Zukunftscluster-Initiative

Die Schlagkraft regionaler Netzwerke nutzen, um aus exzellenter Forschung die Innovationen der Zukunft entstehen zu lassen: dafür steht die neue Zukunftscluster-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Die Zukunftscluster leisten einen besonderen Beitrag zum Wissens- und Technologietransfer. © ©metamorworks - stock.adobe.com

Die Vision

Als neues Flaggschiff der Hightech-Strategie 2025 der Bundesregierung leisten die Zukunftscluster einen besonderen Beitrag zum Wissens- und Technologietransfer. Sie knüpfen mit dem regionalen Ansatz der Clusterförderung unmittelbar an die Spitzenforschung an und sorgen so dafür, dass technologische sowie soziale Innovationen schneller im Alltag der Menschen ankommen. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, dass Deutschland seine starke Position unter den weltweiten Innovationsführern behaupten kann und die Herausforderungen in wichtigen Zukunftsfeldern meistert – ob neue Mobilitäts- und Kommunikationslösungen, die Gestaltung von Wirtschaft und Arbeit 4.0, personalisierte Ansätze in der Medizin oder innovative Beiträge für eine ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft. Mit der Zukunftscluster-Initiative startet der Wettbewerb um die besten Ideen für neue Wertschöpfung in Deutschland.

Logo der "Clusters 4 Future" © BMBF

Von exzellenter Forschung zu exzellenten Innovationen

Deutschlands Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind im Bereich der grundlegenden Forschung exzellent aufgestellt. Mit der Exzellenzstrategie und den Wissenschaftspakten geben wir der Spitzenforschung eine dauerhafte Perspektive. Entscheidend ist aber auch, dass der Transfer vielversprechender Forschungsergebnisse in Wirtschaft und Gesellschaft erfolgreich funktioniert. Hier können wir uns noch verbessern. Mit unseren Zukunftsclustern verknüpfen wir Deutschlands Spitzenforschung frühzeitiger mit Fragen der Anwendbarkeit und setzen Innovationsprozesse zügiger in Gang. So werden aus den besten Ideen schnell neue Produkte, Prozesse und Dienstleistungen.

Regionale Spitzenstandorte als schlagkräftige Innovationsnetzwerke

Wir fördern Spitzenstandorte in ganz Deutschland und sorgen dafür, dass aus wissenschaftlichen Hotspots schlagkräftige regionale Innovationsnetzwerke werden. Denn besonders erfolgreich gelingt der Transfer aus der Forschung in die Anwendung dort, wo sich geografisch konzentrierte Partnerschaftsstrukturen mit einer langfristigen Perspektive entwickeln. Überall wo Ideen aufkeimen, bedarf es verlässlicher Partner zur Umsetzung. Regionale Innovationsnetzwerke stehen für eine vertrauensbasierte Zusammenarbeit aller relevanten Akteure in einer Region entlang einer gemeinsamen Strategie für ein gemeinsames Themen- oder Technologiefeld. Mit den Zukunftsclustern wollen wir unterschiedliche Perspektiven und Kompetenzen einer Region neu bündeln und so die Silicon Valleys von morgen entstehen lassen.

Das sind die 16 Finalisten der 1. Wettbewerbsrunde

Das sind die 16 Standorte der "Zukunftscluster-Anwärter". © BMBF

 6G-Zukunftscluster

Forschungs-, Innovations-, und Kooperationsplattform für die sechste Generation der drahtlosen Informationstechnik (6G) in der Region um Dresden (Koordination: Technische Universität Dresden)

Durch die Erforschung drahtloser Informationssysteme der 6. Generation zielen die Anwärter des 6G-Zukunftsclusters langfristig darauf ab, die Datenraten zu erhöhen sowie neue radarbasierte Zusatzfunktionen im Smartphone zu ermöglichen. Des Weiteren ist geplant den Verbrauch zu senken und die Abdeckung und die Nachhaltigkeit zu verbessern.

