bewährten Akteure auch bei dieser Initiative erfolgreich sein können, wenn sie neue, für ihr bisheriges Feld vielleicht sogar disruptive Erkenntnisse aufgreifen und das Spektrum der Akteure über die Organisations-, Fach- und Themengrenzen hinaus erweitern.

Wie wird überprüft, ob die Zukunftscluster ihre Strategien erfolgreich realisieren?

Zum Ende jeder dreijährigen Förderperiode müssen die Zukunftscluster einen Fortschrittsbericht vorlegen. Zudem müssen auf Basis einer fortgeschriebenen Strategie weiterführende Anträge zur Projektförderung in der folgenden Periode gestellt werden. Auf dieser Grundlage wird die unabhängige, expertengeleitete Jury eine Empfehlung zur Fortsetzung der Förderung abgeben. Insgesamt ist eine Förderung von 3x3 Jahren möglich.

Welcher Finanzrahmen ist vorgesehen?

Die Bundesregierung beabsichtigt, mit den ersten beiden Wettbewerbsrunden, die beide noch in dieser Legislaturperiode (bis 2021) starten sollen, Mittel in Höhe von bis zu 450 Millionen Euro bereitzustellen. Weitere Wettbewerbsrunden werden in Aussicht gestellt. Rechnet man die durch die Maßnahme angeregten Folgeinvestitionen ein, so können durch die Zukunftscluster in den kommenden zehn Jahren bis zu einer Milliarde Euro in Forschung und Entwicklung (FuE) investiert werden . Zunächst sollen bis zu 15 Wettbewerber für eine Konzeptionsphase ausgewählt und mit bis zu 250.000 Euro (einschließlich Projektpauschale) gefördert werden. Für jede der drei maximal möglichen, aufeinander aufbauenden dreijährigen Umsetzungsphasen sind pro gefördertem Cluster und Jahr Fördermittel in Höhe von bis zu fünf Millionen Euro (einschließlich Projektpauschale) vorgesehen.

Wie sieht der Auswahlprozess aus?

Die Auswahl der Konzepte und Cluster wird auf Grundlage aussagekräftiger Kriterien durch eine hochrangig besetzte, unabhängige Jury erfolgen. Die Namen der Jury sind auf der Webseite des BMBF  hier abrufbar. Zur Unterstützung der Bewertung der FuE-Projekte in den Clustern werden Fachgutachten hinzugezogen, die in die Gesamtbewertung mit einfließen.