AMBER

Additive Manufacturing Cluster Berlin-Brandenburg (Koordination: Technische Universität Berlin; Partner: Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, Berlin; Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP, Potsdam; IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, Berlin)

Im Zentrum des transdisziplinären Forschungs- und Entwicklungsfeldes „Additive Manufacturing“ (AM) stehen bei AMBER die drei Fokusthemen Personalisierte Medizintechnik (von Organmodellen zu gedruckten Prothesen), Neue Materialien und Verfahren für AM (von Leichtbau zu New Space) sowie AM mit biobasierten Werkstoffen.

CAPT

Clean Autonomous Public Transport (Koordination: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel; Partner: Fachhochschule Kiel)

Die Realisierung eines urbanen, integrierten, klimafreundlichen Mobilitätssystems ist das Ziel des schleswig-holsteinischen Zukunftscluster-Anwärters CAPT.  Insbesondere autonom geprägte Verkehrssysteme sollen zu einer klima- und nutzerfreundlichen intelligenten Mobilitätsentwicklung in Städten beitragen und diese – sowohl an Land als auch auf dem Wasser – nachhaltig  verändern.

CCAA

Cologne Cluster for Healthy & Active Ageing (Koordination: Universität zu Köln)

Um ein gesundes Leben bis ins hohe Alter zu erhalten und Lebensqualität und Teilhabe zu ermöglichen, entwickelt der CCAA innovative, personalisierte Gesundheitslösungen für die Generation 70+. Die Basis dafür bilden die Erkenntnisse zu molekularen und zellulären Alternsprozessen in Zusammenhang mit dem Wissen über altersassoziierte Erkrankungen.

M Cube

Münchner Cluster für die Zukunft der Mobilität in Metropolregionen (Koordination: Technische Universität München)

Im Großraum München plant M Cube, ganzheitliche Mobilitätsinnovationen unter Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und gesellschaftlicher Aspekte zu erzielen und dabei folgende drei Schwerpunkte zu setzen: a) Autonomes, geteiltes und elektrisches Fahren; b) Vernetzung multimodaler Mobilität und c) integrierte Verkehrsentwicklung auf Quartier- und Regionalebene.

NeuroSys

Neuromorphe Hardware für autonome Systeme (Koordination: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen; Partner: AMO GmbH, Aachen)

Mit der Erforschung neuer Hardwarekomponenten für den Einsatz in künstlichen neuronalen Netzen geht NeuroSys neue Wege in der Erschaffung von Rechnerarchitekturen, die in verschiedensten Anwendungsbereichen eingesetzt werden können – darunter Autonomes Fahren, Autonome/Lernende Systeme, Personalisierte Medizin, Sprachtechnologie und Energie.

OTC_Rostock

Ocean Technology Campus Rostock (Koordination: Universität Rostock; Partner: Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, Rostock; Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, Rostock; Forschungsverbund Mecklenburg-Vorpommern e. V., Rostock)

Die nachhaltige, wirtschaftliche und ökologische Nutzung der Meere steht im Fokus des mecklenburg-vorpommerischen Zukunftscluster-Anwärters OTC_Rostock. Forschungsfragen und Entwicklungen im Bereich der biologischen und physikalischen Meereskunde (Aquakultur), der Meereschemie sowie der Marinen Geologie unter Einbezug von technischen Fragestellungen (Meerestechniken wie Unterwasserkabel etc.) sollen betrachtet werden, um eine ausgewogene Nutzung derMeeresressourcen zu gewährleisten.

PERCELLUM

Personalized Cellular Therapies Munich (Koordination: Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München; Partner: Technische Universität München; Helmholtz Zentrum für Gesundheit und Umwelt, Neuherberg)

Mit der individualisierten Zelltherapie baut der Zukunftscluster-Anwärter PERCELLUM auf der erfolgreichen Forschung im Bereich der personalisierten Medizin im Großraum München auf, um insbesondere Krankheiten aus dem Feld der Krebs- und Infektionsmedizin gezielt und frühzeitig zu bekämpfen.

PROXIDRUGS

Innovative Therapien für humane Erkrankungen (Koordination: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main; Partner: Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie IME, Institutsteil Translationale Medizin und Pharmakologie TMP, Frankfurt am Main; Technische Universität Darmstadt)

Die aus der Biochemie, Chemie und Pharmazie stammenden Akteure von PROXIDRUGS sehen einen Ausbau der Forschung auf dem Gebiet der „proximity-induced drugs" vor, die den gezielten Abbau von krankheitsrelevanten Proteinen ermöglichen, um bessere Therapien für onkologische, entzündliche, infektiöse und kardiovaskuläre Erkrankungen sowie neurodegenerative Erkrankungen zu entwickeln.

QSens

Quantensensorik (Koordination: Universität Stuttgart; Partner: Universität Ulm)

Im Mittelpunkt des Zukunftsclusters QSens steht die Quantensensorik, die als eine neue Technologie im Bereich Messtechnik und Sensorik über eine herausragende Empfindlichkeit verfügt und so beispielsweise für die Medizintechnik, die Mobilität und das Feld erneuerbarer Energien einsetzbar ist.

SaxoCell

Präzisionstherapie-Cluster für „Lebende Arzneimittel“ (Koordination: Technische Universität Dresden; Partner: Universität Leipzig; Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI, Leipzig; Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden; Universitätsklinikum Leipzig)

Um Erkenntnisse aus der genomischen Medizin durch innovative Zell- und Gen-Editing-Techniken in Richtung einer personalisierten Therapie nutzbar zu machen, bearbeitet SaxoCell das Wissensgebiet rund um präklinisch validierte Zell- und Gentherapieverfahren inklusive derer Nebenwirkungen.

smart4life

Smart Materials and Electronics for Life (Koordination: Technische Universität Dresden)

Die Grenzen zwischen elektronischen Schaltungen und lebenden Organismen aufheben – darauf basiert das Innovationspotenzial des sächsischen Zukunftscluster-Anwärters smart4life. Ziel ist, diese neue bio-interaktive Elektronik als Schlüsseltechnologie für disruptive Ansätze in medizinischer Diagnostik und Therapie nutzbar zu machen.

Tech2Med

Disruptive Röntgentechnologie für neue Medikamente (Koordination: Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY, Hamburg)

Im Hamburger Tech2Med sollen analytische Röntgenmethoden fortgeschrieben und eine medizintechnische, kompakte Röntgenquelle entwickelt werden, um einerseits röntgenbasierte Nanoanalysen in der medizinischen Wirkstoffentwicklung voranzutreiben und andererseits die molekulare Bildgebung für die Gewinnung von Struktur- und Wirkinformationen auf ein neues Level zu heben.

Tools4Life

Werkzeuge und Methoden für die (bio)pharmazeutische Industrie, Diagnostik und Forschungsbranche (Koordination: Laser-Laboratorium Göttingen e.V.; Partner: Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie, Göttingen)

Im Zentrum von Tools4Life in Göttingen stehen (bildgebende) Verfahren und Instrumente für molekulare Analysen und Screenings, wie etwa bildgebende Sonden und funktionalisierte Farbstoffe, damit molekulare Mechanismen von Krankheiten sowie hochspezifische Moleküle zur Behandlung dieser sichtbar gemacht und in der Wirkstoffforschung eingesetzt werden können.

Wasserstoff

Forschung und innovative Lösungen rund um Wasserstofferzeugung, -speicherung und -nutzung (Koordination: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen; Partner: Forschungszentrum Jülich GmbH, Jülich)

Der Zukunftscluster-Anwärter Wasserstoff im Westen Deutschlands soll herausragende Forschung auf dem Gebiet der Wasserstofftechnologie in einem gesamtheitlichen Innovationsökosystem rund um einen Energieträger der Zukunft – Wasserstoff – zusammenführen und Anwendungen für den Einsatz der Technologie in Wirtschaft und Gesellschaft eröffnen.

WISDOM4E

Wissensbasiertes Design komplexer Materialien und Systeme für nachhaltige elektrochemische Energiespeicherung und -wandlung (Koordination: Universität Duisburg-Essen; Partner: Ruhr-Universität Bochum, Zentrum für Brennstoffzellen gGmbH, Duisburg)

Grüner Wasserstoff ist ein Energieträger, der u. a. für die Erzeugung von Strom und nachhaltigen Grundchemikalien genutzt werden kann. Schlüssel hierfür sind neue Materialien und Oberflächen, die z. B. elektrochemische Prozesse beschleunigen können. Ziel von WISDOM4E ist die Entwicklung neuer Funktionsmaterialien für die weitere Verwendung von Wasserstoff in nachfolgenden Wertschöpfungsketten.

Mutige Wege für den Wissens- und Technologietransfer

Als nächste Generation von regionalen Innovationsnetzwerken sind die Zukunftscluster dynamischer und risikofreudiger als je zuvor. Sie stehen für Pioniergeist, Kreativität und gemeinschaftliche Stärke. Zukunftscluster verkörpern eine offene Innovations- und Wagniskultur, in der sich relevante Partner in aufkeimenden Technologie- und Wissensfeldern neu vernetzen. So entstehen branchen-, themen-, technologie- und disziplinübergreifende Kooperationen, die neue Impulse setzen und Grenzen überwinden. Dafür verlassen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft ausgetretene Pfade, überwinden systemische Grenzen und schaffen neue Schnittstellen zwischen unterschiedlichen Disziplinen, zwischen Nutzerinnen und Nutzern, Anbietern und Produzenten.

Die Förderung

Zeitstrahl Zukunftscluster-Initiative © Forschungszentrum Jülich

Die Zukunftscluster-Initiative ist als wettbewerbliches Verfahren ausgelegt. Ausgewählt werden solche Forschungsansätze, die gemäß der Richtlinie zu den Zielen der Förderinitiative am stärksten beitragen. Der Maßnahme liegt das abgebildete Förderschema zugrunde. Demnach gilt:

  • Gefördert wird die Entwicklung von herausragenden regionalen Clustern in Innovationsfeldern mit hohem Wachstumspotential in bis zu drei Umsetzungsphasen über jeweils drei Jahre. Cluster im Sinne der Richtlinie sind Innovationsnetzwerke, die eine kritische Masse an innovationstreibenden Akteuren innerhalb einer Region und eines neuen Forschungs- und Innovationsfeldes zusammenschließen.
  • Vorgesehen sind mehrere Wettbewerbsrunden, die jeweils gesondert bekanntgegeben werden. Je Wettbewerbsrunde werden voraussichtlich fünf bis sieben Cluster gefördert.
  • Der jeweils ersten Umsetzungsphase einer Wettbewerbsrunde geht ein zweistufiger Auswahlprozess voraus. Dieser umfasst die Einreichung einer Wettbewerbsskizze durch eine antragsberechtigte Organisation sowie eine sechsmonatige Konzeptionsphase. Aus den jeweils vorliegenden Wettbewerbsskizzen werden die besten Beiträge für die Konzeptionsphase ausgewählt.
  • Die sechsmonatige Konzeptionsphase wird mit bis zu 250.000 Euro gefördert. Projekte der Konzeptionsphase können nur gefördert werden, wenn es sich um nichtwirtschaftliche Tätigkeiten handelt. Es wird ein Eigenanteil von mindestens 20 % erwartet. Die Phase dient dazu, die vorab in einer Wettbewerbsskizze präsentierten Ideen und Ansätze weiter auszuführen. Es werden eine Forschungs- und Innovationsstrategie sowie zur Umsetzung notwendige Vorhaben erarbeitet. Die Konzeptionsphase sollte von einer Organisation geführt und koordiniert werden, die in der Region eine führende Rolle in den Forschungsfragestellungen einnimmt, welche die thematische Grundlage dieser Strategie bilden. Dazu muss sie über eine nachweislich ausgezeichnete Vernetzung mit den für einen Cluster relevanten Akteuren verfügen.
  • Zur Förderung in der Umsetzungsphase ausgewählt werden die Wettbewerbsbeiträge mit besonders aussichtsreichen Strategien und Projekten. Für jede der drei maximal möglichen, aufeinander aufbauenden dreijährigen Umsetzungsphasen stehen pro gefördertem Cluster und Jahr Fördermittel in Höhe von bis zu 5 Millionen Euro zur Verfügung. Dabei sehen die drei Umsetzungsphasen eine zunehmende – auch finanzielle – Beteiligung der Wirtschaft verbunden mit einer zunehmenden Etablierung der Clusterstrukturen und einer zunehmenden Anwendungsorientierung der geförderten Forschungs- und Entwicklungsvorhaben vor.
  • Unter Berücksichtigung der zulässigen Beihilfeintensitäten und unter der Voraussetzung einer angemessenen Eigenbeteiligung - bei Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mindestens 50 % der entstehenden zuwendungsfähigen Kosten - wird ein über alle Förderprojekte der jeweiligen Umsetzungsphase gemittelter Eigenanteil von mindestens
    • 20 % für die 1. Umsetzungsphase,
    • 35 % für die 2 Umsetzungsphase und
    • 50 % für die 3. Umsetzungsphase erwartet.
  • Die Förderung in einer nachfolgenden Phase setzt eine positive Begutachtung der Ergebnisse der vorhergehenden Phase voraus und steht unter dem Vorbehalt der Bereitstellung entsprechender Haushaltsmittel.
  • Am Ende einer Umsetzungsphase ist zur Fortsetzung der Förderung in einer nachfolgenden Phase, die Strategie weiterzuentwickeln und sind Anträge der für ihre Umsetzung erforderlichen weiteren Projekte einzureichen.

Die Auswahl der Konzepte und Cluster sowie die Entscheidung zum Übergang in eine höhere Umsetzungsphase wird auf der Grundlage aussagekräftiger Kriterien durch eine hochrangig besetzte, unabhängige Jury erfolgen.

Informationsveranstaltungen und Live-Chat

Nach zwei Informationsveranstaltungen zur Zukunftscluster-Initiative im Bundesministerium für Bildung und Forschung (30. August 2019 in Berlin und 02. September 2019 in Bonn) hatten interessierte Wettbewerber am 07. Oktober 2019 eine weitere Gelegenheit, sich vor Einreichung ihrer Wettbewerbsskizzen in einem Live-Chat mit dem verantwortlichen Team des Projektträgers Jülich sowie dem zuständigen BMBF-Referat auszutauschen.

Wie funktioniert die Förderung genau, und nach welchen Kriterien werden die Regionen ausgewählt? Hier gibt es die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wann werden die ersten Zukunftscluster feststehen?

Bis zum 15. November 2019 konnten die angesprochenen Akteure der 1. Wettbewerbsrunde ihre Skizzen vorlegen. Die unter allen Wettbewerbern ausgewählten 16 Zukunftscluster-Anwärter stellen in einem folgenden Schritt formale Förderanträge für den Eintritt in eine Konzeptionsphase. Ab Mai 2020 beginnt die sechsmonatige Konzeptionsphase, in der die Anwärter ihre Zukunftscluster-Strategien und ihre daran anknüpfenden Projektideen zur Realisierung einer ersten Umsetzungsphase ausarbeiten. Die ausgearbeiteten Strategien und Ideen der 16 Kandidaten werden bis zum 02. November 2020 erwartet, so dass die Bekanntgabe der Finalisten und als Zukunftscluster Geförderten schließlich Anfang 2021 erfolgen kann.

Welche Ziele werden nun mit der Förderung der Zukunftscluster verfolgt?

Grundlegende Ergebnisse aus der Spitzenforschung, die an der Schwelle zur Anwendung stehen, sollen schnell in erfolgreiche Produkte, Prozesse und Dienstleistungen überführt werden. Dabei geht es nicht nur um einzelne Innovationen, vielmehr sollen möglichst viele Partner und Akteure aus einer Region von den Ergebnissen der Forschung profitieren und neue gemeinsame Innovations- und Wertschöpfungsketten aufbauen. Der Wettbewerb ist grundsätzlich themenoffen, im Blick stehen die großen gesellschaftlichen Herausforderungen.

Wie profitiert die Gesellschaft von den Ergebnissen der Zukunftscluster-Initiative?

Durch die Initiative werden regionale Akteure aus Wissenschaft, Unternehmen, und Gesellschaft auf Basis von vielversprechenden Forschungsergebnissen miteinander vernetzt, um neue Technologie- und Wissensfelder weiter zu entwickeln. Dabei steht eine möglichst schnelle Überführung dieser Ergebnisse in die Anwendung im Vordergrund, so dass Innovationen im Alltag der Menschen ankommen und unmittelbar genutzt werden können.

Welche Akteure werden konkret gefördert? Welchen Charakter haben die geförderten Projekte?

Jede Wettbewerbsrunde startet zunächst mit einer Konzeptionsphase, in der bis zu 15 regionale Innovationsnetzwerke über ein halbes Jahr mit einer Förderung von 250.000 Euro und einer Eigenbeteiligung von 20 Prozent ihre Clusterentwicklungsstrategien ausarbeiten können. Diese Projekte sind in der Regel bei beteiligten Hochschulen und Forschungseinrichtungen angesiedelt. Anschließend können die ausgewählten Zukunftscluster in maximal drei aufeinander aufbauenden Förderperioden von je drei Jahren ihre Konzepte umsetzen. Zunächst werden sich vor allem Hochschulen, Forschungseinrichtungen und forschungsstarke Unternehmen (Start-ups, KMU und Großunternehmen) beteiligen. Im weiteren Verlauf und mit steigender Anwendungsnähe kommen weitere Akteure hinzu. Sie vernetzen sich dynamisch im Sinne einer offenen Innovationskultur.

Können bestehende Cluster, z. B. Spitzencluster gefördert werden?

Junge Forschungsergebnisse mit einem hohen Durchbruchpotenzial sollen die Grundlage dafür sein, dass sich die nächste Generation von regionalen Innovationsnetzwerken an den wissenschaftlichen Hotspots Deutschlands entwickeln kann. Hier geht es um die Schaffung von neuen Kooperationsgefügen und disziplinübergreifenden Ansätzen. Dagegen haben bisherige Initiativen, wie der Spitzencluster-Wettbewerb, Innovationsregionen adressiert, die in einem spezifischen Themen- oder Technologiefeld bereits entwickelt und wirtschaftlich erfolgreich waren. Mit den Zukunftsclustern setzen wir früher an und bauen die Spitzencluster von morgen auf.

Dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass die bisher erfolgreichen Regionen und ihre bewährten Akteure auch bei dieser Initiative erfolgreich sein können, wenn sie neue, für ihr bisheriges Feld vielleicht sogar disruptive Erkenntnisse aufgreifen und das Spektrum der Akteure über die Organisations-, Fach- und Themengrenzen hinaus erweitern.

Wie wird überprüft, ob die Zukunftscluster ihre Strategien erfolgreich realisieren?

Zum Ende jeder dreijährigen Förderperiode müssen die Zukunftscluster einen Fortschrittsbericht vorlegen. Zudem müssen auf Basis einer fortgeschriebenen Strategie weiterführende Anträge zur Projektförderung in der folgenden Periode gestellt werden. Auf dieser Grundlage wird die unabhängige, expertengeleitete Jury eine Empfehlung zur Fortsetzung der Förderung abgeben. Insgesamt ist eine Förderung von 3x3 Jahren möglich.

Welcher Finanzrahmen ist vorgesehen?

Die Bundesregierung beabsichtigt, mit den ersten beiden Wettbewerbsrunden, die beide noch in dieser Legislaturperiode (bis 2021) starten sollen, Mittel in Höhe von bis zu 450 Millionen Euro bereitzustellen. Weitere Wettbewerbsrunden werden in Aussicht gestellt. Rechnet man die durch die Maßnahme angeregten Folgeinvestitionen ein, so können durch die Zukunftscluster in den kommenden zehn Jahren bis zu einer Milliarde Euro in Forschung und Entwicklung (FuE) investiert werden . Zunächst sollen bis zu 15 Wettbewerber für eine Konzeptionsphase ausgewählt und mit bis zu 250.000 Euro gefördert werden. Für jede der drei maximal möglichen, aufeinander aufbauenden dreijährigen Umsetzungsphasen sind pro gefördertem Cluster und Jahr Fördermittel in Höhe von bis zu fünf Millionen Euro vorgesehen.

Wie sieht der Auswahlprozess aus?

Die Auswahl der Konzepte und Cluster wird auf Grundlage aussagekräftiger Kriterien durch eine hochrangig besetzte, unabhängige Jury erfolgen. Die Namen der Jury werden auf der Webseite des BMBF veröffentlicht. Zur Unterstützung der Bewertung der FuE-Projekte in den Clustern werden Fachgutachten hinzugezogen, die in die Gesamtbewertung mit einfließen.